Am Ferrari von Felipe Massa führte heute einfach kein Weg vorbei...

Formel 1 2009

— 10.05.2009

Schlechter Start kostet Vettel möglichen Sieg

Sebastian Vettel fragt sich, was im Rennen in Barcelona möglich gewesen wäre, wenn er nicht Felipe Massa vor sich gehabt hätte

Es ist immer müßig, im Nachhinein darüber zu spekulieren, was möglich gewesen wäre, aber eines ist klar: Als Vierter wurde Sebastian Vettel heute in Barcelona klar unter Wert geschlagen. Der Deutsche, in der WM-Wertung weiterhin erster Verfolger des Brawn-Duos, verlor alle Chancen auf den Sieg mit einem schlechten Start bereits auf den ersten paar Metern.

"Leider haben wir das Rennen gestern im Qualifying verloren", analysierte Teamchef Christian Horner. "Wir standen auf der schmutzigen Seite des Grids, dadurch war es in der ersten Kurve schwierig. Das hat Sebastians Rennen diktiert. Wir haben sehr gehofft, beim letzten Stopp an Massa vorbeizukommen, aber leider hat es nicht gereicht." Damit war die Sache gegessen, denn auch wenn Massa Vettel wegen Benzinmangels noch vorbeilassen musste, stand er 62 Runden lang als rollende Schikane im Weg.

Schon im Qualifying verloren?

Vettel widerspricht seinem Teamchef zum Teil und glaubt nicht, dass die schmutzigere Seite der Startaufstellung für den Rückfall vom zweiten auf den vierten Platz verantwortlich war: "Das war nicht das Problem. Mein Start war grundsätzlich nicht verkehrt. Ich hatte ein bisschen Pech, denn ich war ganz alleine auf der rechten Seite und konnte den Windschatten von den Brawns nicht gut nutzen. Vielleicht hätte ich früher nach rechts ziehen sollen, um den Weg für Felipe zuzumachen, aber er war einfach zu schnell da", sagte der Red-Bull-Pilot.

"Es war ein komisches Rennen", seufzte er. "63 Runden lang hinter einem roten Auto herzufahren, sich die Zähne auszubeißen und nicht vorbeizukommen, aber das war einfach nicht möglich. Je näher man kommt, desto mehr Grip verliert man, die Reifen bauen ab und man fällt wieder ein Stück zurück. Dann erholen sich die Reifen wieder und man kommt wieder ran, aber er hat auch keinen Fehler gemacht und so konnte ich nie angreifen. Mit einer Harakiriaktion wäre es vielleicht gegangen, aber das macht man dann natürlich auch nicht."

Wie schnell sein RB5 heute war, zeigte Vettel in Ansätzen im ersten Sektor, denn weil Massa ausgangs der letzten Kurve meistens den KERS-Knopf drückte, hatte der Deutsche zumindest die ersten 23 Fahrsekunden manchmal freie Fahrt. War das der Fall, dann markierte er in der Regel Sektorenbestzeit um Sektorenbestzeit. "Das Auto war sehr gut. Wir hätten heute viel weiter vorne mitfahren können", gab er deshalb enttäuscht zu Protokoll. Es sei ein "sehr frustrierender" Nachmittag gewesen.

Demnach habe er das Thema Sieg bereits "nach der ersten Kurve" als erledigt betrachtet, zumal Massa nicht zuletzt wegen KERS eine nicht zu knackende Nuss war: "Vor allem in der letzten Kurve merkte man das extrem. Man kommt mit halbwegs schwieriger Traktion aus der Schikane raus, aber in dem Rechtsbogen, der locker voll geht, drückt er auf den magischen Kopf und zieht weg", so Vettel. "Dann denkst du auf der Geraden: 'Ich war doch eben noch an dem Kerl dran, jetzt ist er schon wieder so weit weg!'"

Potenzial nicht entfaltet

Angenommen, du wärst am Start nicht hinter Massa zurückgefallen, hätte es dann für den Sieg gereicht, Sebastian? "Schwer zu sagen, aber ich denke, unser Auto war heute sehr, sehr gut", entgegnete er. "Leider steckte ich im Verkehr fest, daher kann man nicht sagen, wie schnell wir waren, aber wir waren deutlich schneller als das, was im Endeffekt rausgekommen ist." Pech dann auch, dass die Ferrari-Crew weniger tankte als von Red Bull angenommen, sodass Vettel und Massa beide Male exakt gleichzeitig an die Box kamen.

An ein Überholen aus eigener Kraft war anscheinend nicht zu denken. Das wirft natürlich die Frage auf, wie viel das von der Arbeitsgruppe Überholen ausgetüftelte Reglement wirklich gebracht hat: "Es hat sich schon ein bisschen was getan, denn man kann dichter ranfahren. Aber das Vorbeifahren ist dann noch mal eine andere Geschichte", analysierte Vettel nach seinen 62 Runden hinter Massa, in denen er nicht ein einziges Mal zu einer ernsthaften Attacke gegen den Brasilianer ansetzen konnte.

Durch die Massa-Handbremse verlor Vettel einen Platz an seinen Teamkollegen Mark Webber, aber zumindest erbte er durch die falsche Benzinrechnung der Ferraristi noch einen zusätzlichen WM-Punkt: "Ich habe ein paar Runden vorher einen Funkspruch bekommen, dass bei ihm das Benzin knapp wird, aber man rechnet natürlich nicht damit, dass so etwas passiert. Schade für Felipe, denn er hat ein starkes Rennen abgeliefert und keine Fehler gemacht, als er unter Druck war", gab Vettel abschließend zu Protokoll.

Fotoquelle: xpb.cc

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