Nick Fry nahm am Freitag an den zähen Meetings hinter den Kulissen teil

Formel 1 2009

— 25.05.2009

Fry: "Müssen verantwortungsbewusst agieren"

Brawn-Geschäftsführer Nick Fry im Interview über die Verhandlungen mit der FIA und die Diskussionen über das Verbot der Tankstopps

Das Rennwochenende in Monte Carlo wird in einigen Jahren hoffentlich nur noch wegen des Doppelsiegs des Brawn-Teams in Erinnerung bleiben und nicht wegen der politischen Diskussionen hinter den Kulissen. Doch im Moment sind diese noch omnipräsent. Brawn-Geschäftsführer Nick Fry sprach daher gestern Abend vor seiner Abreise aus dem Fürstentum über den aktuellen Stand der Dinge.

Frage: "Nick, wie ist es um die Verhandlungen mit der FIA bestellt?"
Nick Fry: "So weit, so gut - aber wir müssen noch etwas daran arbeiten. Wir haben uns an diesem Wochenende mit Max Mosley und auch den anderen Teams unterhalten. Diese Treffen waren sehr konstruktiv. Die Stimmung bei diesen Meetings ist gut - das ist schon einmal eine positive Sache. Da ist niemand wütend, sondern alle liefern nur konstruktive Beiträge. Wir haben alle realisiert, dass wir eine große Verantwortung für den Sport und auch für viele Leute haben. Wir müssen einfach verantwortungsbewusst agieren."

Dank an Ferrari und die Silberpfeile

Frage: "Könnt ihr euch in Bezug auf die Deadline der FIA frei entscheiden oder gibt es da ein gemeinsames Vorgehen der FOTA?"
Fry: "Das Ziel ist, zusammenzuhalten. Aber das wollen wir doch alle. Wir haben bislang schon eine Menge erreicht. Die FOTA-Teams waren immer sehr gut zu uns - vor allem Ferrari, McLaren und Mercedes. Wir versuchen, eine gemeinsame Linie zu finden. Soweit, so gut. Warten wir also einfach einmal ab, was in der kommenden Woche geschieht."

Frage: "Luca di Montezemolo hat recht deutliche Worte gefunden. Wie stehst du dazu?"
Fry: "Luca war bisher immer ein sehr guter Vorsitzender der Meetings. Er nimmt sich der einzelnen Vorschläge der Mitglieder an und macht einen sehr guten Job. Ich würde nicht sagen, dass er zu weit gegangen ist."

Frage: "Und was ist mit Ferraris Gang vor Gericht?"
Fry: "Darüber haben wir uns in der FOTA nicht detailliert unterhalten. Ferrari hat das eben gemacht. Sie haben gewisse Verträge, an denen wir keinen Anteil haben. Für die anderen FOTA-Mitglieder ist es daher schwierig, diese Sache zu kommentieren."

Frage: "Geht es nicht vielmehr darum, die Regeln für 2010 am Reglement von 2009 zu orientieren?"
Fry: "Nein. Ich würde sagen, wir stehen in normalen Verhandlungen. Die verschiedenen Parteien haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie das Regelwerk für 2010 aussehen soll. Sobald eine Seite einen Schritt macht, folgt nun einmal die Antwort der anderen Seite und so weiter. Das ist doch ein ganz normaler Vorgang."

Die Teams und das Nachtankverbot

Frage: "Bedeutet das, dass ihr dazu bereit wärt, Dinge wie das Nachtankverbot wieder aus dem Reglementsvorschlag zu streichen?"
Fry: "Ich sehe das Verbot des Nachtankens nicht als eine vollkommen isolierte Sache. Das beruht schließlich auf Vorschlägen der Teams. Manche Rennställe machen sich diesbezüglich aber Sorgen. Wir können das der FIA aber nicht ankreiden, denn die Idee kam ursprünglich von den Teams."

"Wir befürworten allesamt eine finanzielle Neuregelung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen es einfach nicht zu, richtig viel Geld auszugeben. Die Frage ist bloß, wie man das schaffen will und was die richtige Methode dafür ist. Wir haben eine große Bandbreite an Teams. Es gibt gleich eine ganze Reihe von kleinen Rennställen, die gerne der Formel 1 beitreten wollen. Dann gibt es Teams, die nicht über eine besonders gute Infrastruktur verfügen. Außerdem gibt es Rennställe, die noch immer sehr groß sind und einen Hersteller im Rücken haben."

"Das Problem ist also: Wie finde ich einen guten Kompromiss, die kleinen Teams an den Wettbewerb heranzuführen und gleichzeitig die großen Rennställe in einem angebrachten Zeitrahmen etwas zu verschlanken? Das ist keine einfache Aufgabe. Die Diskussionen dauern noch immer an."

Fotoquelle: xpb.cc

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