Nico Rosberg holte sich bei seinem "Heimrennen" in Monaco drei Punkte

Formel 1 2009

— 27.05.2009

Rosbergs Zukunft: Was für Williams spricht

Nico Rosberg will sich nach der laufenden Saison möglicherweise einem anderen Team anschließen - Williams kämpft um den deutschen Piloten

Drei Jahre lang hat Nico Rosberg bei Williams erste Formel-1-Erfahrungen und WM-Punkte sammeln dürfen, im vierten Jahr sollte dann der endgültige Durchbruch gelingen. Der gebürtige Wiesbadener hatte seine Mannschaft vor dem Start in die aktuelle Saison unter Druck gesetzt: Entweder Williams baut ein siegfähiges Auto, oder es folgt am Ende der Saison der Teamwechsel. Nach sechs Rennen des Jahres 2009 fällt die Zwischenbilanz gemischt aus. Der FW31 ist zwar gut, aber die nötigen Punkte und Erfolge fehlen.

Aufgrund der aktuellen Situation sind die Gerüchte um einen möglichen Wechsel zu McLaren-Mercedes neu aufgekeimt. Ein entsprechender Deal war vor der Saison 2008 gescheitert, nun steht man möglicherweise erneut vor Verhandlungen. Rosberg könnte an die Stelle des bislang oft glücklosen Heikki Kovalainen treten und somit Teamkollege seines früheren Rivalen Lewis Hamilton werden. Aber noch ist es nicht soweit.

"Wir würden gern weiter mit ihm arbeiten", stellte nach Teamchef Frank Williams nun auch Technikchef Patrick Head klar. Der Weggang des 23-Jährigen würde bei Williams zwar eine Lücke hinterlassen, aber Head erklärte lachend mit typischem Humor: "Wenn wir Nico Rosberg verlieren sollten und bekommen dann Fernando Alonso und Lewis Hamilton, dann ist unsere Welt natürlich in Ordnung."

Zuverlässigkeit als Faustpfand

Bei Williams ist man sich natürlich bewusst, dass man sich kaum Alonso oder Hamilton wird angeln können. Daher gilt Rosberg nach wie vor als Option Nummer eins. "Wir sprechen in den kommenden Wochen über eine mögliche weitere Zusammenarbeit", so Head. "Man muss sehen, wie sich das entwickelt." Auch Rosberg selbst hatte kürzlich erste Hinweise gegeben, dass es vielleicht doch für ihn eine Zukunft bei Williams geben könnte.

Aufgrund der aktuellen Hackordnung in der Formel 1, die nach der Einführung der neuen Regeln zunächst auf den Kopf gestellt wurde, fällt es ohnehin schwer, sich als Fahrer für ein Team zu entscheiden. "Es gibt zurzeit einige leicht schwächelnde Rennställe mit starken Piloten, wo die Fahrer versuchen, das Ruder herumzureissen", beschrieb Head, der den anfänglichen Rückstand von Ferrari und McLaren-Mercedes für eine logische Konsequenz des letztjährigen Titelkampfes hält.

Während die beiden Topteams der vergangenen Jahre deutlich auf dem Vormarsch sind, sind Toyota und das BMW Sauber F1 Team zuzletzt deutlich im Hintertreffen. Vor allem bei den Japanern sind die Leistungsschwankungen kaum erklärbar. "Da scheint wirklich irgendetwas ganz grundlegend falsch zu laufen, wenn man plötzlich so weit zurückfällt", schätzte Head die Situation ein. "Da steckt anscheinend der Wurm in den Autos. Die Fahrer sprechen ständig darüber, dass sie die Reifen nicht auf Temperatur bekommen."

Button sagte Williams ab

Der Williams-Teilhaber machte Werbung für seine Mannschaft: "Wir sind sehr zuverlässig. Im vergangenen Jahr hatte Nico einen Motorschaden, dann hatten wir einmal Probleme in Bahrain und einen Getriebeschaden mit Kazuki in Malaysia oder Schanghai. Jeder Fahrer, der ein Team wechselt, muss wissen, dass auf Seiten der Ingenieure alles gut läuft, die Prozesse funktionieren. Deswegen habe ich unsere Zuverlässigkeit genannt. Jeder Pilot würde doch sagen: 'Ich gehe niemals zu einem unzuverlässigen Team'."

"Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht für Fahrer interessant sein sollten", so Head. "Allerdings waren wir in den vergangenen Jahren natürlich nicht in der Lage, diese Wahnsinnsgehälter zu zahlen, die andere Teams zahlen können. Wenn man dort von 20 oder 30 Millionen hört, dann sind wir sicherlich nicht mehr bei den attraktivsten Teams. Aus Performance-Sicht sollten wir eigentlich von allen guten Piloten in Betracht gezogen werden. Wir sind ein ernsthafter Wettbewerber."

Ernsthaftes Interesse gab es an einem anderen Piloten, der zurzeit die Szene im Griff hat. "Jenson Button macht einen tollen Job. Ich mag es sehr gern, wenn einer auf diese Art zum Beispiel in der allerletzten Sekunde die Pole-Position in Monaco holt. Das ist toll", lobte Head seinen Landsmann. Er fügte hinzu: "Er war früher mal bei uns und wir haben vor einigen Jahren versucht, ihn zurückzuholen. Aber das hat nicht geklappt damals."

Fotoquelle: xpb.cc

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