Sebastian Vettel will mit dem runderneuerten Red Bull an sie Spitze fahren

Formel 1 2009

— 21.05.2009

Vettel: Brawn möglichst schnell stoppen

Mit einem neuen Update am Red Bull RB5 geht Sebastian Vettel in den Grand Prix von Monaco: Gute Erinnerungen, hohe Ziele und Erwartungen

Frage: "Sebastian, du hattest im vergangenen Jahr ein phänomenales Rennen, bist von Startplatz 19 auf Platz fünf gefahren. Magst du die Strecke?"
Vettel: "Ja, ich mag sie. Im vergangenen Jahr war die Situation für uns nicht ganz einfach, weil wir hier erstmals mit unserem neuen Auto angetreten sind. Wir hatten keinerlei Ersatzteile. Es war nicht ganz einfach, im Rennen damit umzugehen. Aber glücklicherweise bin ich schadlos durch ein chaotisches Rennen gekommen, welches zum Teil auf nasser, zum Teil auf trockener Strecke gefahren wurde. Mit einer Ein-Stopp-Strategie konnte ich an vielen Gegnern vorbeiziehen und letztlich gute Punkte einfahren. Das war ein gutes Rennen für uns."

Frage: "Was hat sich seit dem vergangenen Jahr verändert, an deinem Fahrstil und an deiner Persönlichkeit?"
Vettel: "Ich denke, dass ich immer noch derselbe Mensch bin. Ich habe mich nicht großartig verändert. Hoffentlich habe ich viel dazugelernt. Ich fühle mich im Auto und beim Fahren besser, arbeite besser mit der Mannschaft zusammen. Natürlich bin ich in diesem Jahr neu bei Red Bull. Ich muss also mich auch erst wieder an die Abläufe im neuen Team gewöhnen. Außerdem würde ich sagen, dass ich noch besser werden muss."

Frage: "Was erwartest du für den diesjährigen Grand Prix in Monaco?"
Vettel: "Man kann kaum genaue Vorhersagen treffen. Ich bin aber sicher, dass wir ein konkurrenzfähiges Auto haben werden. Wir haben das schon in den zurückliegenden fünf Rennen gesehen. Unabhängig von den Ergebnissen waren unsere Rennen eigentlich immer ganz gut. Es war viel versprechend und ich wüsste nicht, warum sich das hier ändern sollte. Wir kommen mit neuen Teilen hierher. Die sollten uns dabei helfen, vielleicht noch stärker zu sein. Mal abwarten."

Frage: "In Monza und China hast du bei deinen Siegen deine enorme Konzentrationfähigkeit bewiesen. Das wird auch hier ganz wichtig sein. Siehst du das als deinen Vorteil?"
Vettel: "Ich hoffe darauf. Das wird ein langes Rennen und Straßenkurse sind immer etwas knifflig. Man muss sehr fokussiert sein. Es geht darum, jederzeit voll konzentriert zu sein, gleichzeitig genauso zu pushen wie auf anderen Kursen. Dabei darf man sich keinen Fehler erlauben. Hier ist ordentlich Würze drin, aber das macht es ja so interessant."

Frage: "Wie wichtig ist der Fahrer auf dieser Strecke?"
Vettel: "Auf solchen Strecken ist der Fahrer grundsätzlich sehr wichtig, wichtiger als auf anderen Strecken. Man hat hier keinen Platz für Fehler, muss mutig sein, hart pushen wie auf allen anderen Strecken, aber darf nicht in der Mauer oder in der Leitplanke landen. Das ist schwierig, macht aber auch Spaß. Der Fahrer ist also ganz bestimmt wichtiger als sonst, aber wie viel das ausmacht, kann man kaum sagen. Man braucht sicherlich immer und überall ein gutes Auto, aber hier auf dieser Strecke kann der Pilot ganz bestimmt einen größeren Unterschied machen. Wenn man sich mal anschaut, dass zwischen 1984 und 1993 - darüber haben wir heute Morgen diskutiert - nur zwei Fahrer gewonnen haben, nämlich Prost und Senna, dann müssen die sicher irgendetwas besser gemacht haben als der Rest des Feldes."

Frage: "Das französische Gericht hat den Ferrari-Antrag auf einstweilige Verfügung abgelehnt. Das könnte Auswirkungen auf die gesamte Formel 1 haben, also auch auf deine persönliche Zukunft. Musst du dich vielleicht in anderen Kategorien umschauen, falls dein Team im kommenden Jahr nicht mehr antritt?"
Vettel: "Ich habe das Ergebnis noch gar nicht so genau verfolgt. Es ist schwierig, das jetzt zu kommentieren. Zunächst möchte ich detailliert erfahren, was genau entschieden wurde, dann höre ich mir die verschiedenen Meinungen an und erst dann kann ich etwas mehr über meine persönliche Zukunft wissen."

