Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug setzt auf eine sachliche Diskussion

Formel 1 2009

— 19.05.2009

Haug: "Wir brauchen keine Drohgebärden"

Im Streit zwischen Teamvereinigung FOTA und Weltverband FIA hofft Norbert Haug auf eine schnelle Lösung: "Konkurrenzserie steht nicht auf dem Plan"

Während ein französisches Gericht über den Ferrari-Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen das Formel-1-Reglement 2010 entscheiden muss, setzt man andernorts auf einen direkten Dialog im Streit um das Regelwerk. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hofft, dass man schon am kommenden Wochenende in Monaco neue Lösungen finden kann.

"Wir wollen, dass die Diskussion versachlicht wird und man etwas Vernünftiges hinbekommt", stellte Haug klar. Am kommenden Freitag will sich die Teamvereinigung FOTA auf eine gemeinsame Linie einschwören und anschließend den Dialog mit Max Mosley suchen. "Man sollte sich auf eine Richtung verständigen. Die FOTA hat vernünftige Ideen. Wir unterstützen ganz klar die Sparmaßnahmen", machte der Mercedes-Sportchef die Haltung der Teams deutlich.

"Wir müssen die Kosten senken und die Einnahmen weiter steigern, auch von Seiten des Rechteinhabers", appellierte Haug. In Richtung Bernie Ecclestone und FIA-Boss Mosley fügte er hinzu: "Man muss aber zusammenarbeiten wollen. Wir wollen das." Die Teams wollen keinesfalls ein zweigleisiges Reglement in der Formel 1 sehen, wie es im Zuge der freiwilligen Budgetbegrenzung vom FIA-Weltrat verabschiedet worden war.

Angesichts des vom Weltverband durchgeboxten neuen Regelwerkes hatte sich lautstarker Protest seitens vieler Teams formiert. Ferrari drohte prompt mit einem Rückzug aus der Königsklasse. "Man muss Ferraris Position mit speziellen Augen sehen", erklärte Haug. "Das ist die Traditionsfirma der Formel 1. Die hat im Haus die Rennmannschaft mit 700 bis 1.000 Leuten. Das kann man nicht von heute auf morgen einfach halbieren. Williams hat es da leichter, weil die anders aufgestellt sind. Ich hoffe, dass wir einen Mittelweg finden können."

"Wir sind auf der FOTA-Linie. Diese Linie wird bei einem Treffen in Monaco noch einmal bestätigt. Wir haben noch Fragen zum Reglement und zum Concorde-Agreement. Diese Fragen sollten beantwortet werden, bevor man sich einschreibt. Das sollte aber innerhalb der Frist möglich sein", meinte der Mercedes-Motorsportchef mit Blick auf die Einschreibefrist, die am 29. Mai enden wird. Laut Haug könnte auch Ferrari im nächsten Schritt zu Zugeständnissen bereit sein: "Wenn die Verfassung so geschrieben wird, wie man sich das vorstellt, dann braucht man kein Vetorecht. Dann glaube ich auch, dass Ferrari da offen sein wird."

Die aktuellen Diskussionen um die mögliche Gründung einer Herstellerserie sieht der Schwabe gelassen. "Wir brauchen keine Drohgebärden", erklärte Haug und versuchte damit auch eine gehörige Portion Emotionalität aus der aktuellen Debatte zu nehmen. "Eine Konkurrenzserie ist nicht aktiv auf dem Plan. Das bringt nichts."

Fotoquelle: xpb.cc

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