Sam Michael sieht dem Entwicklungswettlauf mit Spannung entgegen

Formel 1 2009

— 30.04.2009

Michael: "Es ist frustrierend"

Für Williams-Technikdirektor Sam Michael war der Saisonstart eine Serie von verpassten Chancen: KERS kommt schnellstmöglich

Unglaublich, aber wahr: Williams hat im bisherigen Verlauf der Saison mehr Bestzeiten in offiziellen Sessions markiert als Punkte gesammelt. Immer wieder zeigte Nico Rosberg das Potenzial des neuen FW31 in den Freien Trainings, doch stehen bislang gerade einmal 3,5 Zähler zu Buche. Kazuki Nakajima ging bisher immer leer aus. Williams-Technikchef Sam Michael zieht nach vier Renen daher eine gemischte Bilanz.

Frage: "Sam, hat der FW31 die hohen Erwartungen der Winterests bisher erfüllen können?"
Michael: "Er war in den ersten vier Rennen sehr schnell, aber wir haben nicht die entsprechenden Punkte sammeln können. Das ist sehr frustrierend. Unsere Konkurrenten holen mit großen Schritten auf und es wird schwierig, unseren Vorsprung über das gesamte Jahr zu halten. Aber das ist nun einmal unser Job, wir müssen weiter pushen."

Frage: "Welche Probleme haben euch von den Punkten abgehalten?"
Michael: "Wir haben ein paar Fehler gemacht. In Australien hatten wir Probleme mit einer Radmutter. Das hat Nico rund zehn Sekunden gekostet. In Malaysia haben wir nicht zur richtigen Zeit auf Intermediates gesetzt und in China haben wir eine falsche Strategie gehabt, als wir Nico in der ersten Safety-Car.Phase hereinholten."

Frage: "Hat die Diskussion um Doppeldiffusiren aus deiner Sicht die ersten Rennen überschattet?"
Michael: "Wir mussten vor dem Berufungsgericht unsere Sicht der Dinge darlegen. Das hat uns etwas zusätzliche Arbeit gemacht, uns aber nicht vom eigentlichen Job abgehalten. Ich hatte aus technsicher Sicht nie einen Zweifel daran, dass diese Geschichte so entschieden würde. Aber wenn es vor das Berufungsgericht geht, dann kannst du dir nie zu 100 Prozent sicher sein. Aber letztlich hat die FIA unseren Diffusor für legal erklärt."

KERS wird zunehmend wichtiger

Frage: "Wie spannend ist der Entwicklungswettlauf in diesem Jahr?"
Michael: "Der ist großartig. Allerdings ist die Entwicklung am Auto wegen der Regeln in vielen Bereichen eingeschränkt. Die Verbesserungsmöglichkeiten liegen eher in wenigen Teilbereichen. Konsequenz ist, dass das Feld enger zusammenrückt. In Bahrain wurden die 20 Autos nur noch durch 1,3 Sekunden getrennt."

Frage: "Welche Rolle wird KERS in den kommenden Rennen spielen?"
Michael: "Wenn die Entwicklungsschritte kleiner werden, wird KERS eine immer größere Rolle einnehmen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, es so schnell wie möglich in den FW31 zu bekommen. Ich kann aber noch nicht sagen, wann es soweit sein wird. Sobald es fertig ist, wird es ins Auto gebaut."

Frage: "Tut es der Formel 1 gut, in diesem Jahr einmal andere Teams siegen zu sehen?"
Michael: "Ja, ich finde schon. Die Rennen waren bisher richtig toll und mit Brawn und Red Bull haben wir endlich einmal andere Gesichter im Vordergrund gehabt. In der Formel 1 geht es darum, dass das Team technisch gute Arbeit abliefert und der Fahrer gut fährt. Es ist ein offener Wettbewerb. Derjenige, der dabei den besten Job macht, hat den Sieg am Ende auch verdient."

Frage: "Bist du mit den Leistungen von Nico und Kazuki in diesem Jahr zufrieden?"
Michael: "Sie machen jeweils ihren bestmöglichen Job. Jeder Pilot steigert sich von Jahr zu Jahr, vor allem wenn man wie Nico und Kazuki erst wenig über 20 Jahre alt ist. Sie werden besser und besser. Vieles hängt einfach nur noch von Erfahrung ab."

Fotoquelle: xpb.cc

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