Max Mosley geht den Streit gegen die FOTA weiterhin selbstbewusst an

Formel 1 2009

— 03.06.2009

Mosley hätte mindestens zehn Teams sicher

Die Liste der eingeschriebenen Neueinsteiger wird länger, Max Mosleys Position stärker: Auch Epsilon-Euskadi hat Nennung abgegeben

Wie lang ist die Liste der potenziellen Neueinsteiger für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 tatsächlich? Neben Williams ist die Einschreibung von neun neuen Mannschaft - mit teils prominenten Namen - bereits bestätigt. Im Hintergrund warten eventuell noch andere Drahtzieher, die mit ihrem Plan möglicherweise erst dann an die Öffentlichkeit gehen, wenn man am 12. Juni auf der Starterliste der FIA für 2010 steht.

Campos, Lola, Prodrive und US F1 waren die ersten Rennställe, die sich öffentlich zu einer Nennung für das kommende Jahr bekannten. Es folgten nach und nach Litespeed, Brabham, March und Superfund. Auch Epsilon-Euskadi steht auf der Liste der potenziellen Neulinge. "Wir haben uns in der vergangenen Woche eingeschrieben", bestätigte Teamchef Joan Villadelprat gegenüber 'Autosport'.

Der Spanier, der viele Jahre Erfahrung der Formel 1 in seine Epsilon-Eukadi-Mannschaft einbringt, hatte sich zunächst zurückhaltend geäußert, weil er die langfristige Finanzierung seines Projektes zunächst unter Dach und Fach bringen wollte. "Wir haben unser Budget für insgesamt vier Jahre sicher", so Villadelprat, der seinen Geldgeber nicht nennen wollte. Nur so viel: "Er kommt nicht aus Spanien." Motoren und Piloten hat man nich nicht vertraglichen gebunden, doch angeblich werden Gespräche mit Pedro de la Rosa geführt.

Vieles spricht für Epsilon-Euskadi

Dass Epsilon-Euskadi zu den ernsthaften Kandidaten zu zählen ist, liegt nicht nur am erfahrenen Personal um Villadelprat und Cheftechniker Sergio Rinland. "Wir bringen auch einen ganz anderen Aspekt mit ein", so der 53-Jährige Teamboss. "Wir kooperieren mit der Universität und haben eine Ingenieursschule. Außerdem sind wir im Kartsport, sowie in den beiden Renault-Formelklassen im Einsatz. Auch die Infrastruktur ist vorhanden. Wir haben 65 Millionen Euro investiert. Das hat nicht jeder. Wir besitzen Windkanäle, Autoclaven und alles weitere."

Man habe sich zwar für eine Formel 1 mit Budgetlimit eingeschrieben, könne aber auch ohne Obergrenze teilnehmen, so Villadelprat. "Das spielt eigentlich keine Rolle. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und das Budget steht. Man muss bedenken, dass die 45 Millionen Euro ohne Fahrergehälter und Marketing und solche Dinge gelten. Man braucht also ohnehin ein Budget von etwa 70 bis 75 Millionen Euro." Epsilon weiht bald das neue Betriebsgelände ein. "Bei uns arbeiten 100 Leute, 75 Festangestellte und 25 Studenten. Wir fangen nicht bei Null an."

Man habe sich seit April intensiv mit einem Formel-1-Einstieg beschäftigt ('Motorsport-Total.com' berichtete damals exklusiv). "Wir haben ja nicht geschlafen seitdem. Wir haben uns in der Öffentlichkeit zurückgehalten, aber es gab keinen Stillstand. Ich wollte lieber vorsichtig sein, bis ich das Budget ganz sicher zusammen habe. Ich möchte Stabilität haben. In zwei oder drei Jahren will ich richtig mitkämpfen. Das ist mein Ziel und das wollte ich zunächst sicherstellen."

Mosley wartet geduldig ab

Nun ist man gespannt, ob die FIA Epsilon-Euskadi am 12. Juni als Teilnehmer der Formel 1 im kommenden Jahr veröffentlicht. Die Chancen stehen gut, denn das Projekt scheint tatsächlich gut finanziert zu sein, die Erfahrung der handelnden Personen ist sehr groß und Epsilon-Euskadi ist ein Hersteller. "Wir haben ein konkurrenzfähige Le-Mans-Autos gebaut. Wir sind nicht davon abhänging, dass uns Lola oder Dallara ein Chassis baut. Das können wir selbst", so Villadelprat selbstbewusst.

Die Spanier erfüllen alle Bedingungen, die FIA-Chef Max Mosley an potenzielle Neueinsteiger gestellt hat. Außerdem dürfte ihm das Projekt gefallen, weil Villadelprat auch ohne Budgetgrenze an den Start gehen würde. Für Mosley also eine sichere Bank. Andere angebliche Bewerber stehen nicht ganz so stabil da und bringen weniger sportliche Referenzen mit. Manch anderer Teamchef hat einen Rückzieher gemacht, zum Beispiel Ray Mallock mit RML. Von iSport und dem irischen A1GP-Teamchef Mark Gallagher ist derzeit auch nicht viel zu hören.

Mindestens zehn Teams hat Mosley nun also auf der Nennliste, die ihre Einschreibung ohne Bedingungen getätigt haben. Dem stehen jene neun Mannschaft gegenüber, die im Rahmen der Teamvereinigung FOTA eine Sammelnnennung abgaben und diese an erhebliche Forderungen knüpften. Was macht Mosley nun? Zurzeit wartet er still und leise ab. Mit 20 Autos könnte er notfalls seine Formel-1-Weltmeisterschaft fahren lassen - vielleicht sind es sogar noch mehr. Auch von Carlin, Manor oder N.Technology soll es laut 'Motorsport aktuell' angeblich Interesse geben.

Fotoquelle: xpb.cc

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