Vertreten einen Standpunkt: Mario Theissen und Luca di Montezemolo

Formel 1 2009

— 07.05.2009

Kalter Krieg: FOTA lehnt FIA-Beschluss ab

Die Teamvereinigung FOTA bleibt bei ihrem Protest gegen ein Parallelreglement, eine eigene FOTA-Serie ist derzeit aber (noch) kein Thema

In London fand gestern ein wichtiges Treffen der Teamvereinigung FOTA statt, im Rahmen derer man sich fnf Stunden lang Gedanken machte, wie man mit dem von der FIA verabschiedeten Reglement fr 2010 umgehen soll. Bisher wurde seitens der FOTA jedoch wenig kommuniziert - auch aus Respekt vor FIA-Prsident Max Mosley, dessen Sohn Alexander am Dienstag verstorben ist.

Die Sitzung sei "konstruktiv" verlaufen und man wnsche sich "dringend" ein Gesprch mit der FIA, wurde offiziell kommuniziert. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, schliet daraus: In dieser Form will die FOTA das Reglement nicht akzeptieren. Ein Dorn im Auge ist den meisten FOTA-Mitgliedern weniger das Prinzip einer Budgetobergrenze (auch wenn 40 Millionen Pfund als zu wenig erachtet werden), sondern vielmehr das Parallelreglement mit Sondergenehmigungen fr die Teams, die sich auf die freiwillige Ausgabenkontrolle einlassen.

FOTA bleibt bei einer Linie

In London soll es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Teams gegeben haben - kein Wunder, schlielich ist die Situation von Branchenkrsus Ferrari eine ganz andere als etwa die von Williams. Aber: "Am Ende gab es eine einheitliche Meinung, wo alle gesagt haben: Im Interesse der FOTA gehe ich auf diese gemeinsame Meinung ein", so BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Wir tragen unsere Vorstellungen zusammen und werden eine Antwort geben. Die FOTA zielt sicher nicht auf Konfrontation ab, sondern auf eine vernnftige Lsung, die alle Teams im Geschft hlt."

Daher weicht der Deutsche auch Spekulationen ber eine eigene Rennserie der FOTA aus, sollte sich die FIA doch nicht auf einen Kompromiss einlassen. Auf die Frage, ob die FOTA in so einem Fall "einen eigenen Weg" gehen knnte, entgegnet Theissen: "Wir konzentrieren uns derzeit darauf, eine Marschrichtung auszuarbeiten, die zu einer Lsung mit FIA und FOA (Formula One Administration; Anm. d. Red.) fhrt." Eine FOTA-Meisterschaft ohne FIA wre wohl nur eine Notfallvariante.

"Die FIA ist in der aktuellen Situation natrlich der Regelgeber, aber es muss im Interesse der FIA und auch der FOA sein, einen Satz Regeln aufzustellen, mit dem die vorhandenen Teams arbeiten knnen", pocht Theissen auf die Einbindung der Teams und betont neuerlich: "Das Wichtigste ist uns, dass es nur einen Satz Regeln fr alle gibt. Ist das gegeben, dann bin ich sicher, dass die Flexibilitt auf beiden Seiten fr eine Einigung ausreichen wird."

Nein zum Parallelreglement

Theissen bleibt beim Nein zum Parallelreglement: "Abgesehen davon, dass es fr die Fans schwer nachvollziehbar ist, haben wir mit so einer Situation im Produktionswagensport keine guten Erfahrungen gemacht. Dort knnen wir aber nachvollziehen, dass es ntig ist, weil zuerst die Serienautos da sind - die sind einfach von unterschiedlicher Performance. Dann muss man versuchen, mit einem Reglement daraus ein wettbewerbsfhiges Feld zu machen. Das geht nicht ohne Nachjustieren und ohne Hilfen oder auch Handicaps fr spezielle Autos."

BMW hat damit in der Tourenwagen-WM (WTCC) schlechte Erfahrungen gemacht. Insofern versteht Theissen nicht, warum man die Formel 1 in ein solches Korsett zwngen sollte, denn "im Formelsport ist es genau umgekehrt: Da hat man dieses Problem nicht, sondern man hat einen Satz Regeln, der zuerst da ist, und dann baut jeder das Auto danach. Hier jetzt ohne Not eine Zwei-Konzept-Serie einzufhren, ist fr uns nicht attraktiv", hlt der 56-Jhrige fest.

Fotoquelle: xpb.cc

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