DieFOTA wird am Mittwoch erneut über das Reglement 2010 beraten

Formel 1 2009

— 27.05.2009

Streit FIA vs. FOTA: Heute der Durchbruch?

Die Teamvereinigung FOTA will sich heute noch einmal mit den Kompromissvorschlägen der FIA beschäftigen - Einschreibefrist läuft Freitag aus

Im Streit um das Regelwerk für 2010 könnte heute ein erheblicher Schritt zur Versöhnung folgen. Die Teamvereinigung FOTA berät in London über die Kompromissvorschläge von FIA-Chef Max Mosley, der bei Verhandlungen in Monaco zum Teil von seiner harten Linie abgewichen war. Der Brite hatte den Teams Zugeständnisse bei der Einführung des Budgetlimits in Aussicht gestellt. Außerdem ist das geplante zweigleisige Reglement vom Tisch.

Die Ausstiegsdrohungen von Ferrari, Renault und Toyota stehen jedoch immer noch im Raum. Vor allem die Italiener sind zuletzt hart geblieben, wollen keinesfalls einer Budgetlimitierung zustimmen. Fraglich ist jedoch, wie lange die Scuderia ihre Haltung noch bestehen lassen kann. Präsident Luca di Montezemolo ist immerhin gleichzeitig Chef der FOTA und betont stets die Harmonie in der Teamvereinigung. Sein Problem: Viele Mannschaften könnten sich mit einem Zwei- oder Dreistufenplan zur Einführung der Budgetgrenze anfreunden.

Wenn man sich die aktuellen Standpunkte anschaut, dann liegen derzeit noch Welten zwischen FIA und FOTA. Die Teams würden am liebsten im kommenden Jahr unter dem gleichen Regelwerk fahren wie 2009. Mosley möchte seinen Plan von einer 45-Millionen-Euro-Budgetgrenze mit aller Macht durchdrücken. Diese Haltung brachte der FIA-Chef in einem Brief an die Teams ebenso deutlich zum Ausdruck, wie es die Rennställe kurz zuvor in Richtung Motorsportbehörde ihrerseits getan hatten.

Auf eine Verschiebung der Einschreibefrist für die kommende Formel-1-Saison hatte sich Mosley nicht eingelassen. Über den Verhandlungen liegt also arger Zeitdruck, denn nur bis Freitag werden Nennungen für 2010 angenommen - Nachnennungen allerdings nicht ausgeschlossen. Williams hat diesen Schritt bereits Anfang der Woche gemacht, wollte dies jedoch nicht als Abkehr von der FOTA verstanden wissen. Doch die Szene macht deutlich, dass die Interessen innerhalb der Teamvereinigung teils grundverschieden sind.

Im Gegensatz zu einigen Herstellern braucht Williams die Formel 1. Die Königsklasse stellt das Kerngeschäft des Traditionsrennstalls dar. Die fristgerechte - aber sehr frühzeitige - Nennung für 2010 stößt einigen anderen Teams angeblich doch übel auf. Immerhin hat aus Sicht einiger Teamschefs Williams damit den aktuell anstehenden Regeländerungen zugestimmt, sie mit der Einschreibung offziell akzeptiert. Wie man beim FOTA-Meeting mit Williams umgehen wird, ist fraglich.

Auch McLaren-Mercedes nimmt im Gerangel um die zukünftige Formel 1 eine besondere Rolle ein. Nach zuletzt vielen Streitereien und Auseinandersetzungen mit der FIA (Spionagefall, Lügenaffäre) möchte die britisch-deutsche Mannschaft den Kuschelkurs fortsetzen und eine Vermittlerrolle einnehmen. Doch in dieser Rolle kann man wohl nur wenig ausrichten.

Die Teams müssen sich heute auf einen Konsens einigen, der die Interessen der reinen Formel-1-Rennställe wie Williams ebenso berücksichtigt wie die ganz anderen Interessen der Hersteller, die nach wie vor auf eine Königsklasse ohne Budgetlimits pochen. Sparen wollen angeblich alle, nur der Weg zu niedrigeren Kosten ist umstritten. Sollten sich die neun verbliebenen Rennställe (außer Williams) nicht bis Freitag eingeschrieben haben, würde eine neue heftige Runde im Streit um die Formel 1 des kommenden Jahres eingeläutet.

Fotoquelle: FOTA

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