Teamchef Ross Brawn bekam ein bisschen was vom Siegerchampagner ab

Formel 1 2009

— 24.05.2009

Brawn spricht noch nicht vom WM-Titel

Ross Brawn freut sich über den Triumph in Monte Carlo, an den WM-Titel will er aber noch nicht denken - Jenson Button soll auf Lebenszeit bleiben

Das Brawn-Team hat in der Fahrerwertung mit Jenson Button schon 28 Punkte Puffer auf den ersten Verfolger Sebastian Vettel, bei den Konstrukteuren sind es gar schon 43,5. Allerdings sind erst sechs von 17 Rennen gefahren und noch 110 (Fahrer) beziehungsweise 198 (Konstrukteure) Zähler zu vergeben, sodass Ross Brawn noch nicht an das mögliche WM-Wunder denkt.

Aber zumindest dem Rest der Welt ist nach dem eindrucksvollen Doppelsieg von Button und Rubens Barrichello in Monte Carlo klar, dass es für die Konkurrenz sehr schwierig wird, das Ex-Honda-Team noch vom Thron zu stürzen. Denn während die stärksten Konkurrenten der Überseerennen, Red Bull und Toyota, heute nicht ganz vorne mitfighten konnten, kommt das Revival des wiedererstarkten Ferrari-Teams wohl die eine oder andere Woche zu spät.

"Es war ein gutes Rennen, aber kein einfaches", analysierte Brawn den 67. Grand Prix von Monaco, den seine beiden Autos von der ersten bis in die 78. und letzte Runde dominiert hatten. "Am Anfang hatten wir Probleme, weil die weichen Reifen im ersten Stint stark abbauten. Wir überstanden diese Schwächephase, legten gute Boxenstopps hin und die Fahrer waren auch top. Dabei kam dann dieses Resultat raus."

Der Schlüssel zum Doppelsieg war Barrichellos Raketenstart, der ihn an Kimi Räikkönen vorbeibrachte. Brawn: "Deswegen haben wir uns ja für die weichen Reifen entschieden, um am Start einen Vorteil zu haben. Das hat wunderbar funktioniert, aber nach zehn, 15 Runden setzte massives Graining ein. Im Nachhinein betrachtet war es die richtige Entscheidung, aber auch eine knappe." Wie knapp, das bewiesen die Reifenprobleme von Vettel.

Bei der Siegerehrung wurde Brawn von den Securitys übrigens nicht durchgelassen, sodass er das Treiben in der Fürstenloge im wahrsten Sinne des Wortes nur als Zaungast verfolgen konnte. Dennoch war er sichtlich gerührt: "Das ist etwas ganz Besonderes. Es ist schwierig, das in Worte zu fassen. Die Jungs haben das ganze Wochenende keinen Fehler gemacht. Die Strategie hat gepasst, der Start war gut. Alles hat funktioniert. Jenson war heute einfach super."

Heute Abend werde er sich "eine kleine Party" gönnen, aber auf Fragen nach dem immer wahrscheinlicher werdenden WM-Titel reagiert der 54-Jährige auch nach Abschluss des ersten Saisondrittels noch empfindlich: "Ich möchte darüber nicht sprechen. Wir nehmen jedes Rennen, wie es kommt, und wir wollen natürlich solche Resultate wie heute noch möglichst oft zeigen. Wenn uns das gelingt, dann ist viel möglich", so Brawn.

Aus dem Häuschen war auch Geschäftsführer Nick Fry: "Absolut fantastisch, sehr speziell! Alle waren nervös, weil wir dieses Ding unbedingt gewinnen wollten. Mir fehlen die Worte! Monaco ist in der Formel 1 einfach etwas Besonderes. Hier einen Doppelsieg zu feiern, das ist außergewöhnlich - auch für Mercedes. Jensons Siegermotor hat heute sein drittes Rennen bestritten. Das hat es in der Formel 1 davor noch nie gegeben."

"Als wir auf der Startaufstellung die Reifen ausgepackt und alle gesehen haben, dass wir auf weichen Slicks sind, fragten wir uns, ob wir zu ehrgeizig sind, aber es hat für Jenson gut geklappt; für Rubens wegen Grainings leider weniger", gab Fry zu Protokoll. "Jenson ist schon lange bei uns und wir möchten ihn für den Rest seiner Karriere halten. Ich denke, das beruht auf Gegenseitigkeit. Wir sollten uns auf einen langfristigen Vertrag einigen."

Fotoquelle: xpb.cc

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