Einen Grand Prix von Rom wird es nur mit Monza geben

Formel 1 2009

— 15.05.2009

Neues aus Rom und Paris

Der geplante Rom-Grand-Prix soll nur mit einem Ferrari-Formel-1-Team stattfinden, während in Paris die Umweltschützer mobilisiert werden

"I have a dream", mag Bernie Ecclestone in Anlehnung an Martin Luther King eines Tages gedacht haben, "dass die Formel 1 eines Tages in den interessantesten Metropolen dieser Welt gastiert." Tatsächlich gelten die Ansinnen, einen Formel-1-Lauf in den europäischen Hauptstädten Paris und Rom stattfinden zu lassen, als Lieblingsprojekte des Briten. Während in Italien vor allem die Einbindung von Ferrari Sorgen macht, sind es in Frankreich Umweltschützer, die den Plan einer Strecke an der Seine torpedieren.

Auch wenn Ferrari es sich momentan angesichts der Budgetpläne der FIA in der Opposition gemütlich gemacht hat, sind die Pläne, einen Grand Prix am Tiber zu starten, nicht auf Eis gelegt: "Ich möchte nicht über einen Rom-Grand-Prix ohne Ferrari nachdenken", sagt Bürgermeister Gianni Alemanno.

200 Millionen US-Dollar (umgerechnet knapp 150 Millionen Euro) privates Geld benötigen die Italiener für den Bau des 4,7 Kilometer langen Stadtkurses. 2012 soll der Kurs fertig sein. "Wir haben einen Ausschuss gegründet, der für die Promotion der Strecke verantwortlich zeichnet. Dann werden wir unsere Kandidatur offiziell bekannt geben", sagt der Bürgermeister der Ewigen Stadt.

Der Grand Prix soll Rom pro Jahr 300.000 Touristen zusätzlich bringen. Die Unterstützung von Fiat hat der Bürgermeister von Rom aber nur dann sicher, wenn der neue Grand Prix nicht den Lauf von Monza auf der Haus- und Hofstrecke von Ferrari ersetzt.

Renault statt Micky Maus

Während man in Italien noch in der Planungsphase ist, rollen in der Nähe von Paris bereits die Bagger, um nach dem Verlust von Magny-Cours einen neuen Formel-1-Grand-Prix zu erhalten. In der Nähe des Renault-Werks Flins soll an den Seine-Schleifen auf einer Fläche von 95 Hektar das Gelände der Grand-Prix-Strecke entstehen. Vom Tisch sind damit Pläne, den Frankreich-Grand-Prix in der Nähe des Eurodisney-Ressorts zu veranstalten.

Im Département Yvelines sind 35.000 Mitarbeiter der Autoindustrie zuhause. Die Formel-1-Strecke soll dazu beitragen, Yvelines zum Zentrum der französischen Autoindustrie zu machen und die Aktivitäten von Renault in aller Welt werbewirksam ins beste Licht zu rücken. Die Strecke von Les Mureaux soll elf Kurven haben, 4,5 Kilometer lang sein und 100.000 Zuschauer fassen.

Ganzjährig sollen in einem Kongresszentrum oberhalb der Boxengasse Tagungen der Automobilindustrie stattfinden - auch und vor allem zu den in Flins hergestellten Öko- und Elektroautos. Das jedoch beruhigt die Kritiker aus dem grünen Lager ebenso wenig wie das Versprechen, vor allem auf Biomaterialen zu setzen, Solarzellen auf den Tribünen einzubauen und beim Bau der Strecke die Qualitätsrichtlinie HQU für hohe Umweltqualität zu erhalten.

Rotes Tuch für grüne Aktivisten

Schon hat sich eine Bürgerinitiative namens "Flins ohne F1" gegründet, die gemeinsam mit Umwelt- und Naturschützern gegen den Streckenbau Sturm läuft. Neben wirtschaftlichen Argumenten, wonach mit den 112 Millionen Euro Investitionssumme lediglich 50 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, sind es vor allem grüne Gründe, welche die Kritiker rot sehen lassen.

Die Strecke soll nämlich auf einem Areal entstehen, das eigentlich für die biologische Landwirtschaft vorgesehen ist und zudem für die Trinkwasserversorgung von 400.000 Menschen verantwortlich zeichnet. Die Regierung sagt zwar eine Umweltverträglichkeit zu, unterstützt aber in ihrer Mehrheit den Bau der Strecke.

Nun können nur noch zwei Vögel den Bau stoppen. Zwei geschützte Arten, der Kiebitz und der Triel, brüten nämlich dort, wo die Bagger buddeln. Sollte der Bau nun gestoppt werden, werden der Kiebitz und der Triel wohl Bestandteil eines Alptraums von Ecclestone...

Fotoquelle: xpb.cc

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