Ross Brawn machte den BGP 001 mit dem Doppel-Diffusor zum Trendsetter 2009

Formel 1 2009

— 04.05.2009

Surer: Gesamtkonzept statt Detaillösungen

Formel-1-Experte Marc Surer sieht den etwas überraschenden Erfolg von Brawn und Red Bull in einem schlüssigen Autodesign begründet

Die neuen Regeln zur Saison 2009 warfen schon im vergangenen Jahr ihre Schatten voraus. Als die Formel 1 noch auf Rillenreifen und mit vielen Zusatzflügeln unterwegs war, galt es, die neuen technischen Vorgaben bestmöglich auf einen Rennwagen zu übertragen, der sich deutlich von seinen Vorgängern unterschied. Nach vier Rennen scheint es, als hätten vor allem Ross Brawn und Adrian Newey wieder ganz tief in die Trickkisten gegriffen und ein starkes Paket auf die Beine gestellt.

Erstmals seit vielen Jahren konnten die Fahrzeuge nicht mehr nur überarbeitet, sondern mussten von der Pike auf neu entwickelt werden. Das spielte den beiden Design-Haudegen besonders in die Karten und ist laut Formel-1-Experte Marc Surer auch der Grund, warum Brawn und Red Bull in dieser Saison so erfrischend stark auftreten - 2009 geht es eben nicht mehr um Detailversessenheit sondern um ein stimmiges Gesamtpaket.

"In den vergangenen Jahren waren nur noch Spezialisten am Werk. Es gab niemanden mehr, der das Gesamtkonzept im Auge hatte, der die Fähigkeit hatte zu erkennen, was man braucht, um ein Auto grundsätzlich schnell zu machen", erläuterte Surer bei 'SPOX'. "Den brauchte man aber auch nicht mehr, denn das Reglement ließ nur Raum für Detail-Entwicklungen. Jetzt hatten alle ein weißes Blatt Papier, und die Detail-Spezialisten sind an ihre Grenzen gestoßen."

Während sich viele Designer mit dem Neuanfang schwer taten, erwiesen sich Brawn und Newey einmal mehr als findige Entwickler mit Weitblick. Für Surer kommt das nicht von ungefähr: "Die Ingenieure, deren Fähigkeiten in den vergangenen Jahren nicht mehr gefragt war, haben jetzt zugeschlagen. Brawn hat den Doppel-Diffusor entwickelt, Newey ein ganz anderes Luftleitsystem - und beides funktioniert gleich gut. Das ist toll."

Weitaus weniger begeistert von der Umsetzung der neuen Regeln sind freilich die arrivierten Topteams um Ferrari, McLaren-Mercedes und das BMW Sauber F1 Team. Während diese Rennställe in Siebenmeilenstiefel schlüpfen und eine intensive Aufholjagd an den Tag legen müssen, können sich Brawn und Red Bull voll und ganz auf das Feintuning ihrer Fahrzeuge beschränken. "Bei beiden wird nur Detailarbeit gemacht", bestätigte Surer.

"Brawn muss vom Konzept her nichts ändern", meinte der ehemalige Formel-1-Pilot und verwies auf die beeindruckende Leistungsfähigkeit der noch immer in Weiß gehaltenen Rennwagen mit den schlanken Formen. Zuletzt hatte es zwar Kühlungsprobleme bei Brawn gegeben, doch dies sei angesichts der wenigen Hitzerennen wohl zu verschmerzen: "Gerade die kleineren Kühler machen das Auto aerodynamisch effizient", hielt Surer fest.

Anders Red Bull: Der Rennstall um Sebastian Vettel will nun ebenfalls auf den Doppel-Diffusor umrüsten - wird das Update aber wahrscheinlich nicht vor Monaco am Wagen haben: "Der Einbau des Doppel-Diffusors funktioniert bei Red Bull wegen der Konstruktion des Hecks nicht ohne Weiteres", weiß Surer und fügte an: "Von daher ist es sehr sinnvoll, ihn erst einzubauen, wenn er das Auto wirklich deutlich schneller macht."

Fotoquelle: xpb.cc

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