Renault-Boss Flavio Briatore und FOTA-Chef Luca di Montezemolo

Formel 1 2009

— 11.05.2009

Briatore wehrt sich gegen "Billigteams"

Die Budgetobergrenze lockt viele neue Teams in die Formel 1, aber Flavio Briatore hofft, dass diese die Königsklasse nicht kaputt machen werden

Die freiwillige Budgetobergrenze in der Höhe von umgerechnet 45 Millionen Euro ist ohnehin noch nicht in Stein gemeißelt, weil die Teamvereinigung FOTA scharf gegen den entsprechenden FIA-Beschluss protestiert. Aber unabhängig davon drängen angesichts der sinkenden Kosten zahlreiche neue Rennställe in die Formel 1.

Unter anderem haben Teams wie USF1, Lola, iSport und Epsilon Euskadi Interesse an einem Aufstieg in die Königsklasse geäußert - ein Szenario, das Renault-Teamchef Flavio Briatore missfällt: "Die Formel 1 muss bei allen Sparmaßnahmen, auch was die Technik betrifft, außergewöhnlich bleiben", erklärte er der 'Welt am Sonntag'. "Wenn wir da eine Lösung finden, erledigen sich auch die Ausstiegsdrohungen von Ferrari oder BMW."

"Wir müssen verhindern, dass wer auch immer mit 20 oder 25 Millionen Euro pro Jahr ein Formel-1-Team betreiben kann. Wenn das ermöglicht wird, ist die Marke Formel 1, die in Jahrzehnten mühsam aufgebaut wurde, nichts mehr wert", analysierte Briatore. "Das wäre so, als wenn sich auf einer exklusiven Einkaufstraße plötzlich Billigläden niederlassen. Das hohe Niveau würde erst dereguliert und am Ende komplett zerstört."

Renault ist zwar nicht grundsätzlich gegen eine Budgetobergrenze, aber genau wie alle anderen FOTA-Teams strikt gegen ein Parallelreglement, das unweigerlich zu einer Zweiklassengesellschaft führen würde. Der Machtkampf zwischen FOTA und FIA ging in den vergangenen Wochen sogar so weit, dass erst Ferrari und dann auch weitere Teams wie Toyota und Red Bull mit einem Ausstieg drohten, sollte das Reglement für 2010 nicht noch angepasst werden.

Insofern hofft Briatore, dass sich bei FIA-Präsident Max Mosley, mit dem es diese Woche ein Gipfeltreffen geben soll, doch noch die Vernunft durchsetzt. Denn ein Kurs, der Ferrari aus der Formel 1 treibt, könnte verheerende Folgen haben: "Ich glaube an die Formel 1 als ein hochklassiges Produkt. Ohne große, bedeutende Namen - und dazu gehört Ferrari - ist sie weniger wert", gab der Renault-Teamchef zu Protokoll.

Außerdem führte Briatore einen weiteren Grund an, weshalb er der drastischen Budgetobergrenze ohne Übergangsphase keine Chance gibt: "Eine brutale Lösung, wie sie jetzt vorliegt, wird keine Chance haben - vor dem Hintergrund, dass wir, wenn die Kosten drastisch sinken, auch unser Personal fast um 50 Prozent reduzieren müssen. Da reden wir zum Teil von über 200 Arbeitsplätzen pro Team. So was geht nicht über Nacht."

Fotoquelle: xpb.cc

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