Nico Rosberg in der langsamen Loews-Kurve: Der Deutsche lebt in Monte Carlo

Formel 1 2009

— 21.05.2009

Donnerstagsbestzeit in Monaco geht an Rosberg

Nico Rosberg darf sich bis Samstag schnellster Mann von Monaco nennen - Lewis Hamilton vor den Brawn-Piloten Zweiter - Sebastian Vettel gut dabei

Nico Rosberg gilt anno 2009 als Freitagsweltmeister der Formel 1, aber in Monaco erzielte er heute ausnahmsweise auch an einem Donnerstag Bestzeit: Der Williams-Toyota-Pilot nutzte die Strategie seines Teams, schon zum Auftakt eines Wochenendes für das Qualifying zu üben, und setzte sich im vielleicht prestigeträchtigsten Freien Training der Saison an die Spitze des Klassements.

Natürlich kann sich Rosberg für seine 1:15.243 Minuten nach 45 Runden nichts kaufen, aber er darf sich darüber freuen, den Reichen und Schönen an der Cote d'Azur einen unterhaltsamen Nachmittag geliefert zu haben, denn in den letzten Minuten matchte sich der Deutsche mit seinem alten Kumpel Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/35 Runden) um die Tagesbestzeit. Schlussendlich wies er den Vorjahressieger um 0,202 Sekunden in die Schranken.

Kein Schrott im Fürstentum

Da tat es auch nicht weiter weh, dass Rosberg am Ende der Session den Notausgang bei Mirabeau nutzen musste. Das war einer der wenigen Zwischenfälle einer für Monaco-Verhältnisse erstaunlich disziplinierten Session, denn keiner der 20 Piloten produzierte heute Schrott. Dafür gab es naturgemäß den einen oder anderen harmlosen Verbremser in der Sainte Devote, unter anderem auch von Sebastian Vettel (6./Red-Bull-Renault/+ 0,604/33 Runden).

Vettel musste nach dem Motorwechsel über Mittag knapp 25 Minuten warten, bis er erstmals auf die Strecke gehen konnte; nach 36 Minuten schien er als 16. erstmals auf dem Zeitenmonitor auf und am Ende landete er doch wieder im Spitzenfeld. Außerdem war er schneller als Teamkollege Mark Webber (12./+ 1,336/27 Runden), der seinerseits nach den Getriebeproblemen von heute Morgen wegen eines Problems mit der Hinterradaufhängung die halbe Session verlor.

Der Motorschaden bei Red-Bull-Renault tat aber weit weniger weh als jener von Robert Kubica (2 Runden) dem BMW Sauber F1 Team, denn Vettels V8-Aggregat wäre heute Abend sowieso entsorgt worden. Dem Deutschen wird lediglich die Trainingszeit mit dem neuen Doppeldiffusor abgehen. Kubica hingegen rollte schon nach gut fünf Minuten auf der Beau Rivage aus - mit brennendem Heck und einer gigantischen Rauchwolke im Rückspiegel!

Probleme beim BMW Sauber F1 Team

Das BMW Sauber F1 Team kann damit unmöglich zufrieden bilanzieren, denn schon nach den ersten 90 Minuten des Wochenendes hatte sich Kubica über fehlenden Grip, einen aufsetzenden Unterboden und ein katastrophales Bremsverhalten beklagt. Stallgefährte Nick Heidfeld hatte zumindest keine technischen Probleme, fand aber anscheinend ebenfalls nicht den Stein der Weisen: 1,866 Sekunden Rückstand, 40 Runden, 17. Platz.

Damit war er zumindest nicht schlechtester Deutscher - diese zweifelhafte Ehre wurde Timo Glock (18./+ 1,964/45 Runden) zuteil, dessen Toyota-Team ebenfalls zu straucheln scheint. Das kann man von den früheren Topteams McLaren-Mercedes und Ferrari nicht behaupten: Hamilton als Zweiter und Felipe Massa (+ 0,589/42 Runden) als Fünfter hielten die silberne beziehungsweise rote Fahne ungewohnt hoch und deuteten an, dass mit ihnen im Fürstentum zu rechnen sein wird.

Die Silberpfeile durften sich zwischenzeitlich sogar über eine Doppelführung freuen - und auch am Ende landete Heikki Kovalainen (+ 0,741/45 Runden) als Siebenter in den Top 10. Damit gewann er das finnische Duell gegen Kimi Räikkönen (43 Runden) im zweiten Ferrari übrigens um genau eine Tausendstelsekunde. Das Geheimnis des Comebacks der Etablierten ist wohl die Streckencharakteristik in Monaco, denn die Aerodynamik ist hier weniger wichtig als zuletzt in Spanien.

Brawn mit starker Donnerstagsleistung

Das bisher dominante Brawn-Mercedes-Team, ansonsten am ersten Trainingstag immer zurückhaltend unterwegs, belegte heute mit Rubens Barrichello (+ 0,347/41 Runden) und Jenson Button (+ 0,531/36 Runden) die soliden Positionen drei und vier. Barrichello schienen die Zeiten etwas leichter von der Hand zu gehen, WM-Leader Button wurde auf einem seiner schnellsten Runs aber auch mehrfach von langsameren Konkurrenten aufgehalten.

Apropos aufhalten: Zu einem "Zwergenaufstand" kam es, als Giancarlo Fisichella (19./Force-India-Mercedes/+ 2,261/45 Runden) am Schwimmbad am langsamen Massa vorbeiging und dessen unachtsames Fahren mit einer wilden Handgeste quittierte. Massa fuchtelte mit den Händen zurück - und ausgangs Schwimmbad wären sich die beiden beinahe gegenseitig ins Auto gefahren! In den engen Straßen der Mittelmeerstadt sind solche Szenen keine Seltenheit.

Den Preis für die Szene des Tages vergeben wir aber an das Toro-Rosso-Ferrari-Duo Sébastien Bourdais (16./+ 1,809/48 Runden) und Sébastien Buemi (15./+ 1,740/48 Runden), denn die beiden nutzten unmittelbar hintereinander fahrend den Notausgang in der Sainte Devote, drehten dort direkt hintereinander um und nahmen das Training anschließend wieder auf, als wäre nichts gewesen. Jeder Synchrontrainer hätte daran seine Freude gehabt...

Fotoquelle: xpb.cc

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