Martin Whitmarsh führte das McLaren-Team durch die "Lügenaffäre"

Formel 1 2009

— 01.05.2009

McLaren-Offensive hat sich gelohnt

Die Strategie von McLaren-Mercedes zeigte Wirkung: Martin Whitmarshs Auftreten, Schuldeingeständnis und Offenheit beeindruckten den FIA-Weltrat

Als sich - bildlich gesprochen - der Strick um den Hals des McLaren-Mercedes-Teams immer enger zog, ging man in die Offensive. Nach und nach wurde ersichtlich, wie das Team nach dem Australien-Grand-Prix und auch danach gelogen hatte. Spät, aber nicht zu spät, leitete man Maßnahmen ein, an deren Ende auch Ron Dennis alle Formel-1-Ämter im Team abgab.

Letztlich hat das offensive Vorgehen als Verteidigungsstrategie geholfen. Der FIA-Weltrat kam zum Schluss, dass das Fehlverhalten nicht allein auf den Teammanager Dave Ryan, der schnell suspendiert wurde, zurückzuführen war. "Das Management von McLaren war sich der Sache bewusst oder hätte sich der Sache bewusst sein müssen", heißt es in der Urteilsbegründung. Aber auch: "McLaren hat das akzeptiert."

Eine schwere Strafe müsse bei einem solchen Vergehen folgen, aber es gab zahlreiche mildernde Umstände, die der Weltrat mit aufführte. Dazu zählt das Entschuldigungsschreiben ebenso wie das offizielle Auftreten von Teamchef Martin Whitmarsh in Paris. Wichtig aber war auch, dass "der McLaren-Teamchef den Mitgliedern des Weltrates versichert hat, dass es eine geänderte Kultur bei McLaren gibt und dass so ein Vergehen oder ein ähnliches Vergehen sich nicht wiederholen wird".

Das Urteil - drei Rennen Sperre auf zwölf Monate Bewährung ausgesetzt - hätte aber durchaus härter ausfallen können. Der FIA-Weltrat sah McLaren-Mercedes aufgrund der Spionageaffäre der Saison 2007 als Wiederholungstäter an. "Ein Rückfall ist ein deutliches Zeichen, dass die vorherige Strafe nicht abschreckend genug war", heißt es in der Urteilsbegründung.

"Das Ziel, die Rückfälligkeit beim Strafmaß mit einfließen zu lassen, ist es, Teams, die in der Vergangenheit den Hang zum Regelbruch hatten, dazu zu bringen, ihr Betragen für die Zukunft zu ändern", heißt es weiter. "Der Weltrat hat als belastenden Faktor also berücksichtigt, dass McLaren 2007 den Artikel 151(c) des International Sporting Codes gebrochen hat."

Fotoquelle: xpb.cc

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