Die Architektur der Anlage in Bahrain ist stark an der arabischen Kultur orientiert

Formel 1 2009

— 22.04.2009

1.000 und eine Nacht: Formel 1 in Bahrain

Die Formel 1 kommt zum sechsten Mal nach Bahrain: Arabische Kulisse mitten in der Sakhir-Wüste - Meinungen über Strecke gehen auseinander

Nach der Premiere am 4. April 2004 gastiert die Formel 1 dieses Jahr zum fünften Mal auf der Arabischen Halbinsel. Im Wüstenstaat Bahrain fand bis 2009 der einzige Grand Prix im Mittleren Osten statt. Um sich an die Gepflogenheiten des Islam zu halten, verzichtet die Formel 1 dort auf die obligatorische Champagnerdusche bei der Siegerehrung - stattdessen wird mit alkoholfreien Getränken gespritzt, nämlich einem Gemisch aus Granatapfel- und Rosenblütensaft. "Ich rieche jetzt wie eine Frau", spielte Jenson Button nach seinem dritten Platz 2004 grinsend auf den Ersatzsaft an.

Vor Bahrain trat die Formel 1 erst einmal im arabischen Raum auf, nämlich 1958 in Marokko. Damals gewann Stirling Moss auf Vanwall. In Zukunft wird sich dies aber ändern, denn ein Vertrag für ein Rennen in Abu Dhabi ist bereits unterzeichnet - in dieser Saison gibt es erstmals zwei arabische Formel-1-Stationen.

Trotz V8-Motoren werden mehr als 300 km/h erreicht

Der Bahrain International Circuit hält für die Fahrer zahlreiche Herausforderungen bereit. Sechs Links- und neun Rechtskurven sind zu meistern, zudem ist auf der 1,090 Kilometer langen Start- und Zielgerade ein guter Topspeed von ungefähr 310 km/h gefragt. Die schnellste Rennrunde lag 2004 bei 1:30.252 Minuten und 2005 bei 1:31.447 Minuten, was sich in etwa mit den Vorhersagen der Computersimulationen deckte. 2006 stieg die Rundenzeit auf 1:32.408 Minuten, nicht zuletzt wegen der leistungsschwächeren V8-Triebwerke.

Zum fünften Mal gastiert der Grand-Prix-Tross auf der Arabischen Halbinsel, und nach 2006 kehrte Bahrain wieder an den angestammten Platz zurück, nachdem man damals den Saisonauftakt austragen durfte, da in Australien die Commonwealth-Games stattfanden. Interessantes Detail: Der Kurs in den Dünen 30 Kilometer vor der Hauptstadt Manama war erst die 13. Strecke, der in 57 Jahren Formel 1 die besondere Ehre des ersten Rennens zuteil wurde.

Bahrain bemüht sich sehr um die Zuschauer

Im Vordergrund stand jedoch bei allen Bemühungen das Wohlergehen der Fans, für die man die Erholungs- und Cateringzonen noch einmal auf Vordermann brachte. Die Wege zwischen den Tribünen und dem Formel-1-Dorf wurden asphaltiert, damit Shuttlebusse den Zuschauern die langen Gehmärsche ersparen können. Auch für VIPs wurde ein neuer Transportservice eingerichtet - mit Fahrzeugen von Land Rover. Das Formel-1-Dorf selbst soll durch noch mehr Pflanzen über noch mehr Charme verfügen. Die Veranstalter haben darüber hinaus den Cateringservice verbessert und zusätzliche Geldautomaten aufstellen lassen. Sogar ein spezielles Unterhaltungsprogramm für die Abende ist geplant, zu dem demnächst Details bekannt gegeben werden. Zugang zum Formel-1-Dorf werden alle Fans haben, nicht nur VIPs oder Paddock-Club-Besucher.

Die Zuschauer auf den Tribünen können sich indes auf neun Videoleinwände freuen, die das Geschehen auf der Rennstrecke zeigen. Ein eigens eingerichteter Fernsehsender des Bahrain International Circuit wird in den Pausen das Geschehen rund um die Strecke ausstrahlen, während Neuigkeiten und das Renngeschehen in englischer und arabischer Sprache via Radio ausgestrahlt werden, wofür jeder zahlende Besucher gratis einen eigenen Empfänger erhält.

Überholmöglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle

Die Grand-Prix-Piste weist verschiedene interessante Herausforderungen auf: Die vier langen Geraden bieten Überholmöglichkeiten und die schnellen Kurvenkombinationen an der Rückseite des Fahrerlagers stellen Balance und Setup nachdrücklich auf die Probe. Die Herausforderung besteht darin, bei der Abstimmung einen Kompromiss zu finden zwischen stabiler Balance in schnellen Kurven und tendenziell weicher Aufhängung in den langsamen Abschnitten, wo mechanischer Grip gefragt ist.

Was das Setup angeht, kennen die Teams die Strecke inzwischen so gut, dass steile Flügeleinstellungen der Standard sein werden. Auch auf die Stabilität beim Bremsen muss Acht gegeben werden: "Für das Bremsen beim Einlenken wird eine Fahrzeugabstimmung benötigt, die ein hohes Maß an Stabilität ergibt", erläutert Willy Rampf, Technischer Direktor des BMW Sauber F1 Teams. "Die Strecke besitzt viele Auslaufzonen, daher ist es dem Fahrer bei einem Ausritt ins Kiesbett möglich, ohne große Schwierigkeiten und Schaden am Auto wieder auf die Piste zurückzukehren. Das ist nicht schlecht, denn die außergewöhnliche Breite der Strecke ermutigt die Fahrer zu überholen."

"Sakhir verfügt über eine Vielzahl an Kurven", fährt er fort. "Die enge Kehre am Ende der Start- und Zielgeraden erfordert gute Traktion, um die Geschwindigkeit für die darauf folgende Kurve aufzubauen. Der zweite Streckenabschnitt ist mit seinen Hochgeschwindigkeitskurven für die Fahrer recht anspruchsvoll."

Bremsen, Grip, Motor

Bahrain-Sieger Fernando Alonso fügt hinzu: "Wenn man in einer der langsamen Kurven einen Fehler macht, muss man bis zum Ende der nächsten Geraden die Position verteidigen. Eine gute Bremsstabilität, damit die Reifen nicht blockieren, sowie guter mechanischer Grip und ein starker Motor sind die entscheidenden Kriterien. Außerdem werden wir uns Gedanken über das Setup machen, wie man die Stabilität des Hecks beibehalten kann, auch wenn die Reifen wegen des neuen Reglements schon abgefahren sind."

Wesentliches Kennzeichen des Wüstenrennens ist die große Hitze. Auf der Chassisseite begegnen die Teams dem Problem mit größeren Kühllufteinlässen. Die V8-Triebwerke stellen wegen der geringeren Leistungsabgabe in dieser Hinsicht zwar theoretisch niedrigere Ansprüche als ein V10, dafür liegt die durchschnittliche Drehzahl über eine Runde sowie der Volllastanteil signifikant höher. Mit Ferrari, BMW und Toyota testeten drei Teams über den Winter sogar in Bahrain.

In puncto Bremsen und Bremsverschleiß ist Bahrain der anspruchsvollste Kurs der Saison. Dreimal pro Runde verzögern die Fahrer aus über 300 km/h bis in den ersten oder zweiten Gang. Überdies folgen zwischen den Kurven vier und 13 die Richtungswechsel extrem schnell aufeinander, sodass die Bremsen kaum Zeit bekommen abzukühlen. Dies kann zur Oxidation der Bremsscheiben führen, was die Teams aber mit den größten Kühllufteinlässen der gesamten Saison zu verhindern suchen.

70 Prozent Volllastanteil und Hitze fordern die Motoren

Zugleich fordert der Bahrain International Circuit auch die Triebwerke überdurchschnittlich stark. Mit 63 Prozent Volllastanteil gehört die Strecke bei Manama diesbezüglich zu den fünf anspruchsvollsten der Saison. Zusätzliche Herausforderung für die Motorentechniker: Mit höheren Temperaturen steigt das Drehzahlniveau, bei dem die Motoren ihre maximale Leistung entwickeln. Pro zehn Grad gehen die Techniker von einem Ansteigen des Leistungszenits um 300 Touren aus. Dieser Effekt wurde früher weitgehend durch die variablen Ansaugkanäle ausgeglichen. Da die nicht mehr erlaubt sind, müssen die Teams die Außentemperaturen sehr viel akkurater vorhersagen und in die Auslegung der jeweiligen Ansaugtrakte mit einberechnen. Das in den Vorjahren oftmals befürchtete Ansaugen von Sandpartikeln - die sich verheerend auf Kolben, Kolbenringe und Ventile auswirken würden - haben die Teams durch Verwendung spezieller Luftfilter mittlerweile weitgehend im Griff.

