Nico Rosberg sicherte sich eine weitere Freitagsbestzeit für seine Statistik

Formel 1 2009

— 05.06.2009

Istanbul: Rosberg schnappt Hamilton die Bestzeit weg

In letzter Minute löste Nico Rosberg noch Lewis Hamilton von der Spitze des ersten Freien Trainings ab - Sebastian Vettel eröffnete als Vierter

1:27.323 Minuten war die Freitagsbestzeit, die Felipe Massa im Ferrari 2008 in den türkischen Asphalt brannte. Doch auch wenn heute Morgen zum Auftakt in Istanbul sonnige Bedingungen bei bis zu 24 Grad Hitze herrschten, wurde diese Marke bei weitem nicht erreicht. Am Ende fehlten darauf sogar mehr als eineinhalb Sekunden.

Am nächsten kam noch Nico Rosberg (24 Runden) heran, der seinen wahrscheinlich nicht allzu schwer betankten Williams-Toyota im letzten Versuch zu einer Bestzeit von 1:28.952 Minuten prügelte. "Es macht echt Spaß, hier zu fahren", sagte er noch während der Session. "Es ist eine der tollen Strecken von Hermann Tilke, der generell Strecken baut, die sehr interessant sind. Turn acht, dann die lange Gerade - Istanbul macht echt Spaß!"

Rosberg bleibt zurückhaltend

"Wir haben ein paar neue Aeroteile. Ich bin guter Dinge, dass wir gleich stark sein werden wie in Barcelona. Ich will in die Top 8. Wenn es ein, zwei Plätze weiter nach vorne geht, wäre das super", deutete Rosberg jedoch an, dass man die Zeiten nicht überbewerten sollte. Dabei verwies er seinen Verfolger Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/23 Runden), der zuvor lange geführt hatte, um stattliche 0,311 Sekunden in die Schranken.

So spannend es in den letzten Minuten zuging, so langatmig ging es los: "Freitags ist es immer so", gab Rosberg zu Protokoll. "Am Anfang fahren wir eine Installationsrunde, dann nimmt sich das Team zehn oder 15 Minuten, um alles zu checken, dass alles okay ist. Dann hofft man, dass ein paar Fahrer fahren, damit die Spur wenigstens ein bisschen sauberer wird, und so nach einer halben Stunde gehen wir dann raus."

Es dauerte über eine halbe Stunde, bis Hamilton endlich die erste Zeit setzte - auf einen Einsatz der weichen Reifen wurde auf zunächst rutschiger Strecke komplett verzichtet. Aber nicht weniger als acht Fahrer lagen innerhalb von einer halben Sekunde: Neben Rosberg und Hamilton auch noch Jarno Trulli (Toyota/26 Runden), Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault/18), Felipe Massa (Ferrari/22), Kazuki Nakajima (Williams-Toyota/21), Kimi Räikkönen (Ferrari/25) und Fernando Alonso (Renault/24).

Unterbrechung wegen kaputten Rasens

Zwischendurch musste kurz unterbrochen werden, weil sich außen in der ersten Kurve der Kunstrasenteppich gelöst hatte, aber das hielt Timo Glock (13./+ 0,982/26 Runden) nicht davon ab, einen Dreher und den einen oder anderen Ausritt hinzulegen. Der gegenüber Monte Carlo stark verbesserte Toyota-Pilot befand sich damit aber in bester Gesellschaft, denn praktisch jeder Fahrer war heute Morgen einmal neben der Strecke.

"Ich hoffe, dass wir wieder einen Schritt nach vorne machen", kündigte Glock an. "Monaco war ein Ausrutscher, aber Barcelona hat gezeigt, dass wir aufpassen müssen. Ich hoffe, dass wir hier wieder zurückfinden werden." Und über das Otodrom sagte er: "Die Strecke steht bei allen Fahrern recht hoch im Kurs. Sie ist sehr anspruchsvoll und hat einige schöne Passagen, die einfach Spaß machen. Es ist alles drin, auch eine lange Gerade zum Überholen."

Übrigens handelte sich Glock den Ärger von Massa ein, als er zu Beginn der Session beim Rausfahren aus der Box ein paar Burnouts hinlegte. Aber der Deutsche konnte die Aufregung darüber nicht ganz nachvollziehen: "Das sind einfach gewisse Checks, die wir machen müssen, um für die Ingenieure Daten zu sammeln. Das machen wir jedes Mal." Am Rande bemerkt: Schlechtester Deutscher war heute Morgen Nick Heidfeld (17./BMW Sauber F1 Team/+ 1,737/20 Runden).

Vettel wieder mit Doppeldiffusor

WM-Mitfavorit Vettel kam hingegen ganz gut mit der aerodynamisch anspruchsvollen Strecke zurecht. Der Schanghai-Sieger hofft, dass sich in Istanbul der neue Doppeldiffusor erstmals auswirken wird, und erwartet sich "einiges" vom modifizierten Design: "Von der Streckencharakteristik her gibt es viele schnelle Kurven, was unserem Auto generell liegen sollte, und mit den Veränderungen, die man in Monaco vielleicht noch nicht so spüren konnte, sollte uns das noch mal ein bisschen helfen."

Das Duell gegen Gesamtleader Jenson Button (11./Brawn-Mercedes/+ 0,795/20 Runden) gewann Vettel klar, aber Button zeigt im ersten Freien Training traditionell nie auf, was in seinem Paket steckt. Trotzdem gab Vettel, für viele einer der Topfavoriten auf den Sieg am Sonntag, schon vor dem Wochenende eine unmissverständliche Kampfansage in Richtung des Briten ab: "Er soll sich nicht zu warm anziehen, denn es wird heiß am Sonntag!"

In den hinteren Regionen des Feldes gab es keine nennenswerten Überraschungen, sieht man einmal von der erneut bedenklich schlechten Form des BMW Sauber F1 Teams - übrigens wieder ohne KERS - ab. Auf den letzten beiden Positionen landeten die Toro-Rosso-Ferrari-Piloten, die 1,886 (Sébastien Bourdais/24 Runden) beziehungsweise 1,992 (Sébastien Buemi/26 Runden) Rückstand auf die Bestzeit von Rosberg hatten.

Fotoquelle: xpb.cc

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