Frank Williams ist für eine Budgetgrenze, aber nicht in der beschlossenen Form

Formel 1 2009

— 30.04.2009

Parallelreglement ist den Teams ein Dorn im Auge

Die von der FIA beschlossene Budgetobergrenze samt Parallelreglement ist den Teams ein Dorn im Auge - Statements von Williams und McLaren

Der bereits am 17. März abgesegnete und diese Woche noch einmal bestätigte Beschluss des FIA-Weltrats, 2010 eine freiwillige Budgetobergrenze einzuführen, kommt zwar bei potenziellen Formel-1-Neueinsteigern gut an, nicht aber bei den bestehenden Teams. Die haben angesichts der zwei unterschiedlichen Reglements, die damit gelten würden, enorme Bedenken.

Denn wer pro Jahr maximal 40 Millionen Pfund (umgerechnet 44,5 Millionen Euro) ausgibt, der bekommt laut Reglement im Vergleich zu den wie bisher haushaltenden Teams zahlreiche Freiheiten eingeräumt. Diese sind: kein Testverbot, Windkanalsimulationen mit Modellen auch über 60 Prozent, freie Motoren- und Getriebeanzahl, kein Drehzahllimit, um zehn statt sechs Grad verstellbarer Frontflügel, frei verstellbarer Heckflügel, doppelte KERS-Leistung und Allradantrieb.

Die Sache mit den zwei Reglements

Unterm Strich bedeutet das, dass jene Teams, die weiterhin viel Geld für die Entwicklung ausgeben, paradoxerweise bei weitem nicht so viele Entwicklungsmöglichkeiten haben wie die vom Budget auf 44,5 Millionen Euro limitierten Teams. Doch was die Teamvereinigung FOTA noch viel mehr stört: De facto gelten damit zwei unterschiedliche Reglements, auch wenn diese rein formal gesehen natürlich in ein Dokument eingearbeitet sind.

Frank Williams unterstützt grundsätzlich die Idee einer Budgetobergrenze, aber mit Einschränkungen: "Wir würden gerne sehen, dass alle Teams 2010 unter einem Reglement und einer Budgetobergrenze operieren. Diese Position werden wir auch beim FOTA-Treffen nächste Woche befürworten." Dem Briten ist bewusst, dass es schwierig wird, innerhalb der FOTA einen gemeinsamen Nenner zu finden, aber er erwartet ein "einheitliches und konstruktives" Vorgehen der Teamvereinigung.

Ähnlich das Statement von McLaren: Teamchef Martin Whitmarsh lobt demonstrativ die "exzellente Arbeit der FIA" in Sachen Kostensenkung, betont aber: "Wir glauben, dass die optimale Lösung - die eine Budgetobergrenze beinhalten kann, aber kein Parallelreglement beinhalten sollte - am ehesten durch besonnene Verhandlungen zwischen allen Betroffenen erreicht werden kann." Auch die Silberpfeile lehnen den FIA-Beschluss also ab.

Knappes Statement der FIA

Die Antwort der FIA hinsichtlich der Bedenken der Teams ist kurz und knapp: "Es gibt nur ein Technisches Reglement. Wie immer haben alle Teams die Wahl, wie sie die Meisterschaft angehen wollen." Seitens der FOTA ist zu erwarten, dass man sich am 6. Mai in London mit diesem Statement nicht zufrieden geben wird. Es droht also wieder einmal ein Machtkampf zwischen Mosley, der eine Sache will, und den Teams, die etwas anderes wollen.

Diese Situation ist langjährigen Beobachtern der Szene nicht neu. Es ist seit Jahren eine von Mosleys geschickten Strategien, quasi einen Schuss vor den Bug zu setzen, um dann unterm Strich zumindest einen Teil seiner Pläne durchzubekommen. Durch die Gründung der Teamvereinigung steht ihm diesmal ein starker Gegner gegenüber. Die Frage ist: Bleibt es bei der einheitlichen FOTA-Linie oder brechen einzelne Teams aus und sorgen damit für eine Zerreißprobe?

Unabhängig von der umstrittenen Budgetobergrenze, die mit 44,5 Millionen Euro angesichts der 2009er-Budgets, die von 80 bis annähernd 300 Millionen Euro variieren, sehr niedrig erscheint, wurde vom FIA-Weltrat auch das komplette Sportliche und Technische Reglement für 2010 verabschiedet. Weitere wichtige Änderungen betreffen unter anderem ein Verbot von Reifenwärmern, ein Verbot von Tankstopps sowie eine Anhebung des Mindestgewichts von 605 auf 620 Kilogramm.

Fotoquelle: xpb.cc

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