Wettlächeln nach der Session: Zwei Deutsche unter den Top 3 des Qualifyings

Formel 1 2009

— 25.04.2009

Nichts ist unmöglich: Toyota-Doppelpole in Bahrain!

Jarno Trulli und Timo Glock bescherten Toyota im Qualifying in Bahrain eine Sternstunde - Sebastian Vettel noch vor Jenson Button Dritter

Toyota bläst zur Operation "Desert Storm": Mit einer sensationellen Performance sicherte sich der japanische Werksrennstall mit Sitz in Köln heute in der Sakhir-Wüste bei Manama die erste Startreihe für den morgigen Grand Prix von Bahrain. Für Toyota ist das der bisher wahrscheinlich größte Erfolg seit Beginn des milliardenschweren Formel-1-Engagements im Jahr 2002.

Vor allem Superqualifyer Jarno Trulli darf sich als großer Sieger fühlen, denn der Italiener hatte im Pole-Position-Finale mehr Benzin an Bord als sein Teamkollege Timo Glock, war aber im letzten und entscheidenden Run dennoch um 0,281 Sekunden schneller! Selbst wenn Toyota wie vermutet auf einer Dreistoppstrategie oder zumindest auf einem kurzen ersten Rennstint unterwegs sein sollte, ist Trulli nun einer der Topfavoriten auf den Sieg.

Glock: Keine Chance gegen Trulli

Glock lag wenige Sekunden vor Ablauf der finalen zehn Minuten noch in Führung, hatte aber unterm Strich im internen Stallduell keine Chance: "Ich war nicht so schnell wie Jarno - er ist einfach ein sensationeller Qualifyer." Dafür lieferte der zweitbeste Deutsche, Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault), nach seinem Sieg in Schanghai wieder eine exzellente Leistung ab, indem er seinen RB5 auf dem guten dritten Startplatz parkte.

Vettel fehlte mehr als eine halbe Sekunde auf die Pole-Position, setzte sich aber an die Spitze des Verfolgerpakets mit Jenson Button (Brawn-Mercedes/+ 0,613), Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/+ 0,765) und Rubens Barrichello (Brawn-Mercedes/+ 0,808). Das Brawn-Team, das schon das ganze Wochenende nicht so konkurrenzfähig wirkte wie bei den ersten beiden Saisonrennen, scheint also den Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren zu haben.

Dafür geht es bei den Werks-Silberpfeilen endlich aufwärts: Weltmeister Hamilton fuhr vor allem im ersten Sektor immer wieder überragende Zwischenzeiten und sicherte sich als Fünfter das bisher beste Samstagsergebnis in dieser Saison, während Heikki Kovalainen (11.) über sein Ausscheiden in Q2 nicht allzu erfreut sein dürfte. Dem finnischen Hamilton-Stallgefährten fehlten nur 76 Tausendstelsekunden auf den Top-10-Cut.

Ferrari leicht verbessert

Fernando Alonso (7./Renault/+ 1,147), Felipe Massa (Ferrari/+ 1,387), Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 1,703) und Kimi Räikkönen (Ferrari/+ 1,949) hatten mit der Vergabe der Pole-Position nichts zu tun, doch speziell Ferrari machte nach dem "schwarzen Freitag" im Hinblick auf das Rennen noch das Beste aus den Möglichkeiten des F60. Auch Alonso bewies wieder einmal, dass er im entscheidenden Moment das Maximum aus seinem Auto herausholen kann.

Besonders spannend machte es heute Rosberg, denn der Deutsche war von der Freitagsform weit entfernt und rutschte in Q1 und Q2 jeweils als Letzter noch in die nächste Runde. In Q1 eliminierte er auf diese Weise ausgerechnet seinen Landsmann Adrian Sutil (Force-India-Mercedes) um die Kleinigkeit von fünf Hundertstelsekunden. In Q2 hatte Kovalainen knapp das Nachsehen, doch in Q3 spielte der Williams-Toyota mit Doppeldiffusor keine Rolle mehr.

Das BMW Sauber F1 Team wird morgen von den Positionen 13 (Robert Kubica) und 14 (Nick Heidfeld) in den Grand Prix von Bahrain starten. Abstand zwischen den beiden KERS-Fahrern: 75 Tausendstelsekunden. Kubica zog anschließend ein langes Gesicht - und wunderte sich auch darüber, wie sich in Q2 Benzin an seinem F1.09 entzünden konnte. Doch die Flammen gingen sofort wieder aus und stellten für die Boxencrew keine Gefahr dar.

Prominentes Opfer in Q1

Bereits in Q1 hatte es mit Mark Webber (Red-Bull-Renault) einen der heißen Mitfavoriten auf ein Topergebnis erwischt, doch der Australier konnte dafür nichts: Beim Anbremsen der letzten Kurve wurde er von Sutil aufgehalten, der - im guten Willen - nach rechts zog, um Platz zu machen. Webber selbst wechselte ebenfalls die Spur und musste seine entscheidende Runde abbrechen - ein bitteres Missverständnis, das ihn auf Startplatz 19 zurückwarf.

Generell muss sich Sutil auf ein mögliches Nachspiel einstellen, denn neben Webber beklagte sich auch Alonso über den jungen Deutschen. Alonso wiederum machte seinen Renningenieur via Funk auf Kubica aufmerksam, der ihn noch viel schlimmer aufgehalten haben soll. Aber ganz egal, was die Rennkommissare auch entscheiden werden: Webber wird morgen von weit hinten losfahren müssen, während Vettel in der zweiten Reihe steht.

Was der Ausgang des heißesten Qualifyings des Jahres (38 Grad) für das Rennen zu bedeuten hat, ist noch nicht hundertprozentig klar. Toyota scheint derzeit am besten aufgestellt zu sein, aber Vettel mit seinem konventionellen Diffusor ist wieder einer der Favoriten auf den Sieg. Ganz schwer einzuschätzen ist jedoch das Brawn-Team, das bisher an diesem Wochenende noch keine einzige Bestzeit gesetzt hat.

Fotoquelle: xpb.cc

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