Die FIA könnte ihren Beschluss hinsichtlich der Budgetobergrenze aufweichen

Formel 1 2009

— 22.04.2009

Budgetobergrenze: FIA doch kompromissbereit?

Die FIA bittet die Teams in Sachen Budgetobergrenze um ihre Meinung und kündigt bereits für 2010 drei neue Rennställe an

Bei der Sitzung am 17. März hat der FIA-Weltrat einen umstrittenen Beschluss für 2010 gefasst, der die Einführung von zwei Parallelreglements vorsieht: Wer sich an eine Budgetobergrenze von 30 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 34 Millionen Euro) hält, für den werden die Regeln in manchen Bereichen aufgelockert, während sich diejenigen, die weiterhin unbegrenzt Geld ausgeben wollen, an strengere Regeln halten müssen.

Wie wir in den vergangenen Wochen ausführlich berichtet haben, stößt dieser Vorschlag bei den bestehenden Teams auf wenig Gegenliebe. Denn innerhalb der FOTA gibt es zwar grundsätzlich Bereitschaft, sich auf eine Budgetobergrenze einzulassen, doch die Idee von einer Zweiklassengesellschaft mit unterschiedlichen Reglements kommt nicht gerade gut an. Auch die Summe von 30 Millionen Pfund erachten die meisten Teams als unrealistisch.

Doch wie 'Motorsport-Total.com' erfahren hat, könnte die FIA vom Beschluss des Weltrats abweichen, um die Budgetobergrenze mehr Teams schmackhaft zu machen. Der Automobilweltverband hat nämlich festgestellt, dass sich in einem vernünftigen finanziellen Rahmen mehrere neue Teams für die Formel 1 interessieren würden - siehe Anderson/Windsor mit ihrem US-Projekt, siehe Lola, siehe das Campos-GP2-Team, in das sich der steinreiche Geschäftsmann Alejandro Agag eingekauft hat, siehe die ART-Operation von Nicolas Todt.

Offenbar gibt es noch weitere Interessenten, die sich einen Formel-1-Einstieg theoretisch vorstellen könnten, aber wie man hört, will die FIA für nächste Saison maximal drei Neueinsteiger zulassen. Genau aus diesem Grund habe man die Budgetobergrenze beschlossen, heißt es in gut informierten Kreisen. Aber die FIA möchte natürlich auch bestehende Teams für die Budgetobergrenze begeistern, um der ganzen Sache mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Das wird mit 30 Millionen Pfund nicht funktionieren, denn selbst Force India gibt pro Jahr kolportierte 80 Millionen Euro für die Formel 1 aus. Also soll bis zur nächsten Sitzung des Weltrats am 29. April Feedback von Ferrari, Brawn und Co. eingeholt werden, welche Budgetobergrenze aus ihrer Sicht realistisch wäre. Dieses Feedback möchte die FIA in ihre Überlegungen einfließen lassen, um die derzeit im Raum stehenden 30 Millionen Pfund eventuell nachträglich nach oben zu korrigieren.

Die Frage ist freilich, ob den FOTA-Teams eine Erhöhung der Budgetobergrenze (von der Fahrergehälter und Marketingausgaben übrigens nicht betroffen wären) alleine schon reicht, um sich erweichen zu lassen, schließlich war ihnen bisher vor allem das Parallelreglement ein Dorn im Auge. Doch dass die FIA in dieser Frage plötzlich den Dialog sucht, obwohl ihr Weltrat die Budgetobergrenze längst beschlossen hat, beweist, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist...

Fotoquelle: xpb.cc

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