Wie lange kann das Brawn-Team der Konkurrenz noch den Auspuff zeigen?

Formel 1 2009

— 27.04.2009

Motorenkühlung bereitet Brawn Kopfzerbrechen

Jenson Button hat den Grand Prix von Bahrain zwar gewonnen, hatte aber Probleme mit der Kühlung des Motors - Teamchef Ross Brawn optimistisch

Jenson Buttons Sieg beim Grand Prix von Bahrain sah von außen betrachtet aus wie eine Spazierfahrt, doch das war es keineswegs: Vielmehr wurde dem WM-Leader im wahrsten Sinne des Wortes heiß unterm Hintern, weil sein Mercedes-Motor bei bis zu 37 Grad Lufttemperatur wie schon im Qualifying stark überhitzte.

"Weil wir das ganze Paket erst in letzter Minute zusammengestellt haben, haben wir die Wasserkühlung ein bisschen unterschätzt", erklärte Teamchef Ross Brawn. Das hat nicht direkt mit dem Motor an sich, sondern vielmehr mit der Konfiguration des BGP 001 zu tun - und mit den extrem kleinen Kühlöffnungen, die aerodynamische Vorteile bringen und an weniger heißen Orten als Bahrain einen Wettbewerbsvorteil darstellen.

Brawn muss gegen das Kühlproblem etwas unternehmen: "Im normalen Europaklima wird das kein Thema sein", sagte er, "aber es wird einige Rennen geben wie Ungarn oder Abu Dhabi am Jahresende, wo es Probleme geben könnte. Also müssen wir etwas dagegen tun, denn sobald der Motor zu heiß läuft, kostet das Leistung." Button musste gestern angeblich um bis zu 1.000 Umdrehungen pro Minute tiefer fahren als sonst.

Generell war es für den Briten nach dem beeindruckenden Solo in Australien und Malaysia der vielleicht schwierigste Sieg in dieser Saison: "Das war nicht einfach, keine gegessene Sache", so Brawn. "Australien war vielleicht ein Rennen, das wir nur wegwerfen hätten können, aber das hier mussten wir gewinnen." Positiver Nebeneffekt: Button hat in der Fahrer-WM nun schon 13 Punkte Vorsprung auf Verfolger Sebastian Vettel.

"Du musst deine Chancen maximieren, solange die gesamte Gruppe starke Leistungen abliefert", betonte Brawn. "Das bedeutet aber auch, dann Punkte mitzunehmen, wenn man nicht ganz auf der Höhe ist, wie es in China der Fall war. Dort waren wir nicht die Schnellsten, aber das Ergebnis war wichtig, denn diese Punkte könnten am Saisonende entscheidend sein. Du musst zuschlagen, wenn du die Waffen dafür hast."

Brawn spielt damit auf die erwartete Aufholjagd der Topteams an, die angekündigt haben, in Spanien mit massiven Updates kontern zu wollen. Allerdings befinden sich auch in Brackley erste Neuerungen für diese Saison in der Pipeline. Selbst wenn Ferrari und Co. bald aufschließen sollten und wieder siegfähig werden, kann Button eine Zeit lang von seinem in Übersee erarbeiteten Punktevorsprung zehren.

Aber das Team will auch selbst nachlegen, um im WM-Kampf am Ball zu bleiben: "Ich glaube, wir können das", teilte Brawn selbstbewusst mit, "aber ich denke nicht daran. Wir wollen in erster Linie Rennen gewinnen. Wir haben eine großartige Fahrerpaarung und wir hatten eine schmerzhafte Umstrukturierung der Firma zu bewältigen, die nun hinter uns liegt. Alle können sehen, was möglich ist. Ich bin optimistisch. Es liegt an uns."

Fotoquelle: xpb.cc

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