Born in the USA: Amerika soll 2010 ein eigenes Formel-1-Team bekommen

Formel 1 2009

— 08.05.2009

Interessante Details: US-Projekt voll auf Kurs

Ken Anderson, Chef des neuen US-Teams, klärt über den Stand der Dinge seines Projekts auf und verrät unseren Lesern exklusive Details

Anfang Februar war 'Motorsport-Total.com' das weltweit erste Medium, das über das neue US-Formel-1-Projekt von Ken Anderson und Peter Windsor berichten konnte - noch lange bevor sich zahlreiche andere Teams angesichts der von der FIA eingeführten Budgetobergrenze ebenfalls für die Königsklasse zu interessieren begannen.

Seither ist es etwas ruhiger geworden um das Projekt, doch das heißt keineswegs, dass es nicht zustande kommen wird. Ganz im Gegenteil: Anderson nahm sich heute in Barcelona Zeit ausführlich für uns und klärte uns über den aktuellen Stand der Dinge auf. So enthüllte er zum Beispiel, dass die von der FIA vorgegebene Einschreibfrist bis zum 29. Mai kein Problem darstellt, denn: "Wir haben bereits im Dezember genannt."

Budgetobergrenze passt ins Konzept

Es bestehe "nicht der leiseste Zweifel" daran, dass das Team 2010 am Start sein werde - und zwar unter den Bestimmungen der freiwilligen Budgetobergrenze: "Wir haben schon vor einem Jahr mit 50 oder 60 Millionen kalkuliert, weil wir das für den Betrag hielten, der notwendig ist, um in den Staaten ein Auto zu bauen und Rennen zu fahren. Die Budgetgrenze kam erst später und liegt in etwa in dem Bereich, in dem wir uns ohnehin bewegt hätten", erklärte Anderson.

Der Amerikaner und sein britischer Partner planen mit 150 Mitarbeitern, die Gehaltskosten von ungefähr 15 Millionen Euro verursachen werden. Damit bleiben laut FIA-Budgetobergrenze noch 30 Millionen Euro für Entwicklung, Rennbetrieb und Logistik. USGPE (US Grand Prix Engineering) will "90 Prozent aller Teile" selbst fertigen und nur Komponenten wie Bremsen ankaufen, schließlich macht es "keinen Sinn, das Rad neu zu erfinden".

Was die Fertigung der Verbundwerkstoffe angeht, so ist sich Anderson mit einem alten Bekannten von 'Motorsport-Total.com' einig, nämlich mit Ex-Red-Bull-Ingenieur Günther Steiner, der in North Carolina sein eigenes Unternehmen aufgezogen hat. "Günther ist nur zehn Meilen von uns entfernt", verriet Anderson. Was CFD-Kapazitäten angeht, nutzt USGPE die Ressourcen der amerikanischen Firma Corvid. "Und solche Beispiele gibt es einige", so Anderson.

North Carolina ist die Hochburg des US-Rennsports, vergleichbar mit dem Motorsportcluster rund um Silverstone. Daher macht sich Anderson hinsichtlich des ungewöhnlichen Standorts keine Sorgen: "Es ist ja nicht so, dass wir das Ding in Nebraska aufziehen wollen. Das wäre wahrscheinlich schwierig. Aber in North Carolina gibt es ein riesiges Interesse am Motorsport. Zum Beispiel ist eine Niederlassung von McLaren Electronic Systems ganz in der Nähe", sagte er.

Außerdem ist sich USGPE bereits mit Epsilon Euskadi einig - bei den Spaniern soll ein Europaquartier aufgeschlagen werden. Stört es da nicht, dass Epsilon Euskadi jetzt auch selbst in die Formel 1 will, Ken? "Ich sehe kein Problem. Wir wären gute Nachbarn", grinste der Formel-1-erfahrene Amerikaner. Außerdem wird er vor seinem Besuch in Monte Carlo noch einen Abstecher nach Le Castellet machen, wo eine der modernsten Teststrecken der Welt steht.

Finanzierung steht auf gesunden Beinen

Die Finanzierung des Projekts steht laut Anderson schon jetzt zu einem Großteil. Über mangelndes Interesse klagte er heute jedenfalls nicht: "Als wir gerade damit begannen, nach Sponsoren zu suchen, kamen viele Firmen auf uns zu, weil sie von uns gehört hatten. Das gilt für amerikanische Firmen genauso wie für weltweit operierende." Der Slogan "Made in America" soll Sponsoren aus anderen Ländern eher anziehen als abschrecken.

Das Treffen mit Anderson fand übrigens in der Hospitality von BMW statt. "Die haben einen guten Motor", lobte der ehrgeizige Motorsportler und fügte an: "Das Schöne für uns Amerikaner ist, dass für jeden Hersteller abgesehen von Renault die USA der größte Markt sind - und selbst Nissan ist eine Renault-Marke." Sollten jedoch alle Stricke reißen, dann könnte er immer noch auf den von der FIA angebotenen Cosworth-Motor zurückgreifen.

Der würde wegen der höheren Drehzahl als bei Teams ohne Budgetlimit natürlich höher drehen und dementsprechend mehr Benzin schlucken, daher ist das US-Design derzeit auf einen 220 Liter fassenden Benzintank konzipiert. Schon jetzt werden solche Modelle intensiv auf CFD-Ebene getestet, bereits im September soll dann das erste 100-Prozent-Auto in den Windshear-Windkanal geschoben werden.

Was die Fahrer angeht, so plant Anderson mit einem Amerikaner: Jonathan Summerton kam ihm im Gespräch ebenso in den Sinn wie Joseph Newgarden oder der Sieger des Weltfinales der Formel BMW, Alexander Rossi. Und dann wäre da noch IndyCar-Amazone Danica Patrick. Anderson: "Wir haben noch nicht mit ihr gesprochen, jedoch nicht aus Mangel an Interesse." Gerüchte, wonach man sich mit Patrick bereits einig sei, seien aber völliger Unsinn...

Fotoquelle: USF1

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