Frage: "Wie gefällt dir dein neues Doppel-D-Modell, also der Red Bull mit Doppeldiffusor?"
Vettel: "Man sehen, ich weiß es jetzt noch nicht. Wir versuchen ständig neue Teile an den Wagen zu bringen, um uns weiter zu verbessern. Inwieweit uns das hier gelingt, sehen wir erst in den Trainings. Am Sonntag können wir dann ablesen, ob wir einen weiteren Schritt gemacht haben. Auf dieser Strecke wird es ohnehin nicht ganz einfach sein, den Effekt abzulesen, weil dieser Kurs ganz anders ist als alle anderen. Wir werden erst in den kommenden Rennen ein klareres Bild bekommen, erst ab dem nächsten Rennen in Istanbul."

Frage: "Welches ist für dich die schwierigste, gefährlichste und herausforderndste Kurve in Monaco?"
Vettel: "Die blinden Kurven sind die schwierigsten, weil man dort einfach selbstbewusst hinein muss. Am Casino und am Schwimmbad, wo man wirklich schnell sein muss, da brauchst du ganz schön Eier. Es ist aber insgesamt ein schwieriger Kurs. Man gewinnt oder verliert die Zeit nämlich nicht nur in den schnellen Ecken. Auch die übersichtlicheren Ecken, zum Beispiel in der Hafenschikane, sind für eine gute Rundenzeit wirklich enorm wichtig."

Frage: "Wie wichtig wird es sein, den Durchmarsch von Jenson Button an diesem Wochenende zu stoppen? Sind eure Titelträume vorbei, falls er hier seinen fünften Saisonsieg feiert?"
Vettel: "Erst einmal glaube ich, dass es für alle Verfolger gut ist, dass wir nach wie vor das Punktesystem in der Formel 1 haben. Nichts ist unmöglich. Wir haben erst fünf Rennen hinter uns, es kommen noch viele mehr. Natürlich ist es wichtig, dass Brawn jetzt mal eingebremst wird. Das gilt nicht nur für uns, sondern für alle. Wir wollen das Ruder herumreißen und möglichst schnell mit dem Siegen anfangen. Unser Ziel ist es, sie zu schlagen und Rennsiege zu feiern. Dafür müssen wir dann natürlich alle Gegner schlagen."

Frage: "Du hast als Fahrer sowohl eine Beziehung zu deinem Team wie auch zur FIA. Der Weltverband will nun anscheinend ein Regelwerk einführen, welches niemand in der Formel 1 wirklich sehen möchte. Wie denkst du darüber?"
Vettel: "Erst einmal sind wir doch alle aus dem gleichen Grund hier. Wir alle lieben es, schnelle Autos zu fahren. Motorsport und speziell die Formel 1 ist unser Leben. Wir wollen gegeneinander kämpfen. Neue Regeln einzuführen ist immer schwierig. Jeder mag da seine eigene Meinung haben. Manch einer mag die angedachte Richtung, manch anderer eben nicht. Man sieht jeweils eigene Vor- oder Nachteile. Letztlich endet so etwas immer in langwierigen Diskussionen, das ist nicht ganz einfach. Ich glaube, dass wir alle Rennen fahren wollen und die Formel 1 bietet uns dafür die beste Bühne. Wir sind für die Fans hier und wir alle wollen, dass dieser Sport eine Zukunft hat. Es gibt immer unendlich viele Standpunkte und Debatten. Es ist schwierig, sich da auf eine Richtung festzulegen."

Frage: "Unternimmst du hier in Monaco irgendwelche Maßnahmen, um deine Starts zu verbessern? Bisher lief es am Start nicht so gut, auch in Barcelona nicht..."
Vettel: "Das stimmt wohl, wir hatten bisher wirklich keine guten Starts. Nach jedem Rennen schaut man sich das noch einmal an und versucht es zu verbessern. Wir haben deutlich erkannt, dass wir im Vergleich zur restlichen Spitzengruppe mit beiden Autos nie sonderlich gut weggekommen sind. Ich bin sicher, dass wir das in den Griff bekommen und hier auf trockener Fahrbahn einen ordentlichen Start hinlegen können. Im Nassen sieht es sowieso immer etwas anders aus. Da ist es ohnehin immer deutlich schwieriger. Aber ich denke, es wird bei uns okay sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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