Nick Heidfeld erwartet in Bahrain erneut ein schwieriges Wochenende

Formel 1 2009

— 23.04.2009

Heidfeld: "Es wird ein mühevoller Weg"

Nick Heidfeld erwartet in Bahrain kaum Fortschritte und kritisierte das langsame Entwicklungstempo im BMW Sauber F1 Team

Nach drei Rennen der neuen Saison hat das BMW Sauber F1 Team gerade einmal vier Zähler auf dem Konto. Für einen selbsternannten Titelkandidaten ist dies natürlich viel zu wenig. Der Abstand zu Brawn in der Kontrukteurswertung beträgt bereits jetzt satte 32 Punkte. Nick Heidfeld erwartet beim kommenden Rennwochenende in Bahrain kaum Besserung. Man hoffe auf ein großes Update in Barcelona, erklärte der Mönchengladbacher am Donnerstag vor versammelter Presse.

Frage: "Nick, ihr habt im Winter als eines der wenigen Teams hier getestet. Wird das ein großer Vorteil sein?"
Nick Heidfeld: "Nein. Ich hoffe natürlich, dass wir Profit daraus schlagen können, aber ich bin sicher, dass es höchstens ein kleiner Vorteil sein kann. Wir haben nach dem Bahrain-Test noch drei weitere Tests gehabt und werden sicherlich nicht mit dem gleichen Setup hier beginnen wie im Winter. Wir haben seither sehr viel gelernt. Wenn überhaupt, dann kann das nur ein ganz kleiner Vorteil sein."

Hoffen auf das große Update in Barcelona

Frage: "Erwartest du also eine ähnliche Leistung wie am vergangenen Wochenende?"
Heidfeld: "Ich finde, dass unsere Performance in den vergangenen drei Rennen schrittweise immer schlechter geworden ist. Das liegt vermutlich daran, dass die anderen Teams neue Teile gebracht haben und wir nicht. Weil wir auch hier keine großartigen Veränderungen haben, rechne ich auch hier mit einem ähnlichen Bild. Es hängt wirklich nur davon ab, ob die anderen wieder Updates haben oder nicht."

"Im Vergleich zu China wird es aber kaum ein Unterschied sein. Vor Schanghai haben zum Beispiel McLaren-Mercedes und Renault schon neue Teile bekommen. Es wird also wahrscheinlich nur die Frage sein, ob die Autos besser zu dieser Strecke passen oder nicht. Man muss alles sehr gut zusammenbekommen, denn die Abstände im Mittelfeld sind sehr knapp. Leider stecken wir mittendrin."

Frage: "Hast du Angst, ihr könntest an diesem Wochenende einen weiteren Schritt nach hinten machen?"
Heidfeld: "Nein, weil die anderen wohl kaum schon wieder Updates haben werden. Wenn doch, dann kann es natürlich passieren."

Frage: "Also hoffst du auf Spanien. Wird es dort ein neues Paket geben?"
Heidfeld: "Ja, definitiv. Das wird ein spürbarer Schritt sein, vor allem bei den engen Abständen im Mittelfeld. Auf der anderen Seite werden natürlich alle in Barcelona Neuigkeiten am Wagen haben. Die Frage ist dann eben, wie groß die jeweiligen Schritte sind."

Frage: "Macht dir der große Punkteabstand schon jetzt Sorgen?"
Heidfeld: "Ab Barcelona wird es ein mühevoller Weg. Hoffentlich wird unser Auto dann besser sein und wir können dann etwas auf die anderen aufholen. Der Vorsprung von Brawn und Red Bull ist schon recht deutlich. Nur ein großer Schritt kann uns näher an sie heranbringen und wir können dann eventuell an der Spitze des Mittelfeldes fahren. Ich bin aber nicht sicher, ob uns das gelingt. Ich bezweifle, dass wir zur Spitze vorstoßen können, denn die entwickeln ja ebenfalls weiter. Wenn wir dann schon vier Rennen hinter uns haben, liegt bereits ein deutlicher Prozentsatz der gesamten Saison hinter uns."

In Bahrain wird mit KERS gefahren

Frage: "Ist das BWM Sauber F1 Team also aus dem Spiel?"
Heidfeld: "Das kann man nicht sagen. Natürlich kämpfen wir weiter und alles kann passieren. Das wir ganz nach vorn kommen wird immer unwahrscheinlicher, aber ausschließen kann man es nicht."

