Jenson Button (Mitte) bleibt der Dominator der Formel-1-Saison 2009

Formel 1 2009

— 09.05.2009

Barcelona: Button entreißt Vettel die Pole!

Mit einer Traumrunde jagte Jenson Button Sebastian Vettel in Barcelona noch die Pole-Position ab - Kimi Räikkönen wegen Ferrari-Panne in Q1 out

Von wegen gekipptes Kräfteverhältnis: Die von den etablierten Topteams wie Ferrari und BMW angekündigte Revolution beim Europaauftakt in Barcelona ist ausgeblieben! Stattdessen sicherte sich im Qualifying zum Grand Prix von Spanien der überlegene WM-Leader Jenson Button in beeindruckender Manier die dritte Pole-Position im fünften Saisonlauf.

Der Brawn-Mercedes-Pilot machte im ersten Run des Top-10-Finales nicht den stärksten Eindruck und hatte auch gegenüber seinem Teamkollegen Rubens Barrichello (3./+ 0,235) das Nachsehen, aber in der finalen Attacke zauberte der Brite irgendwo die fehlende Zeit her. Damit jagte er in letzter Sekunde noch Sebastian Vettel (2./Red-Bull-Renault) um 0,133 Sekunden die Pole-Position ab - auf dem Circuit de Catalunya ganz wichtig, weil man dort kaum überholen kann.

Starke Performance von Button

"Das war die beste Runde meines ganzen Wochenendes", jubelte Button, der nicht unbedingt mit dem ersten Startplatz gerechnet hätte. Vettel konnte im Anschluss an die Session ebenfalls zufrieden grinsen, doch natürlich wäre der Deutsche lieber ganz vorne gestanden: "Ich hielt meine Runde in Q3 für sehr gut und dachte schon, dass es reichen würde, aber dann kam Jenson. Trotzdem bin ich happy, denn auch der zweite Startplatz ist in Ordnung."

Der Fight an der Spitze spielte sich einmal mehr zwischen Brawn und Red Bull ab, auch wenn der von Vettel entzauberte Superqualifyer Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,522) wieder nur Fünfter wurde. Der große Geheimtipp für morgen heißt aber Felipe Massa (+ 0,407), denn der Brasilianer stellte seinen runderneuerten Ferrari F60 mit einer grundsoliden Leistung in die zweite Reihe. Als einer von nur vier KERS-Piloten im Feld riecht das nach einer Chance auf die Führung...

Trotzdem muss Ferrari die heutige Vorstellung selbstkritisch beurteilen, denn Kimi Räikkönen (16.) scheiterte bereits in den ersten 20 Minuten - und zwar nicht etwa wegen eines Fahrfehlers oder wegen eines technischen Defekts: "Wir haben uns verrechnet. Das ist schade, wenn ich sehe, wozu das Auto hier in der Lage ist", ärgerte sich der Finne. Offenbar ist Ferrari - übrigens im Beisein von Michael Schumacher - fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Räikkönen-Zeit für Q2 reichen würde.

Glock in Sektor eins am schnellsten

Hinter der vordersten Front etablierte sich Timo Glock (6./Toyota) als erster Verfolger, auch wenn er stattliche 0,720 Sekunden Rückstand hatte. Der Deutsche fuhr im ersten Sektor sogar Bestzeit, brachte diese aber nicht über die ganze Runde. Dennoch: Seinen Teamkollegen Jarno Trulli schlug Glock um sieben Tausendstelsekunden. Achter wurde Lokalmatador Fernando Alonso (Renault/+ 0,865), der sich schon in Q1 strecken musste, um den Cut zu schaffen.

Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 2,031) wurde als zweitbester Deutscher mit hoher Benzinlast Neunter, Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 2,158) schaffte ebenfalls den Sprung in die Top 10. Letzterer konnte nicht an die überraschende Performance vom ersten Freien Training anknüpfen, wies aber einmal mehr seinen Stallgefährten Nick Heidfeld (13.) in die Schranken. Der war darüber enttäuscht, macht sich aber dennoch Hoffnungen auf WM-Punkte.

22 Tausendstelsekunden fehlten Kazuki Nakajima (11./Williams-Toyota) auf das Top-10-Finale; hinter dem Japaner landete Nelson Piquet (Renault). Piquet hatte zwar gegen Alonso erwartungsgemäß keine Chance, lieferte aber sein bestes Qualifying der Saison ab. Weltmeister Lewis Hamilton (14./McLaren-Mercedes) scheiterte ebenfalls in den zweiten 15 Minuten, genau wie Sébastien Buemi (15./Toro-Rosso-Ferrari), der einmal neben der Strecke war.

Ein Jahr nach dem schweren Unfall

Dass der Doppeldiffusor nicht die Mutter der Porzellankiste ist, unterstrich die bescheidene Vorstellung von Heikki Kovalainen: Ein Jahr nach seinem schweren Crash in der Campsa-Kurve scheiterte der Finne genau wie Landsmann Räikkönen bereits im ersten Segment. Dass es so früh auch die Herren Sébastien Bourdais (17./Toro-Rosso-Ferrari), Adrian Sutil (19.) und Giancarlo Fisichella (20./Force-India-Mercedes) erwischte, ist hingegen keine Überraschung.

Am Kräfteverhältnis hat sich somit auf den ersten Blick trotz der zahlreichen Weiterentwicklungen nichts Gravierendes geändert - vorbehaltlich natürlich der Benzinmengen der Top 10, die erst später veröffentlicht werden. Außerdem trat in puncto Reifen genau die erwartete Situation ein, dass der weiche Bridgestone-Slick deutlich schneller war, weil die härtere Gummimischung mehrere Runden benötigte, um auf Temperatur zu kommen.

Wegen der erneut recht knappen Abstände ist morgen ein recht spannender Europaauftakt zu erwarten, auch wenn der Circuit de Catalunya nicht gerade als Vorzeigestrecke für Überholmöglichkeiten gilt. Am ehesten kann man einen Gegner nach der langen Start- und Zielgerade passieren - am leichtesten natürlich mit KERS. Das Energierückgewinnungssystem hatten heute nur noch Ferrari und McLaren-Mercedes an Bord.

Fotoquelle: xpb.cc

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