Über dem Hockenheim-Motodrom halten sich hartnäckig dunkle Wolken

Formel 1 2009

— 20.05.2009

Wer rettet den Grand Prix in Hockenheim?

Auf dem Weg zur Zukunftssicherung des Grand Prix in Hockenheim findet heute eine vorentscheidende Sitzung in der Staatskanzlei statt

Mit Spannung wird das heutige Krisengespräch von Vertretern der Rennstrecke in Hockenheim, der Stadt und der Region mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger erwartet. In dieser Runde soll zum einen ein weiteres Gespräch von Oettinger mit Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone vorbereitet werden. Vor allem aber sollen Maßnahmen gegen die drohende Deckungslücke von sechs Millionen Euro beim Großen Preis von Deutschland 2010 gefunden werden.

"Ich werde dabei sein", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor dem Treffen in der Staatskanzlei. "Ich hoffe, dass man zu einer Lösung kommt." Der Schwabe rechnet sich gute Chancen auf eine Rettung des Formel-1-Rennens aus. "Mit dem Rennen wird in der Region sehr viel Geld eingenommen. Gewinn und Steueraufkommen betragen zusammen 16 Millionen Euro. Wenn gleichzeitig für das Rennen zwischen fünf und sechs Millionen fehlen, dann sollte sich da irgendwo ein Ausgleich finden lassen."

Mercedes will sich für den Erhalt des Rennens stark machen, so Haug: "Natürlich hätten wir gern auch in Zukunft einen Heim-Grand-Prix." Allerdings schloss er eine finanzielle Beteiligung des Automobilherstellers aus. "Wir können eine argumentative und vermittelnde Rolle spielen. Wir werden nicht in einen Topf einzahlen. Bei zwei DTM-Rennen und der Formel 1 sind wir einer der größten Kunden und wir verkaufen die Tickets weiter. So sehen wir unsere Rolle."

Aus Sicht des Mercedes-Motorsportchefs liegt das Hauptproblem in der Verteilung des Risikos. Während andernorts staatliche Hilfen an der Tagesordnung sind, steht die 21.000-Einwohner-Stadt mit der Last möglicher Deckungslücken bislang ganz allein da. "Man müsste die Stadt entlasten. Das ist die einzige Kleinstadt, die einen Grand Prix veranstaltet. Monte Carlo oder Singapur tun sich da natürlich leichter. Überall ist dort auch Staatshilfe dabei."

Bei aller Diskussion über Kosten und Risiken dürfe man nicht vergessen, dass gerade die Rennstrecke in Baden-Württemberg immer wieder spannende Rennen produziert habe. "Nicht so wie zum Beispiel in Barcelona, wo es meist nicht gerade die spannendsten Rennen gab", so Haug. Dennoch: Die Austragung eines Formel-1-Grand-Prix muss finanziell abgesichert sein. Angesichts rückläufiger Besucherzahlen keine leichte Aufgabe. "Wir wollen volle Stadien haben. Wir sehen es bei der DTM. Wenn man vernünftige Preise macht, wird das Stadion voll. Das war bei der Formel 1 nicht der Fall. Daran müssen wir auch im Rahmen der FOTA arbeiten", versprach Haug.

Die Betreiber des Hockenheimrings müssen ihre Kosten fast allein durch den Ticketverkauf decken. Ein hoher organisatorischer Aufwand und horrende Antrittsgelder für die Königsklasse stehen auf der Negativseite. "Wenn man aber eine Bewerberliste von potenziellen Austragungsorten hat und alle mehr Geld bieten, dann ist es sicherlich nicht ganz leicht, die Lösung zu finden, um finanziell entgegen zu kommen", sagte Haug und stützte damit die Position von Bernie Ecclestone. "Hockenheim ist keinesfalls der teuerste Grand Prix bezüglich der Rechtegebühr."

Fotoquelle: xpb.cc

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