Zusätzliche Herausforderung aus technischer Sicht: Durch die Lage des Kurses inmitten der Sanddünen werden Sand und Staub auf die Strecke geweht. Der hiervon verursachte Mangel an Grip verschärft paradoxerweise den Reifenverschleiß. Denn wenn die Reifen weniger Haftung finden, beginnen sie zu rutschen. Dieser Schlupf zwischen Gummi und Asphalt trägt zur inneren Erwärmung der Reifen bei - weit stärker, als wenn sich der Pneu auf rauem, griffigem Asphalt mit der Oberfläche verzahnt.

Die Rennstrecke im Süden der Hauptstadt Manama wurde übrigens vom deutschen Architekten Hermann Tilke entworfen. Zwischen dem offiziellen Baubeginn und dem ersten Grand Prix lagen 16 Monate, die Kosten werden mit knapp 130 Millionen Euro beziffert. Über 3.000 Menschen arbeiteten zu Spitzenzeiten an dem Projekt. 70.000 Kubikmeter Beton und 8.500 Tonnen Stahl wurden verbaut, außerdem 82.000 Reifen und 5.000 Meter FIA-Zaun zur Streckensicherung.

Sitzplätze für 45.000 Zuschauer

Die Anlage ist in ihrer Art einzigartig in der Formel 1. Sie vereint in den Gebäuden und Tribünen hochmoderne Technik mit Stilelementen arabischer Architektur. 45.000 Zuschauer haben Platz, die Haupttribüne bietet 10.000 Plätze. 13.000 Parkplätze stehen zur Verfügung. Es wurde eine zweispurige Zufahrtsstraße zwischen Stadt und Rennstrecke gebaut. Das Pressezentrum ist für 500 Journalisten ausgerüstet. Für die Truppe von 950 freiwilligen Helfern hat sich Bahrain Unterstützung aus Australien, Österreich und Frankreich geholt. Das Spezialtraining für diese Helfer wurde vom australischen Motorsportverband koordiniert.

Der Kurs hat sein Wahrzeichen bereits gefunden: den sich nach unten verjüngenden Sakhir-Tower, der acht Geschosse hoch aus der Wüstenszenerie herausragt. Die oberste Etage beziehen der Scheich und seine Gäste während des Rennens. Zuschauertribünen, Garagenkomplex und VIP-Lounges sowie die Gebäude für die Rennleitung tragen Dachaufsätze, die an die typischen Zelte der Wüstenvölker erinnert.

Die Strecke wird jedoch nicht ausschließlich von der Formel 1 genutzt. Ziel der Veranstalter ist, den Kurs 365 Tage im Jahr in Betrieb zu halten - ein erster Schritt in diese Richtung war die Austragung des GP2-Saisonfinales oder des Formel BMW Weltfinales 2005. Die Anlage bietet sechs Streckenvarianten. Die Längste ist der Grand-Prix-Kurs mit 5,412 Kilometern. Die maximale Steigung beträgt 3,6 Prozent, das maximale Gefälle 5,6 Prozent. Zusätzlich stehen ein Testoval, eine Kart- sowie eine Dragster- und seit 2005 auch eine Offroadstrecke zur Verfügung.

Der Bahrain International Circuit wurde am 17. März 2004 offiziell eröffnet. Bei der Veranstaltung fuhr DTM-Fahrer Jean Alesi mit dem W196R Stromlinie von Juan-Manuel Fangio die erste Runde. Außerdem legte er einige Runden mit dem Mercedes-Benz SLR McLaren zurück.

630.000 Einwohner leben im Königreich Bahrain

Seit rund 8.000 Jahren ist Bahrain vom Meer umgeben. Bis dahin war das heutige Königreich Bestandteil der Arabischen Halbinsel. Das Land besteht aus 36 Inseln mit insgesamt 706 Quadratkilometern Boden, Bahrain, die Hauptinsel, ist 48 Kilometer lang und 16 Kilometer breit. Über 630.000 Einwohner leben unter der Herrschaft von König Hamad bin Isa bin Salman Al-Khalifa.

3.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung wurde das heutige Bahrain erstmals urkundlich erwähnt. Es hieß damals Dilmun und war ein Hafen an der Seehandelsroute nach Asien. Fisch und Perlen waren die wichtigsten Handelsgüter des Landes. 600 vor Christus herrschten hier die Babylonier, später die Griechen. Um 1500, als die Europäer neue Wege nach Asien erkundeten, gehörte Bahrain zum portugiesischen Einflussbereich. Das heutige Herrscherhaus, die Al-Khalifa-Familie, regiert Bahrain seit 1783. Bahrain ist ein seit 1971 vom britischen Protektorat unabhängiges Arabisches Emirat.

