Mercedes-Sportchef Norbert Haug denkt im Moment nur von Schritt zu Schritt

Formel 1 2009

— 02.06.2009

Haug: Gerede über Titelverteidigung "skurril"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hat die Saison 2009 noch nicht komplett abgeschrieben, weiß aber, dass der WM-Zug wohl schon abgefahren ist

Titelverteidiger Lewis Hamilton hat nach sechs von 17 Rennen schon 42 Punkte Rückstand auf Gesamtleader Jenson Button. In der Geschichte der Formel-1-Weltmeisterschaft ist es noch nie einem Fahrer gelungen, so eine Ausgangsposition noch umzudrehen. Daher hält Norbert Haug auch nichts davon, überhaupt von der Titelverteidigung zu sprechen.

"So geht das Grand-Prix-Geschäft nicht. Man plant nicht den Titel, sondern man plant so gute Ergebnisse wie möglich. Es wäre einigermaßen skurril, jetzt von Titelverteidigung zu sprechen", erklärte der Mercedes-Sportchef im Rahmen einer Telefonkonferenz. "Wir sprechen von der Rückerlangung der Konkurrenzfähigkeit. Warum soll ich mir Gedanken über die Titelverteidigung machen, solange wir nicht konkurrenzfähig sind?"

Keine Wunder über Nacht

Haug rechnet auch nicht damit, dass am kommenden Wochenende in Istanbul die große Trendwende eingeleitet wird. Vielmehr geht er von einem langwierigen Prozess aus: "Ich sehe uns in nächster Zeit nicht als Siegesanwärter", sagte der Deutsche und fügte an: "Es macht nicht viel Sinn, zu sagen, dass es ab 1. August anders gehen wird. Wir sind mitten im Aufholprozess. Es macht uns nicht schneller, wenn wir sagen: In sechs Wochen sind wir dort. Und ich weiß es auch ehrlich gesagt nicht."

Aber: "Im ersten Qualifying in Barcelona lagen 15 Autos innerhalb von einer Dreiviertelsekunde. Wenn einem da ein Sprung von zwei, drei Zehnteln gelingt, ist man Fünfter bis Achter. Man muss also nicht eine Sekunde finden, um weiter vorne zu sein", so Haug. "Wir haben es mit Gegnern zu tun, die mehr Kapazitäten haben als wir in der Vergangenheit hatten. Deshalb ist der Aufholprozess umso schwieriger. Ich denke aber, dass wir sukzessive rankommen werden."

Die große Schwäche des aktuellen MP4-24 bleibt die Aerodynamik, wohingegen die mechanischen Komponenten zu funktionieren scheinen. Das konnte man beispielsweise in Monte Carlo sehen, wo Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen das ganze Wochenende über konkurrenzfähig waren. "Wenn wir in der Fortsetzung nur noch Strecken wie Monaco hätten, dann würde die Lage sicherlich anders aussehen, aber das haben wir nicht", erklärte Haug.

Hoffnungsschimmer in Monte Carlo

"Monaco hätte sehr gut laufen können", betonte er. "Wir haben dort Fehler gemacht - in dem Fall waren es die Fahrer, was natürlich in Monaco sehr schnell passieren kann. Wir haben nach dem Rennen gesehen, dass Kovalainen gewichtsbereinigt die schnellsten Zeiten gefahren ist. Der war sicherlich an der falschen Stelle des Feldes, aber vom Speed her absolut konkurrenzfähig. Das hat man auch in den Freien Trainings gesehen, als Lewis immer unter den Top 3 war."

Am Freitag in Istanbul werde man "neue aerodynamische Teile" ausprobieren, kündigte der 56-Jährige an, doch er erwartet trotzdem keine Wiederholung der starken Leistung von Monte Carlo: "Ich denke, dass wir uns schwer tun werden und nicht mit einer Monaco-Performance rechnen können", meinte Haug im Hinblick auf das bevorstehende Rennwochenende. Die Streckencharakteristik komme dem Silberpfeil einfach nicht entgegen.

"Die Stimmung ist absolut konzentriert, fokussiert, arbeitsam. Wir haben auch in der Vergangenheit in gleicher Besetzung harte Zeiten erlebt. Wenn wir nicht konkurrenzfähig sind, setzt das im Team und auch bei den Fahrern enorme Kräfte frei", sagte der Mercedes-Sportchef und lehnte es ab, die Saison 2009 vorzeitig abzuhaken, um alles Ressourcen für 2010 in die Waagschale zu werfen: "Die Erkenntnisse, die man in diesem Jahr macht, kann man auch nächstes Jahr verwenden."

Fotoquelle: xpb.cc

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