Die FIA will Ernst machen: Der neue Modus ist im Reglement festgeschrieben

Formel 1 2009

— 04.05.2009

FIA-Reglement: "Winner takes all" soll 2010 kommen

Die FIA will offenbar ernst machen damit, dass 2010 die Zahl der meisten Siege über den WM-Titel entscheidet, zumindest steht es offiziell im Reglement

Wenige Tage vor dem Saisonbeginn 2009 konnte die Teamvereinigung FOTA den neuen "Winner-takes-all"-Modus noch abwenden. Eigentlich wollte der FIA-Weltrat den Weltmeistertitel schon in der aktuellen Saison an den Fahrer vergeben, der die meisten Siege holt. Wäre es so gekommen, hätte Brawn-Pilot Jenson Button (drei Siege) jetzt schon einen komfortablen Vorsprung. Als diese Pläne bekannt wurden, ging ein Aufschrei der Entrüstung durch die Formel-1-Szene. Auch die meisten Piloten konnten der Idee, dass nur noch Siege über den Titel entscheiden, nicht viel abgewinnen - zu den Kritikern gehörte übrigens auch Button. Es gab jedoch Befürworter, die sich dadurch spannendere Rennen erhofft haben.

Vor dem Saisonstart beugte sich die FIA und kehrte kurzfristig zurück zum alten Wertungssystem nach Punkten. Doch es galt das Motto: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Man verschiebe die Einführung des neuen Modus lediglich auf 2010, wurde damals vom Weltverband betont. Und offenbar will die FIA wirklich ernst machen. In der jetzt veröffentlichten neuesten Version des sportlichen Reglements für das Jahr 2010 ist festgelegt, wie der Titel vergeben wird: an den Fahrer mit den meisten Siegen.

Artikel 6.1 des aktuellen sportlichen Reglements für 2010 lautet folgendermaßen: "Der Formel-1-Fahrer-Weltmeistertitel wird an jenen Fahrer vergeben, der am häufigsten als Erster klassifiziert wurde." Wie bisher werden zudem für die Plätze eins bis acht Punkte vergeben (10-8-6-5-4-3-2-1). Weiter heißt es im Reglement: "Falls ein oder mehrere Fahrer gleich viele Rennen gewinnen, geht der Titel an den Fahrer mit den meisten Punkten. Die Punkte dienen dazu, die weiteren Platzierungen in der Meisterschaft zu bestimmen."

Das Reglement wurde bereits vor ein paar Tagen veröffentlicht, doch der entsprechende Artikel 6 wurde so gut "versteckt", dass dieser entscheidende Punkt der Öffentlichkeit zunächst gar nicht auffiel. Denn anders als alle anderen Regeländerungen für 2010 wurde dieser Artikel in der veröffentlichten Version des neuen Reglements nicht farblich als geändert markiert und unterstrichen. Und beim dicken Umfang des Regelwerks von 48 Seiten beschränkt sich die öffentliche Aufmerksamkeit lediglich auf die hervorgehobenen Änderungen.

Aber eigentlich handelt es sich dabei auch gar nicht um einen Artikel, der für die neueste Version vom 30. April geändert wurde. Denn der Modus wurde schon in der März-Version des Regelwerks festgeschrieben und ist damit sozusagen eine "alte Regel", die nun nicht mehr verändert wurde.

Doch auch, wenn es im FIA-Reglement festgelegt ist: Das Thema dürfte weiter umstritten sein und das letzte Wort ist wohl noch nicht gesprochen. Die FOTA hält wie berichtet weiter an ihrem eigenen Vorschlag fest, den Sieger zukünftig mit einem größeren Punktevorsprung zu belohnen (12-9-7-5-4-3-2-1) und weiter den Piloten mit den meisten Punkten zum Weltmeister zu machen. Und es stellt sich die Frage, was von derzeit festgeschriebenen Regeln in ein paar Monaten übrig bleibt - schließlich wurden die Weltrats-Beschlüsse vom März ja auch im großen Stil jetzt schon wieder über Bord geworfen.

Fotoquelle: xpb.cc

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