Die FIA wird heute wichtige Maßnahmen für 2010 beschließen

Formel 1 2009

— 29.04.2009

Sensation: Kommt der Allradantrieb?

Die FIA plant im Zuge der Budgetlimitierungen anscheinend sensationelle Freiheiten für die Teams: Allradantrieb, mehr KERS-Leistung, kein Testverbot

Wenn sich heute der FIA-Weltrat in Paris trifft, wird nicht nur über die Lügenaffäre um Lewis Hamilton diskutiert, sondern es werden nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' voraussichtlich neue Regeln für 2010 verabschiedet, die den Sport deutlich verändern könnten. Die Mitglieder des Weltrates sollen über das geplante Budgetlimit entscheiden und eine entsprechende Höchstsumme festlegen.

Von den anfangs geplanten 30 Millionen Pfund (rund 34 Millionen Euro) ist Max Mosely mittlerweile abgerückt. Vermutlich wird man sich für 2010 auf etwa die doppelte Summe einigen. Selbst bei einem Limit jenseits der 50-Millionen-Euro-Marke scheint das Interesse potenzieller Neueinsteiger groß zu sein. Die FIA will angeblich Druck machen und die Einschreibung für die kommende Saison nur vom 22. bis 29. Mai zulassen. Maximal 26 Autos werden im kommenden Jahr an der Formel 1 teilnehmen.

Neueinsteigern und allen bisherigen Formel-1-Teams soll die Budgetobergrenze mit technischen Freiheiten schmackhaft gemacht werden. Im Zuge dessen bahnen sich voraussichtlich sensationelle Möglichkeiten an. Mosley will die Testbeschränkung für jene Teams komplett aufheben, die sich der Kostengrenze unterwerfen. Außerdem sollen jene Mannschaften auch mit Windkanalmodellen von über 60 Prozent Größe arbeiten dürfen. Auch die Luftstromgeschwindigkeit im Windkanal wird nicht begrenzt sein (derzeit für alle Teams bei maximal 50 Meter pro Sekunde).

Budgetgrenze: Entdecke die Möglichkeiten

Auf technischer Seite an den Boliden könnten sich ganz neue Möglichkeiten eröffnen. So plant man angeblich, dass die Budgetlimit-Teams über eine freie Anzahl an Motoren und Getrieben verfügen dürfen, das Drehzahllimit wird wohl komplett abgeschafft. Auch die Antriebsachse ist dann voraussichtlich nicht mehr vorgegeben. Rein theoretisch wäre ein Allradantrieb möglich. Die Flügel dürfen aus dem Cockpit um bis zu 10 Grad verstellt werden, außerdem wird die KERS-Leistung verdoppelt: 800 Kilojoule dürfen gespeichert, 120 kW Extraschub freigesetzt werden.

Allrad in der Formel 1 wäre keine ganz neue Idee. Porsche brachte 1947 bereits ein entsprechendes Auto auf die Strecke, später versuchten es in den 1960er-Jahren unter anderem auch Cosworth und McLaren. Doch all diese Bemühungen waren von keinem Erfolg gekrönt. Die Frage ist ohnehin, wie eine solch kostspielige Entwicklung unter den Zwängen der Kostendeckelung finanziert werden sollte. Die Teams könnten es höchstens noch in diesem Jahr zur Rennreife bringen, denn die FIA schaut erst ab 2010 genau auf die Ausgaben.

Auch die Rahmenbedingungen einer solchen Budgetobergrenze sind interessant. Die Bereiche Marketing und Fahrergehälter zählen nicht zum Topf, der den Teams jährlich maximal zur Verfügung stehen wird. Es heißt, dass auch mögliche FIA-Strafen nicht aus dem begrenzten Budget beglichen werden müssten. Die Einhaltung aller Vorgaben der Kostendeckelung soll anscheinend von einer speziellen Kommission der FIA genau beobachtet werden.

Ecclestone bietet neuen Teams Geld und Hilfe

Auch Bernie Ecclestone will den mögichen neuen Teams ein Bonbon bieten. Jenen Rennställen, die sich der neuen Budgetobergrenze freiwillig unterwerfen, will der Formel-1-Boss jährlich 10 Millionen Dollar aus Vermarktungs-Geldern zukommen lassen. Außerdem bietet er den kostenlosen Transport von zwei Chassis und 10 Tonnen Material zu den Rennen außerhalb Europas an - 20 Economy-Class-Tickets für Teammitglieder inklusive.

Allerdings verlangt Ecclestone im Gegenzug Garantien. So müssen sich die entsprechenden Teams ab 2010 für mindestens fünf Jahre zur Teilnahme an der Formel 1 bekennen. Die Teammitglieder müssen für Interviews und sonstige Medienevents zur Verfügung stehen. Ganz wichtig: Ecclestone besteht darauf, dass es sich bei den Teams um Konstrukteure handelt, die ein eigenes Chassis auf die Räder stellen.

Der FIA-Weltrat wird allerdings heute auch ein Regelwerk verabschieden, welches für alle Teams gilt - sprich: auch für jene Teams, die sich nicht an die Budgetdeckelung halten möchten. So sollen die ursprünglichen Pläne zum Verbot von Reifenwärmern und Nachtanken tatsächlich zum kommenden Jahr umgesetzt werden. Das ist nicht neu. Neu ist aber: Das Mindestgewicht soll von derzeit 605 auf dann 620 Kilogramm angehoben werden. Viele Mannschaften hatten angesichts des Zusatztgewichts durch KERS eine solche Lösung gefordert.

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Formel 1 Themen

News

Rosberg-Rücktritt & Co.: Der Freitag in der Chronologie

News

Formel-1-Titel, die nicht verteidigt wurden

News

Formel-1-Live-Ticker: Droht Hamilton eine Suspendierung?

News

Wonneproppen bis Weltmeister: Nico Rosberg

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.