Alexander Wurz sieht das Superfund-Projekt auf einem guten Weg

Formel 1 2009

— 02.06.2009

Wurz exklusiv: "Es gibt schon konkretere Pläne"

Alex Wurz im Interview mit 'Motorsport-Total.com' über den geplanten Formel-1-Einstieg des Superfund-Teams - Finanzierung steht bereits

Zahlreiche Rennställe haben sich für die Formel-1-Saison 2010 bei der FIA eingeschrieben und machen sich Hoffnungen auf einen Startplatz im kommenden Jahr. Mit dabei ist auch Routinier Alexander Wurz, der mit dem österreichischen Superfund-Team in die Formel 1 einsteigen und künftig als Teamchef agieren könnte. Im exklusiven Interview mit 'Motorsport-Total.com' sprach der 35-Jährige über die Hintergründe seines Rennstalls und wie es zur Bewerbung bei der FIA kam.

Frage: "Alex, kannst du uns etwas über die Hintergründe des Superfund-Projektes für die Formel 1 erzählen?"
Alexander Wurz: "Superfund hat einen Antrag für einen Formel-1-Einstieg 2010 abgegeben. Darüber wurde in den Medien schon viel diskutiert, dieses Thema ist also bekannt. Der Hintergrund ist, dass Christian Baha, Firmenchef und Gründer von Superfund, mit mir schon lange über einen Einstieg in die Formel 1 spricht. Wir haben diskutiert, auf welche Art und Weise das zu bewerkstelligen wäre."

"Angesichts der Budgetlimitierung beginnt das Thema Formel 1 für ihn und auch für einige andere sehr interessant zu werden. Er ist sich der enormen Medienwirksamkeit und der Promotionseffizienz bewusst, welche die Formel 1 bietet. Wenn du als Namensgeber gleichzeitig Hauptsponsor und Teambesitzer bist, dann kannst du auf diese Weise ein langfristiges Investment tätigen. Das macht natürlich gerade enorm Sinn."

"Das ist der Beweggrund, weshalb wir das machen. Christian und ich sind schon lange befreundet und er hat mich gefragt, ob ich in Form des Teamchefs in Zukunft seine Interessen vertreten könnte. Da habe ich geantwortet, dass ich mir das vorstellen kann. Das wäre eine sehr interessante Geschichte für das kommende Jahr, nachdem ich 2008 meine Verträge mit Peugeot und Brawn erfüllt habe, aufzusteigen und mich in der Rolle des Teamchefs weiterzuentwickeln."

Die Wirtschaftslage eröffnet neue Möglichkeiten

Frage: "Wie kam es letztendlich zu dieser Idee? Gab es schon länger konkrete Vorstellungen über einen Formel-1-Einstieg?"
Wurz: "Es gab schon länger konkretere Ideen und auch Gespräche, um dieses Thema immer wieder einmal näher zu beleuchten und zu durchschauen. Aufgrund der Entwicklung, welche die Formel 1 im Augenblick durchmacht, sehen wir das als interessante Einstiegsmöglichkeit."

Frage: "Wäre es ohne die angestrebten Regeländerungen nicht zu dieser Entscheidung zur Bewerbung gekommen?"
Wurz: "Fakt ist, dass sich die Budgets und operativen Kosten der Formel 1 reduzieren werden - egal ob via Reglement ("Budget Cap") oder via natürlicher Markterscheinung, die aufgrund der weltwirtschaftlichen Situation im Gange ist. Wir nehmen diese Situation als gegeben hin und sehen eine Einstiegsmöglichkeit. Deshalb der Schritt zur Bewerbung für die Weltmeisterschaft 2010."

Frage: "Wie wäre es um die Finanzierung des Formel-1-Projektes bestellt?"
Wurz: "Dieses Projekt wird grundsätzlich von Christian Baha selbst unterstützt. Wir reden hier nicht über Geld, das in seinem Fond drinsteckt. Das ist wichtig für den Investor, deren ich selbst ja auch einer bin. Er macht das selbst als Start-up-Business. Natürlich liegt der Nutzen in puncto Promotion für Superfund auf der Hand. Insofern haben wir auf Seiten des Budgets schon einen sehr soliden finanziellen Startpunkt."

