Vizechampion Felipe Massa hofft auf weitere Verbesserungen am Ferrari F60

Formel 1 2009

— 31.05.2009

Massa: "Ich glaube nicht an Wunder"

Felipe Massa hat die Weltmeisterschaft 2009 zwar noch nicht abgeschrieben, aber er ist Realist: "Brawn-Leute müssten staucheln, wir gewinnen"

Spätestens seit Monaco hat sich Ferrari wieder in der Weltspitze zurückgemeldet. Die Plätze drei und vier für Kimi Räikkönen und Felipe Massa waren ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Roten den Anschluss gefunden haben. Beim kommenden Grand Prix in Istanbul soll ein weiterer Schritt erfolgen. "Wir haben zwar zu Brawn und Red Bull noch nicht aufgeschlossen, aber ich spüre, wie motiviert wir für die nächsten Rennen sind", sagte Massa gegenüber 'welt.de'.

"Den Kampf um die Weltmeisterschaft haben wir noch nicht aufgegeben. Wir erleben bei Ferrari gerade einen starken Aufwärtstrend", so der Brasilianer, der in der Gesamtwertung mit acht Punkten auf Rang zehn liegt. "Wir hatten schon zu Beginn der Saison ein Auto, mit dem wir konstant in die Punkte hätten fahren können oder sogar auf das Podium. Wenn es nicht die Zuverlässigkeitsprobleme gegeben hätte, hätte ich bis heute vielleicht 20 Punkte mehr auf meinem Konto", erklärte Massa.

Die Probleme hatten sich erst spät in der Saisonvorbereitung angekündigt. Als Brawn kam, wurden Ferrari die Sorgen bewusst. "Eigentlich war ich nach der Mitte der Wintertests ziemlich zuversichtlich, dass wir ein sehr konkurrenzfähiges Auto haben würden, aber gegen Ende der Vorbereitung hin war mir klar, dass der Brawn, zumindest bei den ersten Rennen, von keinem Auto zu schlagen sein würde. Aber dass der technische Vorsprung des Autos so groß und auch so konstant über die ersten Rennen anhalten würde, hat mich erstaunt."

"Wenn die Brawn-Leute in drei Rennen hintereinander straucheln und wir gleichzeitig dreimal gewinnen, wäre das toll. Aber ich glaube nicht an Wunder", so der Vizeweltmeister. "Ich glaube eher, dass man bei Brawn weiter sehr konstant fahren wird." Ferrari muss also aus eigener Kraft nach vorne kommen. Dafür sei es dringend geboten, in den Bereichen Abtrieb und Grip zuzulegen. "Wenn wir uns in diesen Bereichen verbessern, können wir auch wieder Rennen gewinnen."

"Wir haben uns von allen Werksteams in den letzten Wochen am besten und am schnellsten verbessert", so Massa weiter. "Das Hauptproblem bei dieser Kalkulation ist: Wir haben ein Testverbot." Dadurch müsse man gewisse Neuteile an Rennwochenenden quasi auf Verdacht ans Auto bringen. "Das Ganze ist ein Riesenexperiment geworden", erklärte der Brasilianer, der nach eigener Aussage immer wieder Hinweise von Michael Schumacher bekommt. "Ich tausche mich mit ihm aus, aber am Ende muss ich für mich selbst entscheiden."

Die Zuverlässigkeitsprobleme, welche Ferrari zu Beginn der Saison - und phasenweise auch bei den Tests zuvor - zurückwarfen, hatten meist die gleiche Ursache: KERS. Der F60 ist um das Hybridsystem herum entwickelt worden. "Wir wollten wie McLaren, BMW und Renault die neuen Regeln technisch maximal nützen. Es wäre peinlich gewesen, wenn die anderen Hersteller das System erfolgreich eingesetzt hätten und wir ohne Kers hinterhergefahren wären", verteidigte Massa die KERS-Entscheidung.

"Wir haben zurzeit auch das beste von KERS angetriebene Auto. Leider ist der Brawn ohne KERS besser", stellte Massa ernüchert fest. "Wir müssen uns massiv verbessern, und ich hoffe, das passiert sehr schnell", forderte der Vizechampion. Obwohl er nach wie vor mit einem Auge auf den Titelkampf 2009 schielt, fällt die realistische Einschätzung von Massa anders aus. "Jenson Button oder Sebastian Vettel" würden wohl die Krone holen.

Fotoquelle: xpb.cc

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