Timo Glock fuhr in Monte Carlo aus der Boxengasse noch auf den zehnten Platz

Formel 1 2009

— 26.05.2009

Glock: "Meine Ziele liegen weitaus höher"

Toyota-Pilot Timo Glock im Teaminterview über das schwierige Rennen von Monte Carlo, die verpatzte Qualifikation und die Aussichten für Istanbul

Schon im ersten Freien Training hatte sich angedeutet, was in der Qualifikation von Monaco bittere Realität wurde: Toyota würde an der Cote d'Azur nicht zu den Siegkandidaten zählen und sehr wahrscheinlich auch keine WM-Punkte abstauben - Jarno Trulli und Timo Glock hatten die beiden letzten Startplätze belegt. Letztendlich reichte es für Glock noch zu einem zehnten Rang im Fürstentum, doch mehr war nicht drin. Im Teaminterview nahm der Deutsche Stellung zu seinem Rennen.

Frage: "Timo, wie würdest du deinen Grand Prix von Monaco beschreiben?"
Timo Glock: "Ich würde sagen, es war ein sehr schwieriges aber auch ein sehr überraschendes Rennen. Ich hätte nämlich nicht erwartet, noch in die Top 10 zu kommen, wo ich doch aus der Boxengasse gestartet bin. Ich hatte ziemlich viel Sprit an Bord und das ist beim Start - vor allem in Monaco - für den Fahrer mit richtig viel harter Arbeit verbunden."

Schadensbegrenzung: P10 für Glock

Frage: "Demnach bist du mit dem zehnten Platz zufrieden?"
Glock: "Mit einem zehnten Platz bin ich niemals zufrieden, denn meine Ziele liegen weitaus höher als das. Aber wenn man bedenkt, wie sich der Wagen am Samstag angefühlt hat und wie die Ergebnisse in der Qualifikation ausgefallen sind, dann würde ich sagen, dass wir das bestmögliche Resultat erzielt haben, das realistischerweise drin war."

Frage: "Weshalb bist du von der Boxengasse ins Rennen gegangen?"
Glock: "Nach der Qualifikation war es offensichtlich, dass wir Probleme mit dem Fahrzeug hatten. Also haben wir das Auto aus dem Parc Fermé geholt und einige Veränderungen am Setup und der Aufhängung vorgenommen, um unsere Lage zu verbessern. Angesichts der Ergebnisse aus der Qualifikation hatten wir ja schließlich nichts zu verlieren."

Frage: "Wie waren deine Rundenzeiten während des Rennens?"
Glock: "Aufgrund der hohen Spritladung war es mit natürlich nicht möglich, sofort nach dem Start richtig schnelle Rundenzeiten hinzulegen. Aber das hatten wir auch nicht erwartet. Als ich gegen Ende des Rennens auf der weichen Reifenmischung unterwegs war, sind meine Rundenzeiten so schlecht nicht gewesen. Das hat mir letztendlich dabei geholfen, in die Top 10 vorzudringen. Das ist nicht gerade ein einfaches Unterfangen, wenn man in Monaco aus der Boxengasse startet!"

Frage: "Warum hattest du beim Rennstart so viel Sprit an Bord?"
Glock: "Nach dem Qualifying habe ich wie üblich meine Strategie mit meinen Ingenieuren durchgesprochen und wir haben dann erkannt, dass uns ein langer erster Stint die beste Chancen bieten würde, einige Positionen gutzumachen."

"Das hätte uns außerdem in eine ausgezeichnete Ausgangslage versetzt, wenn es zu einer Safety-Car-Phase gekommen wäre. In Monaco ist das nicht gerade abwegig. Letztendlich musste das Safety-Car bei diesem Grand Prix gar nicht auf die Strecke, was für Monaco-Verhältnisse sehr ungewöhnlich ist. Man muss ja nur einmal schauen, was sich dort in den vergangenen Jahren alles ereignet hat."

Toyota noch immer auf Spurensuche

Frage: "Wisst ihr schon, warum der Wagen in Monaco nicht euren Erwartungen entsprochen hat?"
Glock: "Im Augenblick analysiert das Team die Gründe für diese Qualifikationsleistung noch. Wir hatten eigentlich erwartet, recht konkurrenzfähig zu sein. Es war dementsprechend eine große Überraschung für uns, als wir im Training sehen mussten, dass unsere Pace nicht da war."

"Ab diesem Zeitpunkt wussten wir, dass wir ein schwieriges Wochenende vor uns haben würden. Idealerweise willst du das Wochenende in Monaco natürlich mit einem Setup beginnen, das dich zufrieden stimmt. Dann möchtest du eigentlich nur noch ein paar kleinere Änderungen vornehmen, um das Auto an die unterschiedlichen Streckenbedingungen anzupassen. Das hat bei uns aber nicht gepasst."

Frage: "Erwartest du in der Türkei ein ähnliches Wochenende?"
Glock: "Ich bin überzeugt davon, dass Monaco nur eine Eintagsfliege war. In den vorangegangenen Rennen waren wir schließlich richtig konkurrenzfähig und wissen: Das Auto ist gut. Monaco ist eine besondere Strecke und daher gehe ich nicht davon aus, dass wir in der Türkei auf ähnliche Probleme stoßen werden."

"Nichtsdestotrotz müssen wir weiter pushen und versuchen zu verstehen, was passiert ist, damit wir den Wagen für die kommenden Rennen verbessern können. Wir sind aktuell dritter in der Konstrukteursmeisterschaft und in Köln arbeiten wirklich alle sehr hart daran, dem Fahrzeug mehr Leistung zu entlocken. Auch wenn Monaco sehr enttäuschend verlief, bleiben wir doch positiv. Das ist wichtig."

Fotoquelle: xpb.cc

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