Motoren könnte Cosworth liefern

Frage: "Kann man diese Herangehensweise ungefähr mit dem Formel-1-Projekt von Red Bull vergleichen?"
Wurz: "Red Bull hat das als Teambesitzer schon früh umgesetzt. Jede Werbeagentur der Welt wird bestätigen, was das für eine enorme Werbewirkung hat, wenn du Namensgeber und Hauptsponsor zugleich bist. Die Einschaltquoten steigen und die Formel 1 wird auch weiterhin einer der größten Sportarten der Welt bleiben. Da sprechen wir also wirklich von einer sehr guten Promotionsplattform."

Frage: "Wie würde die technische Aufstellung bezüglich Chassis und Motor aussehen?"
Wurz: "Dazu haben wir uns mit der FIA unterhalten. Es gibt zwei Varianten. Entweder wir dürfen mit den existierenden Teams kooperieren - in welcher Form auch immer, muss aber erst noch genau von der FIA definiert werden. Das wäre mir persönlich die liebste Variante für das Team, weil man dann von einem bereits existierenden Rennstall möglichst schnell sehr viel lernen kann."

"Wir haben ein vorübergehendes Abkommen mit einem existierenden Formel-1-Rennstall unterschrieben. Da unterliegen wir aber der Verschwiegenheit. Die Detaildefinierung ist es noch nicht abgeschlossen, weil die genaue Definition des Reglements dazu fehlt. Mit Cosworth haben wir ebenso eine Vereinbarung geschlossen."

Frage: "Wie würde deine persönliche Rolle in diesem Projekt aussehen?"
Wurz: "Ich werde der Teamchef sein."

Frage: "Wäre es theoretisch denkbar, dass du ein fahrerisches Comeback hinlegst?"
Wurz: "Nein."

Der nächste Schritt: Warten auf die FIA-Entscheidung

Frage: "Wäre dieses Projekt längerfristig angelegt?"
Wurz: "Das wäre mit Sicherheit längerfristig angelegt, ja."

Frage: "Gibt es diesbezüglich schon konkrete Pläne oder wartet ihr einfach noch ab, wie sich die Dinge entwickeln?"
Wurz: "Natürlich gibt es schon konkretere Pläne und jeder Tag wird genutzt, um sich weiter vorzubereiten. Das Team arbeitet schon seit geraumer Zeit an diesem Projekt. Ich möchte aber noch einmal betonen, dass wir erst einmal abwarten müssen, ob wir nun eine Lizenz bekommen oder nicht - und logischerweise müssen wir auch wissen, wie das Reglement ganz genau aussieht."

Frage: "Welche Chancen rechnest du dir aus, dass dein Team den Zuschlag erhält?"
Wurz: "Das kann ich nicht beurteilen. Man hört ja mitunter, dass bis zu 15 Teams Bewerbungen abgegeben haben. Wie viele sich letztendlich eingeschrieben haben, kann ich nicht sagen. Da gibt es natürlich schon einige Gerüchte. Diesbezüglich warten wir einfach ab bis zum 12. Juni. Dann werden wir es wissen."

Frage: "Wie verfolgst du die aktuellen Diskussionen um das Reglement und die Budgetlimitierung?"
Wurz: "Als Fahrer und aktuelles Brawn-Mitglied habe ich im Augenblick nur wenig Stress damit (lacht; Anm. d. Red.). Natürlich verfolge ich das rein aus Interesse und auch sehr intensiv. Das ist ein sehr spannendes Thema. Ich glaube, dass sich alle einig sind, was zu machen wäre."

"Die Frage ist nur, wie man es umsetzen kann. Da gilt es einen Kompromiss zu finden. Ich hoffe sehr, dass das den involvierten Parteien gelingt. Aber wir alle wissen, dass es so einfach nicht ist, die Meinungen von zehn oder zwölf Personen unter einen Hut zu bringen. Ich gehe aber davon aus, dass die FOTA und die FIA das schaffen."

Fotoquelle: xpb.cc

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