Lewis Hamilton beim gestrigen PR-Termin für Steinmetz in Woking

Formel 1 2009

— 15.05.2009

Hamilton bekennt sich zu McLaren-Mercedes

Auch wenn er an der Formel 1 weniger Spaß hat als früher, legt Lewis Hamilton ein klares Bekenntnis zu seinem McLaren-Mercedes-Team ab

Erst "Spygate", dann "Liegate", dazu jetzt auch noch eine sportliche Krise: Für Lewis Hamilton sind die Flitterwochen in der Formel 1 längst vorbei und der Alltag hat den amtierenden Weltmeister nach zwei Jahren wie im Märchenbuch eingeholt. Das kratzt an seinem einst so unbeschwerten Gemütszustand, lässt ihn aber nicht an seinem Team zweifeln.

"Ich habe in meinem Leben schon einige schwierige Zeiten durchgemacht und McLaren war mir gegenüber immer loyal. Loyalität ist ein Wert, der für meine Erziehung sehr wichtig war", erklärte Hamilton gestern bei einem PR-Termin in Woking und fügte erstmals in so deutlichen Worten an: "Wir werden hier bleiben. Wir werden schwierige Zeiten erleben, aber auch sehr viele erfolgreiche Jahre. Dafür werden wir hart arbeiten."

Vertrag bis Ende 2012

Der 24-Jährige steht noch bis Ende 2012 bei den Silberpfeilen unter Vertrag, doch nach den Spannungen mit Ron Dennis im Zuge der Lügenaffäre von Melbourne wurde spekuliert, dass sein Managervater Anthony Hamilton nach einem neuen Team Ausschau halten könnte. Später sickerte durch, dass Hamilton nach seinem emotionalen Geständnis in Sepang sogar darüber nachdachte, alles hinzuschmeißen. Mercedes-Sportchef Norbert Haug soll ihn davon abgehalten haben.

"Es ist ein ähnliches Gefühl wie im Knast zu sein, aber zu denken, dass man nicht hinter Gitter gehört", sagte Hamilton über die Welle der Kritik nach der Lügenaffäre. "Ich weiß, dass das, was in Australien passiert ist, falsch war, aber es hat mich echt runtergezogen. Ich will Rennen fahren und nicht Politik machen. Mein Fahren hat es nicht beeinflusst - das lasse ich nicht zu -, aber mein Leben schon. Ich hatte immer Freude an der Formel 1, aber das wurde mir ein bisschen weggenommen."

"Als ich in die Serie eingestiegen bin, hätte ich niemals geglaubt, dass es in der Formel 1 so viel Politik gibt", wird der Brite von der 'Times' zitiert. "Das raubt unglaublich viel Zeit. Leider ist das aus irgendeinem Grund die Art und Weise, wie die Formel-1-Welt funktioniert. In den niedrigeren Kategorien geht es noch viel netter zu. Dort wollen alle Leute nur Rennen fahren und die Teams sind auch nur aus diesem einen Grund da."

Keine Freude mehr an Interviews

"Es hat mir immer Spaß gemacht, mit Journalisten zu sprechen und Interviews für das Fernsehen zu geben, aber das hat sich geändert", seufzt der McLaren-Mercedes-Pilot. "Jetzt freue ich mich am meisten, wenn ich mich ins Auto setzen, den Helm anlegen und fahren kann. Da dringt nichts mehr zu mir durch und ich konzentriere mich rein auf die Strecke. Ich glaube schon, dass ich an der Formel 1 wieder den gleichen Spaß haben kann wie früher, aber im Moment geht das nicht."

Hamilton reiht sich damit nahtlos in die Generation jener Fahrer ein, die bereits in jungen Jahren in die Formel 1 gekommen, dann aber auch dementsprechend schnell ausgebrannt ist. Bleibt zu hoffen, dass er seine Freude wieder findet, wie es einst auch Kimi Räikkönen gelungen ist, als er ein Motivationsloch hatte und offen über Rücktritt nachdachte. Selbst Fernando Alonso hatte eigentlich immer vor, nach einem weiteren WM-Titel ungeachtet seines jungen Alters abzutreten.

Fotoquelle: McLaren

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