John Howett nach dem FOTA-Meeting am Freitag im Hafen von Monte Carlo

Formel 1 2009

— 25.05.2009

Toyota dementiert Rückzugsbeschluss

Angeblich soll Toyota schon im Winter beschlossen haben, aus der Formel 1 auszusteigen, aber Teampräsident John Howett dementiert dies

In Monte Carlo kamen nach dem Meetingmarathon am Freitag erstmals Gerüchte auf, wonach Toyota unabhängig von den Regeldiskussionen schon vor dieser Saison beschlossen haben soll, aus der Formel 1 auszusteigen. Auch BMW und Renault könnten akut gefährdet sein, munkelt man. Wo diese Gerüchte herkommen, weiß aber niemand so genau - oder es will niemand sagen.

"Ich halte das für ein absichtlich in die Welt gesetztes Störgeräusch, um weitere politische Spannungen zu erzeugen", erklärte Toyota-Teampräsident John Howett gestern in Monte Carlo. "Es geht auch über Toyota hinaus, sondern das wird ja auch noch ein oder zwei anderen Herstellern unterstellt. Ich kenne die Quelle nicht, aber ich kann sagen, dass bei uns der Wunsch besteht, an der nächstjährigen Weltmeisterschaft teilzunehmen."

WM-Einschreibung kein Selbstläufer

Das ändert freilich nichts an der geäußerten Ausstiegsdrohung, sollte das von der FIA für 2010 beschlossene Reglement in seiner aktuellen Form kommen: "In der aktuell unsicheren Situation ist es sehr schwierig, eine Nennung abzugeben", so Howett. Doch diese Woche soll es weitere Meetings zwischen FIA-Präsident Max Mosley und der Teamvereinigung FOTA geben - und das umstrittene Zweiklassenreglement wurde ohnehin bereits verworfen.

"Toyota", betonte Howett, "hält es für eine der Pflichten eines Automobilherstellers, sich im Motorsport zu engagieren. Ein Auto ist immer noch ein mit Leidenschaft behaftetes Objekt. Viele Autobesitzer lieben Motorsport. Das wollen wir erhalten und unterstützen." Aber: "Alle Hersteller müssen sich die Frage stellen: Ist das ein Sport, mit dem wir in Verbindung gebracht werden möchten? In letzter Zeit gab es Spannungen. Ich denke, mit einer guten Führungsstruktur hätten wir diese Spannungen nicht."

Der Brite räumte jedoch ein, dass es seit dem nicht allzu positiv verlaufenen Meeting in London ermutigende Entwicklungen gegeben hat. Man dürfe allerdings nicht den Fehler machen, jetzt schon zu glauben, dass sich alles von selbst erledigen wird: "Wir müssen abwarten. Es gibt noch Differenzen. Es stimmt, dass es eine Annäherung gegeben hat, aber wir müssen uns die Lösung einmal ansehen und entscheiden, ob sie akzeptabel ist oder nicht."

Hersteller engagieren sich

Grundsätzlich bedauert Howett die permanente Kritik an den Herstellern: "Die Hersteller verschreiben sich der Aufgabe, ein gutes Motorsportumfeld zu schaffen. Man denke nur an die Formel BMW, an die Formel Renault, die Formel Toyota in Japan. Wir bauen einen Formel-3-Motor für Asien und wir sind in der Formel Nippon. Wo man auch hinschaut, überall versuchen die Hersteller, von den Wurzeln bis hinauf zur Königsklasse einen Beitrag zum Motorsport zu leisten."

Außerdem will er sich den Vorwurf nicht gefallen lassen, wonach die Hersteller die Sparmaßnahmen der FIA nur blockieren, um keine neuen Teams in den exklusiven Kreis der bestehenden Formel-1-Teilnehmer aufnehmen zu müssen: "Keines der großen Teams und keiner der Hersteller hat ein Problem damit, dass neue Teams kommen sollen." Es sei jedoch entscheidend, dass diese neuen Teams gewissen Qualitätsansprüchen genügen können.

Was ein neues Concorde-Agreement angeht, so sei man sich mit Promoter Bernie Ecclestone weitgehend einig. Die Teams wollen jedoch im Idealfall auch die FIA als unterschreibende Partei an Bord haben: "Was den Halter der kommerziellen Rechte angeht, stehen wir unmittelbar davor, die offenen Themen abzuschließen", gab Howett zu Protokoll. "Wir stehen Diskussionen über dieses Dokument mit der FIA aufgeschlossen gegenüber."

Fotoquelle: xpb.cc

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