Frage: "Hattest du einen solch schlechten Saisonstart erwartet?"
Heidfeld: "Da fällt mir die Antwort etwas schwer. Ich will es mal versuchen: Wir hatten nicht genug Updates, kein einziges Neuteil in den ersten Rennen. Beim Wintertest waren wir mit unserem Speed zufrieden. Aber man weiß nie, wer wieviel Benzin fährt. Aber man analysiert die Rundenzeiten und Daten und wir dachten daher, in einer guten Position zu sein. Aber dann fehlte es uns an Entwicklung."

Frage: "Warum?"
Heidfeld: "Das ist noch schwieriger zu beantworten. Das analysieren und diskutieren wir intern, nicht in der Öffentlichkeit."

Frage: "Wie enttäuschend ist es, wenn man bei den Tests gut ist und bei den Rennen dann nicht mehr?"
Heidfeld: "Es ist hart, ändert aber nichts an der Arbeitsweise. Das Ziel bleibt das gleiche: Wir wollen um den Titel kämpfen. Es bringt nichts, jetzt zu heulen oder zu lamentieren. Wir müssen den Kopf hochnehmen und das Maximum herausholen."

Frage: "Wirst du an diesem Wochenende mit KERS fahren?"
Heidfeld: "Ja, es ist für dieses Wochenende geplant. Wir haben bei den Tests hier gute Erfahrungen damit gemacht. Es fällt uns also leichter, zu beurteilen, ob es hier etwas bringt oder nicht."

Frage: "Wie würdest du die Vor- und Nachteile von KERS beschreiben?"
Heidfeld: "Nach drei Rennen kann man sagen, dass es längst nicht so klar und eindeutig ist, wie man vor der Saison gedacht hätte. Einige Teams haben es aus Gründen der Performance wieder ausgebaut. In unserem Team fahre ich damit, Robert nicht. Ferrari will es aus Sicherheitsgründen nicht. Ich denke, dass macht schnell klar, dass es nicht so einfach ist, die Vor- und Nachteile des Systems abzuwägen."

Heidfeld könnte sich einen Rekord schnappen

Frage: "Hast du Einfluss auf die Entscheidung, ob du mit KERS fährst?"
Heidfeld: "Ja, natürlich habe ich da ein Mitspracherecht. Ich habe aber das Gefühl, dass man es in China lieber hätte lassen sollen. Man muss alle Erfahrungen, Daten und auch meine Empfindungen mit in die Entscheidung einfließen lassen. Das Team hat dann entschieden, dass wir damit fahren. So funktioniert das."

Frage: "Werden die Vorteile auf dieser Strecke größer sein?"
Heidfeld: "Ich denke schon. Beim Test lief es ganz gut. Bei den anderen Rennen hatten wir es nie zuvor auf der jeweiligen Strecke ausprobiert, sondern konnten erst am Freitag einen Eindruck bekommen. Man muss eine gute Balance ins Auto bekommen und dann herausfinden, ob man besser mit oder ohne KERS fährt. Das ist nicht immer ganz einfach. Hier in Bahrain sollten wir etwas leichter die richtige Entscheidung treffen können."

Frage: "Glaubst du, dass die Entwicklung des Systems die Zeit und das viele Geld wert war?"
Heidfeld: "Ich glaube, dass es mit der Zeit ein immer größerer Vorteil werden wird. Die Frage ist, wie schnell das so kommen wird und das kann man eben noch nicht abschätzen. Es geht nicht nur um den Extraschub, sondern auch um Balance, Schwerpunkt und andere Dinge am Auto. Es hat Potenzial, aber es ist im Umgang schwieriger als erwartet. Als ich zu Anfang KERS hörte, dachte ich: 'Okay, man baut es ins Auto und wenn es aufgeladen ist, holt man sich den Extraschub. Das ist es. Damit sollte man schneller sein'. Aber so einfach ist es nicht."

Frage: "Wie wichtig ist dir der Rekord von 24 Zielankünften in Folge?"
Heidfeld: "Es ist ein Rekord, also besser als nichts. Ich glaube ich liege bei 23 oder 24. Michael Schumacher hat eine mehr als ich. Ich liege also bei 23 und hoffentlich kann ich ins Ziel kommen und Nummer 24 folgen lassen. Das wäre ein schöner Rekord. Ich mag solche Statistiken und mir gefällt das. Michael hat sich nie besonders darum geschert, aber er hat ja auch alle Rekorde. Mir würde das schon zusagen. Aber natürlich wäre mir ein erster Rennsieg viel lieber."

Fotoquelle: xpb.cc

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