Es gibt kein Parteiensystem und keine Wahlen. Der Islam ist Staatsreligion. Annähernd 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime. Davon sind rund 70 Prozent Schiiten und 30 Prozent Sunniten. Insgesamt leben knapp 670.000 Menschen in Bahrain, davon sind 63 Prozent Bahrainis, 19 Prozent Asiaten, zehn Prozent ausländische Araber und acht Prozent Iraner. Die Amtssprache ist Arabisch.

Bahrains Reichtum basiert auf Erdölvorkommen

1932 wurde in Bahrain Öl in einer Menge entdeckt, die eine kommerzielle Nutzung ermöglichte. Das Land war damals der erste Staat am Persischen Golf, der Öl förderte. Heute machen Öl und Ölprodukte 61 Prozent des Exports aus. Da die Ressourcen schwinden, haben die weiterverarbeitende Industrie sowie die reichhaltigen Erdgasvorkommen und das internationale Bankwesen an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. Mit den Einnahmen hat das Land das Bildungswesen und die Gesundheitsversorgung ausgebaut. Seit 1986 ist Bahrain auch wieder mit dem Festland verbunden: durch die 25 Kilometer lange König-Fahad-Brücke nach Saudi-Arabien.

Das Klima ist wüstenhaft trocken mit sehr milden Wintern und heißen Sommern mit hoher Luftfeuchtigkeit. Die Tageshöchsttemperaturen liegen um 35 Grad. Eine Besonderheit ist auch die Lage der Strecke mitten in der Wüste: Gleich bei der Premiere im Jahr 2004 verursachte ein Sandsturm am Sonntagmorgen eine extrem staubige Fahrbahn während des Rennens. Außerdem müssen die Teams spezielle Luftfilter einsetzen, damit kein Sandstaub in die Motoren gelangen kann.

Viele interessante Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt

Dank seiner wechselvollen Geschichte bietet Bahrain eine Reihe interessanter Sehenswürdigkeiten. Das Nationalmuseum in der Hauptstadt Manama zeigt die Entwicklung des Landes von 3000 vor Christus bis heute. Das Bahrain Fort, vor über 500 Jahren für den Kampf gegen die Portugiesen gebaut, wurde restauriert und steht heute allen Besuchern offen.

Bahrain bietet seinen Gästen auch Möglichkeiten, mehr über die islamische Religion zu erfahren. Besichtigungen im Haus des Koran sowie in der Großen Moschee sind allen Besuchern des Landes möglich. Ein Muss beim Shopping in Bahrain ist der arabische Soukh. Gold und Teppiche werden hier traditionell angeboten. Heute kann man hier aber auch elektronische Geräte und andere moderne Konsumgüter kaufen.

In Bahrain gibt es viele Nachtklubs und Diskotheken, sowohl im westlichen wie auch im arabischen Stil. In den meisten Lokalen sind auch alkoholische Getränke erhältlich. Bahrain hat für jeden Geschmack zahlreiche Angebote, von arabischen über europäische bis hin zu vielen asiatischen Restaurants. Alleine das Ritz-Carlton in der Nähe der Rennstrecke bietet neun verschiedene Möglichkeiten. Darüber hinaus lädt das Overlook-Café am Pool zum Entspannen ein - und der Fast-Food-Laden McDonald's ist ein beliebter Treffpunkt der Journalistenmeute.

Bahrain ist also mit Sicherheit eine Reise wert, aber immer mit Vorbehalt: Die findigen Hoteliers in der Region sind auf die Idee gekommen, die Zimmerpreise für das Rennwochenende massiv nach oben zu schrauben, sodass man pro Nacht und Nase mindestens 150 Euro auf den Tisch blättern muss, um einigermaßen komfortabel unterzukommen...

Das sagt David Coulthard über die Strecke:

"Bahrain? Ein Grand Prix in der Wüste - ein bemerkenswerter Schauplatz für eine Rennstrecke, denn es hat überall gelben Sand und Staub, aber ansonsten ist es eine von vielen modernen Anlagen. Von den Menschen in Bahrain werden wir immer toll aufgenommen und der Grand Prix war meistens eine interessante Angelegenheit, finde ich. Die Strecke selbst ist technisch sicher nicht besonders anspruchsvoll, denn es gibt eigentlich nur eine schnelle Kurve. Der Rest besteht aus harten Bremszonen und starken Seitenkräften beim Herausbeschleunigen. Ich schätze, dass die Autos, die auf den anderen Strecken schnell waren, auch hier vorne sein werden. Außerdem ist die Chance auf Regen gleich null, sodass Safety-Car-Phasen sehr unwahrscheinlich sind."

