Peter Sauber sieht in diesem Jahr eine Dominanz der vermeintlichen Underdogs

Formel 1 2009

— 01.06.2009

Sauber: "Die Formel 1 steht Kopf"

Der ehemalige Teamchef Peter Sauber ist sehr überrascht von der neuen Formel 1 und überaus begeistert vom engen Starterfeld in diesem Jahr

Als Peter Sauber noch mit seinem kleinen Rennstall in der Formel 1 operierte, war die Hackordnung im Formel-1-Grid klar vorgegeben: Große Teams wie Ferrari, McLaren-Mercedes und Williams dominierten das Geschehen auf der Rennstrecke, nur hin und wieder konnten sich unter anderem durch Stewart und Jordan ein paar Außenseiter durchsetzen. 2009 haben sich die Vorzeichen komplett umgekehrt, denn nun kämpfen selbst die arrivierten Teams "nur" um einzelne WM-Punkte.

"Wenn mir jemand vor einem halben Jahr gesagt hätte, dass Jenson Button, der zuvor in seiner gesamten Formel-1-Karriere gerade mal ein Rennen gewonnen hatte, nach sechs Grand Prix 40 Punkte oder mehr vor Fernando Alonso, Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Felipe Massa liegt, hätte ich ihn für verrückt erklärt", schrieb Sauber in seiner Kolumne beim 'Blick'. "Aber genau so ist es - die Formel 1 steht Kopf!"

"Verantwortlich dafür sind die technischen Reglementsänderungen für 2009", erklärte der Schweizer und merkte an: "Auffällig ist, dass die im vergangenen Jahr dominierenden Teams die neue Saison mit viel Rückstand begonnen haben. Das ist nicht leicht zu erklären. Auch in der Vergangenheit gab es immer mal wieder größere Regeländerungen, aber nie wurde dadurch die gesamte Hierarchie über den Haufen geworfen."

"Teams, die vorher gut waren, gaben auch nachher den Ton an", meinte Sauber - doch ein solches Szenario sollte es in dieser Saison nicht geben. Ferrari, McLaren-Mercedes und das BMW Sauber F1 Team erwischten längst keinen so guten Start wie Brawn, Red Bull und Toyota. "Nicht erklären kann man auch die sehr geringen Abstände", fuhr Sauber fort und ging näher auf die unglaubliche Konkurrenzfähigkeit der Formel 1 ein.

"Fast alle Experten hatten erwartet, dass das Feld aufgrund der einschneidenden Änderungen zuerst einmal auseinandergezogen würde, weil die Topteams dank ihrer Ressourcen mehr Möglichkeiten haben, schneller das Optimum zu finden. Genau das Gegenteil ist passiert", hielt der ehemalige Teamchef abschließend fest. "Die Abstände sind kleiner denn je zuvor in der Geschichte der Formel 1 - noch ein Phänomen!"

Fotoquelle: xpb.cc

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