Die Mitglieder der FOTA wollen ihre Vorstellungen der Regeln durchboxen

Formel 1 2009

— 30.05.2009

Budgetgrenze: Noch viel Diskussionsbedarf

Während Toyota-Teampräsident John Howett von einer Budgetgrenze für 2010 nichts wissen will, rechnet Bernie Ecclestone fest mit einem solchen Schritt

Auch wenn sich nach Williams nun auch alle aktuellen Formel-1-Teams der Vereinigung FOTA auf den letzten Drücker für die Weltmeisterschaft 2010 eingeschrieben haben, ist der Streit um das neue Regelwerk noch lange nicht beendet. Die neun Teams, die ihre Nennung am Freitag gemeinsam abgaben, knüpfen ihre Teilnahme an Bedingungen. Ein neues Concorde-Agreement soll her und Regelanpassungen nach FOTA-Willen stattfinden.

Als sich die Teams Mitte der Woche zu weiteren Beratungen in London trafen, ging man davon aus, dass der Mercedes-Kompromissvorschlag Anklang gefunden hatte. Demnach hätte es im kommenden Jahr eine Budgetobergrenze von 100 Millionen Euro geben sollen, im Jahr darauf sollte die Grenze auf die von Max Mosley gewünschten 45 Millionen Euro sinken. Doch nach wie vor ist unklar, ob es soweit kommen wird.

Welche Nennungen sind bindend?

Toyota-Teampräsident John Howett hatte am Freitag behauptet, dass die Einführung einer Budgetgrenze derzeit kein Thema sei. Der Brite, der die Belange der Teams als Vizepräsident der FOTA vertritt, gab kaum Details zu den gewünschten Regelanpassungen preis. Nur so viel: Die Teams wollen sich für weitere Kostensenkung stark machen, legen Wert auf Wettbewerb unter einem für alle gültigen Regelwerk. Neue Teams könnten möglicherweise mit kleinen Einstiegshilfen rechnen.

Die FOTA wartet nach wie vor auf eine Antwort von der FIA. Mosley dürfte die Art der Einschreibung nicht gefallen. Es ist die Frage, ob der Chef des Motorsport-Weltverbandes sich das Prozedere so von den Teams diktieren lassen wird. Die FOTA hatte mit der Nennung der Bedingungen klargemacht, dass man nur nach Regeln der Teams spielen werde. Entweder unsere Ideen umsetzen, oder wir sind weg - so das Motto.

Williams, Campos, US F1, Prodrive, Litespeed, Lola und March stehen ebenfalls auf der Nennliste. Für Mosley zu wenig, um dem Druck der FOTA-Teams standhalten zu können. Mit diesen sechs Teams, die mit ihrer bedingungslosen Nennung für 2010 das Regelwerk von Mosley samt Budgetgrenze akzeptiert haben, kann man im kommenden Jahr keine Weltmeisterschaft auf die Beine stellen.

Wie wird Mosley reagieren?

Sollte sich der FIA-Chef auf die Forderungen der neun FOTA-Teams einlassen und das Reglement nach deren Wünschen und Ideen anpassen, stellt sich die Frage, ob die Nennungen von Williams, Lola, Prodrive und Co. überhaupt noch bindend sind. Die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Formel 1 hätten sich im Vergleich zum Einschreibezeitpunkt vermutlich deutlich verändert. Möglicherweise hätten jene Teams einen Golf bestellt und müssten dann einen Phaeton bezahlen und fahren - eigentlich kaum denkbar.

Die sechs bisher bekannten potenziellen Neueinsteiger dürften ihre Nennung ohnehin nur abgegeben haben, weil sie durch die anvisierte Budgetgrenze mit Chancen auf Erfolg rechnen durften. "Ich bin sicher, es wird eine solche Budgetgrenze geben", sagte Bernie Ecclestone der 'Times' und widersprach damit deutlich den Worten von Howett. "Wir stehen am Beginn einer großen Entwicklung, es ist der Anfang von etwas Positivem."

Die unterschiedlichen Aussagen von Ecclestone und Howett stellen deutlich dar, dass es nach wie vor viel Diskussionsstoff und weiteres Streitpotenzial gibt. Toyota - und wohl auch Ferrari - lehnen die Budgetgrenze nach wie vor rigoros ab, der Formel-1-Boss will unbedingt neue Teams in seinen Zirkus locken. Mit Spannung darf man also auf die erste Reaktion von Mosley warten, der in den vergangenen Wochen mehrfach unmissverständlich klar gemacht hat, dass er von einer Budgetgrenze nicht abrücken will.

Fotoquelle: FOTA

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