Die Statistik spricht nach dem Qualifying für einen Sieg von Jenson Button

Formel 1 2009

— 23.05.2009

Monaco-Qualifying: Die Kugel rollt auf die 22!

Jenson Button sicherte sich die wichtigste Pole-Position des Jahres vor Kimi Räikkönen und Rubens Barrichello - Große Kaliber bereits in Q1 k.o.

Monte Carlo, so heißt es immer wieder, sei das wichtigste Qualifying-Roulette des Jahres - wer hier auf Pole-Position steht, der hat schon zumindest ein Bein in der Fürstenloge. Das ist ein gutes Omen für Teufelskerl Jenson Button (Brawn-Mercedes), der heute Nachmittag eine sensationelle Vorstellung ablieferte und in letzter Minute zum vierten Mal in dieser Saison ganz nach vorne fuhr.

Button steigerte sich im Top-10-Finale von 1:15.735 auf 1:14.902 Minuten, überholte damit noch drei Konkurrenten und hatte am Ende die Nase um 25 Tausendstelsekunden vor Kimi Räikkönen (Ferrari), der nach verhaltenem Beginn im dritten Segment beinahe noch für eine Sensation gesorgt hätte. Interessant an der Button-Zeit: Der WM-Leader war in Q3 um 0,114 Sekunden schneller als in Q2 (!), was darauf hindeutet, dass er sein volles Potenzial erst im letzten Moment entfaltet hat.

Brawn von Button überrascht

"Jenson überrascht uns immer wieder", strahlte der glückliche Teamchef des Polesetters, Ross Brawn, der aber nach den Freien Trainings ein bisschen mehr von Rubens Barrichello (3./+ 0,175) erwartet hätte: "Rubens hatte heute eine große Chance." Der routinierte Brasilianer könnte sogar noch weiter zurückfallen, weil er in der Schlussphase angeblich Nico Rosberg (6./Williams-Toyota/+ 0,553) entscheidend aufgehalten haben soll.

Rosberg hatte in den ersten 20 Minuten noch Bestzeit erzielt, war in Q2 Fünfter und am Ende immerhin zweitbester Deutscher. Die Ehre des besten Deutschen wurde erwartungsgemäß Sebastian Vettel (+ 0,369) zuteil, der seinen Red-Bull-Renault mit dem neuen Doppeldiffusor auf Platz vier abstellte - und damit nicht zufrieden war. Fünfter wurde Felipe Massa (+ 0,535), der mit einem Einschlag am Schwimmbad gleich zu Beginn des ersten Segments kurz für Hektik gesorgt hatte.

Zumindest blieb Massa ein Schicksal wie jenes von Vorjahressieger Lewis Hamilton erspart, denn für den war schon nach zehn Minuten Schluss: Der McLaren-Mercedes-Pilot kam in Q1 mit überlegener Zwischenbestzeit bei Mirabeau an, wo sein Heck überbremste - die Folge war ein hartes Touchieren der Barriere mit dem linken Hinterrad, das prompt kollabierte. Somit musste Hamilton aussteigen und sich mit dem 16. Startplatz für morgen zufrieden geben.

Hamilton ans Team: "Sorry, Jungs!"

"Ich entschuldige mich beim Team für diesen Fehler. So etwas schluckst du natürlich nicht leicht runter, aber Fehler passieren. Ich werde morgen trotzdem kämpfen", meinte der Monte-Carlo-Spezialist. Hamilton war über sein Missgeschick so enttäuscht, dass er auf dem Weg zurück an die Box minutenlang den Helm nicht abnahm. Für Formel-1-Experte Keke Rosberg ist Hamilton "heute der Depp", der Finne sagte aber auch: "Das gehört zum Sport dazu."

Gemeinsam mit dem amtierenden Weltmeister waren in Q1 beide Piloten des BMW Sauber F1 Teams und von Toyota ausgeschieden. "Das Handling ist nicht so schlecht, aber es fehlt uns einfach an Pace", schimpfte Timo Glock, der offensichtlich alles riskierte, sich im letzten Versuch am Schwimmbad drehte, aber trotzdem nur 20. und Letzter wurde. Damit verlor er das Stallduell gegen Jarno Trulli (19.) um 0,240 Sekunden.

Beim BMW Sauber F1 Team war Nick Heidfeld (17.) heute der schnellere, aber keineswegs der zufriedenere Mann: "Wir wissen nicht, woran es liegt", meinte der Deutsche achselzuckend. "Von Punkten sind wir meilenweit entfernt, obwohl wir das Auto mehrfach umgebaut haben, weil wir sowieso nichts mehr zu verlieren hatten. Die Änderung vor dem Qualifying hat sich nicht als richtig herausgestellt. Sehr enttäuschend."

Webber von Vettel klar geschlagen

In Q2 verabschiedeten sich dann Sébastien Buemi (Toro-Rosso-Ferrari), Nelson Piquet (Renault) mit Dreher in der Zielkurve, Giancarlo Fisichella (Force-India-Mercedes), Sébastien Bourdais (Toro-Rosso-Ferrari) und Adrian Sutil (Force-India-Mercedes), der erstmals in dieser Saison in die Runde der besten 15 einzog. Die größte Enttäuschung im abschließenden Finale war wohl Vettel-Teamkollege Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,751) auf Platz acht.

Wie wichtig das Qualifying in Monte Carlo ist, beweist ein Blick in die Statistik: Bei bisher 55 zur Formel-1-Weltmeisterschaft zählenden Grands Prix im Fürstentum gewann stolze 22 Mal der Polesetter, 13 Mal der Zweite und zehnmal der Dritte der Startaufstellung. Nur zehnmal triumphierte am Sonntag ein Fahrer, der sich tags zuvor nicht unter den schnellsten Drei qualifiziert hatte. Ein gutes Omen für die Herren Button, Räikkönen und Barrichello.

Noch mehr Gewicht kommt einem guten Startplatz zu, weil es im Gegensatz zum Vorjahr aller Voraussicht nach wohl keine Regenlotterie geben wird - prognostiziert sind ähnliche Wetterbedingungen wie heute mit warmen Temperaturen und Sonnenschein. Trotzdem spielt der Zufall im Formel-1-Roulette in den Straßenschluchten an der Cote d'Azur meistens eine größere Rolle als auf konventionellen Rennstrecken...

Fotoquelle: xpb.cc

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