Message an die Heimat: "Luca, endlich haben wir das erste Podium im Sack!"

Formel 1 2009

— 24.05.2009

Domenicali: "Haben den Abstand verringert"

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali analysiert die starke Leistung in Monte Carlo und spricht über den Streit mit FIA-Präsident Max Mosley

Nach dem schlechtesten Saisonauftakt aller Zeiten leitete Ferrari heute in Monte Carlo die Wende ein: Kimi Räikkönen holte als Dritter das erste Podium, Felipe Massa wurde guter Vierter. Damit etablierte sich Ferrari zumindest vorübergehend als zweite Kraft in der Formel 1. Anschließend sprach Teamchef Stefano Domenicali wie jeden Grand-Prix-Sonntag mit den Medien über die Ereignisse des zurückliegenden Wochenendes.

Frage: "Stefano, ein Startplatz in der ersten Reihe und ein Podium - hat die Saison für Ferrari nun endlich begonnen?"
Stefano Domenicali: "Unsere beiden Autos haben heute zumindest einige wichtige Punkte eingefahren. Das war ein wichtiger Schritt für uns. Unsere Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich voll und ganz ihrer Aufgabe verschrieben hat. Das ist in so einer Zeit nicht selbstverständlich, denn überall ist von dramatischen Kürzungen die Rede, von hunderten Leuten, die ihre Jobs verlieren werden. Aus diesem Grund müssen wir sehr vorsichtig sein. Deswegen halte ich es für sehr wichtig, den Leuten, die hart dafür arbeiten, dass wir unsere Performance bringen können, zu danken."

Aufwärtstrend bestätigt

"Die andere Sache, die wir heute gesehen haben, ist, dass sich der Aufwärtstrend von Spanier hier bestätigt hat. Das sagt uns, dass wir in die richtige Richtung gehen. Wir müssen uns auf unseren Job konzentrieren und wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass wir uns weiter verbessern müssen. Zumindest sind wir an die Autos vor uns aber näher herangekommen. Das ist ein gutes Zeichen - und unsere Leute können daraus Motivation schöpfen, nachdem der Saisonauftakt nicht gerade gut war."

Frage: "An welchen Bereichen des Autos müsst ihr noch besonders arbeiten, um die Brawns herausfordern zu können?"
Domenicali: "Anpressdruck ist das Wichtigste, was uns fehlt. Das würde uns in den Hochgeschwindigkeitskurven helfen. Ich glaube, dass das unser größtes Problem ist, das wir angehen müssen. Ich bin mir sicher, dass wir schon in der Türkei einen weiteren Schritt nach vorne machen können. Aber genau das macht für uns den Reiz am Motorsport aus: Dass man in eine schwierige Situation gerät und auf diese reagieren muss. Wir wollen zeigen, dass wir am schnellsten entwickeln können."

Frage: "Kannst du bestätigen, dass es zwei Verwarnungen seitens der Rennleitung gegeben hat, weil Felipe Massa in der Schikane mit allen vier Rädern von der Strecke weg war?"
Domenicali: "Ich kann bestätigen, dass es darüber im Briefing Diskussionen gegeben hat. Da wurde gesagt, dass man darauf achten soll, in den Schikanen immer zumindest mit einem Rad auf der Strecke zu bleiben. Es gab dann eine ganz normale Konversation zwischen der Rennleitung und uns am Kommandostand. Wir schenkten diesem Thema natürlich Beachtung, aber es gab nicht wirklich eine Gelbe Karte, sondern nur eine Verwarnung. Aber ja, das stimmt. Deshalb haben wir Felipe am Funk informiert."

Frage: "Kimi Räikkönen erwähnte was von einem Problem beim Boxenstopp. Stimmt das?"
Domenicali: "Ja. Wir hatten beim Reifenwechsel ein Problem mit dem rechten Hinterreifen. Wir wissen noch nicht, was der Grund dafür war, aber das hat Zeit gekostet. Ob es ansonsten gereicht hätte, um Rubens noch zu schnappen, weiß ich aber nicht."

Frage: "Habt ihr eure Arbeitsweise verändert, das Personal, die Strukturen? Was macht jetzt den Unterschied aus?"
Domenicali: "Wir haben unsere Arbeitsmethoden natürlich ein bisschen modifiziert, aber das ist ein laufender Prozess, den es in der normalen Industrie jeden Tag gibt. Es gab aber keine dramatischen Veränderungen."

In Monte Carlo stärker als Red Bull

Frage: "Glaubst du, dass ihr nun hinter Red Bull das zweitbeste Team seid?"
Domenicali: "Heute bestimmt. Sie sind aber auch sehr stark und hatten heute einige Probleme. Aber ihr kennt mich ja: Ich unterschätze nie einen Gegner. Wir werden sehen. Für die Zukunft haben wir den Abstand sicher verringert und hier waren wir anscheinend sogar stärker."

Frage: "Werdet ihr in der nächsten Woche darüber beraten, 2010 unter denselben Regeln wie in dieser Saison zu fahren?"
Domenicali: "Es ist unser Anliegen, zu den diesjährigen Regeln zurückzukehren. Dann wollen wir gemeinsam darüber beratschlagen, was wir im Hinblick auf das kommende Jahr verändern möchten. Die Kosten sind jedenfalls ein Thema, dem sich alle Teams verschrieben haben. Daran werden wir arbeiten."

"Die Kosten stehen allerdings auch in einem direkten Verhältnis zu den Geschäften der Teams. Wir wissen, was wir investieren können. Die Teams werden dieses Thema also sehr gründlich diskutieren müssen. Letztendlich sollten die Rennställe entscheiden, wie viel sie ausgeben können, um das Produkt Formel 1 auf dem Standard zu halten, wie wir in kennen. Unserer Meinung nach sollte uns das nicht von jemandem anderen auferlegt werden."

Frage: "Max Mosley hat heute Morgen gesagt, dass er optimistisch ist, was eine Einigung mit den Teams angeht. Ist so eine Einigung bis Freitag möglich oder gibt es Themen, die mehr Zeit erfordern?"
Domenicali: "Ich weiß nicht. Die Vorschläge, die wir auf den Tisch gelegt haben, sind ziemlich klar. Wir haben das Thema in unserem Meeting angesprochen. Es war wie gesagt ein konstruktives Meeting, aber es muss noch diskutiert werden. Ich bin mir sicher, dass eine sehr wichtige Woche auf uns zukommt, denn formell gesehen müssen die Einschreibungen in die nächste Weltmeisterschaft bis Freitag abgeschlossen sein."

Fotoquelle: xpb.cc

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