Zeitraffer:

2008:
Schon wieder Felipe Massa: Zwar muss sich der Ferrari-Pilot im Qualifying überraschend Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team) geschlagen geben, doch im Rennen übernimmt er mit einem Raketenstart das Kommando, das er bis zum Schluss nicht mehr abgibt - Massa und Bahrain, das passt einfach! Kimi Räikkönen rundet als Zweiter den totalen Ferrari-Triumph ab, gefolgt von Kubica und Nick Heidfeld im zweiten BMW Sauber F1.08. Nico Rosberg (Williams-Toyota) holt als Achter einen Punkt. Leer geht Lewis Hamilton aus: Der McLaren-Mercedes-Pilot kommt am Start schlecht weg, fährt dann auf Fernando Alonsos Renault aus und spielt an einem verkorksten Nachmittag eigentlich keine Rolle mehr.

2007:
Felipe Massa feiert vom ersten Startplatz aus einen souveränen Sieg. Der Ferrari-Pilot setzt sich mit Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) im Windschatten von Fernando Alonso (McLaren-Mercedes) und Kimi Räikkönen (Ferrari) ab. Massa gerät trotz einer frühen Safety-Car-Phase nie in Gefahr, auch nicht, als Hamilton am Ende einige schnelle Runden in den Asphalt brennt. Räikkönen schiebt sich indes an Alonso vorbei - und der spanische Titelverteidiger wird seinerseits mit einem tollen Überholmanöver auch noch von Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) überholt. Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team), Jarno Trulli (Toyota) und Giancarlo Fisichella (Renault) runden die Punkteränge ab.

2006:
Bereits zum Saisonauftakt wird deutlich, in welche Richtung sich der Wettbewerb 2006 entwickeln wird. Fernando Alonso gewinnt im Renault knapp vor Michael Schumacher im Ferrari, der von der Pole-Position aus startet. Mit etwas Abstand folgt Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) auf Rang drei. Jenson Button (Honda) wird Vierter vor Juan Pablo Montoya (McLaren-Mercedes). Williams feiert einen guten Auftakt: Mark Webber landet auf Rang sechs, Nico Rosberg wird Siebenter und fährt in seinem ersten Formel-1-Rennen gleich die schnellste Rennrunde. Der letzte WM-Punkt geht an Christian Klien im Red-Bull-Ferrari.

2005:
Bei 42 Grad Luft- und 55 Grad Asphalttemperatur beginnt das Rennen, bei dem Christian Klien (Red-Bull-Cosworth) noch vor der Aufwärmrunde auf seinem siebenten Startplatz stehen bleibt. Zunächst setzen sich Polesetter Fernando Alonso (Renault) und Michael Schumacher, der erstmals mit dem neuen Ferrari F2005 unterwegs ist, sowie Jarno Trulli (Toyota) vom Rest des Feldes ab. Schumacher scheidet dann nach starker Vorstellung mit Hydraulikschaden aus, womit Alonso und Trulli ungefährdet ihre Positionen nach Hause fahren können, doch dahinter gibt es immer wieder sehenswerte Manöver: Pedro de la Rosa, McLaren-Mercedes-Ersatzmann für Juan Pablo Montoya, fightet gleich mehrere Konkurrenten beherzt nieder, fährt die schnellste Runde des Nachmittags und wird dafür mit Platz fünf belohnt. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen fährt als Dritter über die Start- und Ziellinie, Ralf Schumacher rundet als Vierter ein Traumresultat für Toyota ab.

2004:
Michael Schumacher und Rubens Barrichello setzen sich von Anfang an von den Verfolgern ab und fahren einen nie gefährdeten Ferrari-Doppelsieg sicher ins Ziel. Mit fast einer halben Minute Rückstand wird Jenson Button vor Jarno Trulli (Renault) als Dritter abgewinkt. Mann des Tages ist aber Buttons BAR-Honda-Teamkollege Takuma Sato, der gegen David Coulthard (McLaren-Mercedes) das Überholmanöver des Rennens liefert und am Ende mit Platz fünf für seine beherzte Vorstellung belohnt wird. Trotz des turbulenten Rennverlaufs sehen 17 von 20 gestarteten Piloten die Zielflagge. Verlierer des Wochenendes ist McLaren-Mercedes: Kimi Räikkönen und Coulthard müssen jeweils mit Motorschaden vorzeitig aufgeben.

Fotoquelle: BIC

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