Tony Purnell sieht die FIA beim geplanten Budgetlimit auf dem richtigen Weg

Formel 1 2009

— 12.05.2009

Purnell: "Ein großer Balanceakt"

Der technische Berater der FIA, Tony Purnell, hält ein Budgetlimit für absolut notwendig und verteidigt die Vorschläge des Automobil-Weltverbandes FIA

Kaum hatte der Automobil-Weltverband vor wenigen Tagen seine Pläne für die Saison 2010 offengelegt, schon liefen die Formel-1-Teams Sturm gegen die Entscheidungen der FIA. Hintergrund ist die geplante Einführung einer freiwilligen Budgetobergrenze und einem daraus folgenden Zwei-Klassen-Reglement, dem sich die Rennställe nicht unterordnen wollen. Tony Purnell hält indes große Stücke auf das Budgetlimit und kann sich durchaus vorstellen, dass der große Ärger wieder verfliegt.

"Da bin ich sehr zuversichtlich", sagte Purnell gegenüber 'Autosport'. "Bei jeder Regeländerung reden die Teams doch gleich vom Weltuntergang. Egal ob Parc Fermé, die Einfrierung der Motoren, der Wechsel von V10 zu V8 oder KERS - es gab immer irgendwelche Stimmen, welche die Formel 1 in den Untergang reden wollten", meinte der technische Berater der FIA und fügte an: "Durch diese Erfahrungen ist die FIA im Hinblick auf eine solche Hysterie deutlich stabiler geworden."

"Die Leute mögen eben keine Veränderungen", stellte Purnell heraus, musste aber gestehen, dass sich die FIA mit dem möglichen Zwei-Klassen-Reglement auf dünnes Eis bewegt: "Das ist ein ungeheuer großer Balanceakt", erklärte der Brite. "Wir wollen neue Teams anziehen. Mein Gefühl sagt mir, dass die Anzahl der potentiellen Interessenten noch weiter abnehmen wird, wenn wir das Limit noch einmal nach oben korrigieren würden."

"Das war auch schon so, als wir die Obergrenze von 30 auf 40 Millionen Pfund angehoben haben. Wir dürfen also das Ziel nicht aus den Augen verlieren, die Formel 1 für neue Teams interessant zu machen", hielt Purnell fest und kam anschließend auf die andere Seite der Medaille zu sprechen: "Gleichzeitig müssen die großen Hersteller große Einsparungen treffen. Die FIA fungiert da nur als regulierendes Instrument und muss sich auf das große Ganze konzentrieren."

"Die Automobilindustrie steckt derzeit nun einmal in der Krise und die Formel 1 ist ein großer Punkt auf der Ausgabenliste. In solchen Zeiten werden schwierige Entscheidungen getroffen. Den großen Rennställen stehen also massive Herausforderungen bevor. Was immer man auch tut, es ist mit Risiken verbunden", meinte der 50-Jährige. So ist Purnell auch fest davon überzeugt, dass sich die Teams letztendlich fügen werden.

"Sollte die Teamvereinigung FOTA der Meinung sein, dass ein Zwei-Klassen-Reglement falsch sei, dann laden wir sie herzlich dazu ein, sich für einen der beiden Wege zu entscheiden. Damit wäre dieses Problem gelöst", sagte Purnell. "Wir halten es jedenfalls für das Richtige. Es geht darum, diesen Übergang für alle Beteiligten zu akzeptablen Bedingungen zu gestalten. Wir haben daher eine Wahlmöglichkeit offen gelassen."

Fotoquelle: xpb.cc

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