FIA-Präsident Max Mosley möchte die Zügel fest in der Hand halten

Formel 1 2009

— 02.05.2009

Mosley geht auf Konfrontation ein

Eine Formel 1 ohne Ferrari? Kein Problem findet der FIA-Präsident, denn nach einem langen Machtkampf würde die Formel 1 ohnehin kollabieren

Schon als die konkreten Pläne der Kostendeckelung vor der Weltratsitzung am Donnerstag publik wurden, konnte man erahnen, dass diese Entscheidung einen Rattenschwanz nach sich ziehen würde. Schon allein über die Tatsache eines Budgetlimits wird innerhalb der Teamorganisation FOTA noch gesprochen, da geht die FIA eigene Wege - klar definiert und scheinbar endgültig.

Kurz vor der Abstimmung versuchte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo die Mitglieder des Weltrates noch zu erreichen. Es gäbe nicht ausreichend Zeit, um die Vorschläge genau zu prüfen. Zudem müsse man eine Reglementänderung durch die Formel-1-Kommission absegnen lassen und Ferrari habe durch das 2005 verlängerte Concorde-Agreement ein Recht auf diesen Weg.

FIA-Präsident Max Mosley reagiert ruhig, aber entschlossen. Er rechtfertigte den eingeschlagenen Weg der FIA, da eventuelle neue Teams sehr schnell Klarheit brauchen, ohne dass die FOTA noch einige Marathonsitzungen abhält. Sollte sich Ferrari dagegen wehren, so wehre man sich gegen den Einstieg von neuen Teams - so sein Credo.

Formel 1 ohne Ferrari?

Mosley möchte sich nicht erpressen lassen und seine Decklung von 40 Millionen Pfund durchsetzen. Die Teams, die diesen Weg wählen, haben mehr technische Freiheiten. Rennställe, die unbegrenzt investieren wollen, werden technisch weiter stärker eingebremst. Sollte sich Ferrari daran nicht beteiligen wollen, dann sei es eben so.

"Dieser Sport könnte auch ohne Ferrari überleben", erklärte er in der Financial Times. Dabei war man im Januar 2005 noch aus genau diesem Grund froh, Ferrari langfristig an die Formel 1 gebunden zu haben. Der Drohung der Hersteller, eine Konkurrenzserie zu schaffen, war damit weit unwahrscheinlicher geworden.

"Es wäre sehr, sehr traurig, Ferrari zu verlieren. Sie sind das italienische Nationalteam", fuhr er fort. Doch die Lage sei im Moment nicht mit 2005 zu vergleichen. Würde man sich jetzt auf lange Diskussionen einlassen, die die Veränderungen verzögern würden, wäre das ohnehin der "Kollaps der Formel 1".

Die Macht der Teams

Der Machtkampf in der Formel 1 bricht nun erneut aus, doch Mosley ist gewillt, sich diesem Kampf zu stellen. "Innerhalb der existierenden Teams gibt es Bestrebungen, die davon ausgehen, dass die Teams die Formel 1 ausrichten sollten", erklärte er. "Das Letzte, was sie wollen, sind neue Teams, die etwas von dem wegnehmen könnten, was sie haben. Das läuft im Hintergrund ab."

Dabei hätten die Grabenkämpfe innerhalb der Teams bereits gezeigt, dass eine Führung der Formel 1 durch die Teams nicht realisierbar wäre. Zudem hofft er bei der Lösung auf Beistand der Vorstände der Automobilhersteller.

"Ich hoffe und glaube auch, dass, wenn ein Team zu seinem Vorstand kommt und sagt: 'Ich möchte gegen die FIA Krieg führen, denn ich möchte 100 Millionen Pfund mehr ausgeben, als die FIA es möchte', dann wird der Vorstand sagen: 'Warum kommst du nicht mit den 40 Millionen aus, wenn es andere Teams auch schaffen?'"

Fotoquelle: xpb.cc

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