Selbst Heikki Kovalainen kam heute nicht ganz ohne Fahrfehler durch...

Formel 1 2009

— 05.06.2009

Kovalainen am Bosporus Freitagsschnellster

Heikki Kovalainen sicherte sich in einem wenig aufregenden zweiten Training in Istanbul vor Fernando Alonso die Bestzeit - Defekt bei Sebastian Vettel

Die Veranstalter in Istanbul rechnen für Sonntag gerade mal mit 20.000 Zuschauern - und im zweiten Freien Freitagstraining wurde trotz des herrlichen Wetters sportlich gesehen nicht gerade die Werbetrommel für ein spannendes Formel-1-Spektakel gerührt. Denn die 90 Minuten lange Session plätscherte ohne allzu viele Positionsverschiebungen über weite Strecken eher langatmig vor sich hin.

Schnellster war Heikki Kovalainen (37 Runden) im McLaren-Mercedes, der eine Bestzeit von 1:28.841 Minuten aufstellte und damit Fernando Alonso (Renault/35 Runden) um sechs Tausendstelsekunden hinter sich ließ. Alonso war in der ansonsten sehr entspannten Schlussphase der einzige der weiter vorne klassierten Fahrer, der sich noch nennenswert steigern konnte, auch wenn dies am Endergebnis nichts mehr änderte.

Dritter wurde - nach dem schlechten Vormittagstraining überraschend - Robert Kubica (+ 0,215/35 Runden) im BMW Sauber F1.09 ohne KERS. Dritter der Tageswertung war allerdings Nico Rosberg mit seiner Zeit von heute Morgen. In der zweiten Session handelte sich der Williams-Toyota-Pilot nach 40 Runden 0,416 Sekunden Rückstand ein, womit er Siebenter wurde. Teamkollege Kazuki Nakajima (+ 0,250/37 Runden) landete auf dem starken vierten Rang.

Kurzer Arbeitstag für Vettel

Unglücklich verlief die Session für Sebastian Vettel, denn während alle anderen auf über 30 Runden kamen, wurde der Red-Bull-Renault-Pilot mit gerade einmal vier Umläufen Fünfter. Rückstand: 0,361 Sekunden. "Für die Benzinmenge, die er an Bord hatte, war die Zeit wirklich gut", lobte Teamchef Christian Horner, schließlich musste seine Nummer eins die letzte Stunde wegen Verdachts auf Motorschaden zuschauen.

Vettel hatte schon zu Beginn 25 Minuten verloren, "weil wir über Mittag ein paar Änderungen am Auto vorgenommen haben. Das hat länger gedauert als geplant, aber das wäre halb so schlimm gewesen", so der Deutsche. Als es dann endlich losging, setzte er genau eine schnelle Runde, ehe er in der ersten Kurve langsamer wurde: "Es sieht nicht ganz so gut aus. Wir wissen nicht genau, was es war - entweder Motor oder Getriebe", seufzte Vettel.

Jarno Trulli (6./+ 0,366/41 Runden) zeigte als Sechster nach dem Monte-Carlo-Debakel einen leichten Aufwärtstrend des Toyota-Teams, das an diesem Wochenende mit einem an den Endplatten eingeschlitzten Heckflügel experimentiert. Apropos Neuerungen: Bei Renault schienen sich einige aerodynamische Modifikationen ebenso leicht bemerkbar zu machen wie der neue Doppeldiffusor des BMW Sauber F1 Teams.

Heidfeld deutlich hinter Kubica

Nick Heidfeld (+ 0,709/40 Runden) kam zwar nicht an die Zeit seines Teamkollegen Kubica heran, doch wegen der unglaublich engen Abstände sah sein 16. Platz nach außen wohl schlechter aus, als er in Wahrheit war. Nur die beiden kleinsten Rennställe im insgesamt 20 Mann starken Feld, Force-India-Mercedes und Toro-Rosso-Ferrari, handelten sich mehr als eine Sekunde Rückstand auf die Bestzeit von Kovalainen ein.

Dennoch sorgte Giancarlo Fisichella (18./Force-India-Mercedes/+ 1,250/38 Runden) für einen der unterhaltsameren Momente, als er wenige Minuten vor Schluss in der Kurvenkombination vor Start und Ziel mit Nakajima eine Meinungsverschiedenheit über die Vorfahrt hatte. Die beiden berührten sich leicht, beschädigten ihre Autos aber nicht - ganz im Gegensatz zu Kovalainen, der auf dem Randstein in Kurve eins ohne Fremdeinwirkung ein Karosserieteil liegen ließ.

Kovalainens Teamkollege Lewis Hamilton (13./+ 0,594/31 Runden) gehörte zur Riege jener Fahrer, die sich auf der rutschigen Strecke einen Fahrfehler leisteten: Erst drehte er sich nach gut einer halben Stunde in Kurve eins, ein paar Minuten später zeigte er noch eine Pirouette und in der Schlussphase unterlief ihm zum Drüberstreuen noch ein Ausritt. Aber ganz fehlerfrei blieb heute ohnehin fast niemand.

Extrem knappe Zeitabstände

"Die Zeiten lagen wohl nur selten enger zusammen. Bis Platz 16 sind es nur knapp über sieben Zehntelsekunden", zog Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach den ersten 180 Minuten des Rennwochenendes eine Zwischenbilanz. "Wir waren heute ganz gut unterwegs. Dass Heikki dabei Schnellster war, bedeutet so wenig wie der 13. Platz von Lewis mit weniger als sechs Zehntelsekunden Rückstand."

Das bisher so dominante Brawn-Mercedes-Team ließ am Freitag seine Muskeln noch nicht spielen: Rubens Barrichello (+ 0,464/35 Runden) schob sich zwar am Ende noch auf den achten Platz nach vorne, aber WM-Leader Jenson Button (+ 0,589/33 Runden) kam nicht über Platz zwölf hinaus. Für Samstag und Sonntag muss das jedoch nichts bedeuten. Positiv: Der BGP 001 scheint die Reifen weniger stark zu verschleißen als etwa der Ferrari.

Apropos Ferrari: Felipe Massa (11./+ 0,575/38 Runden) und Kimi Räikkönen (15./+ 0,679/33 Runden) konnten zwar vom Klassement her nicht überzeugen, hinterließen aber insgesamt einen ähnlich starken Eindruck wie zuletzt in Barcelona und Monte Carlo. Interessant auch, dass der Unterschied zwischen den zur Verfügung stehenden Reifentypen Soft und Hard von Bridgestone für die meisten Teams nicht allzu eklatant zu sein scheint.

Fotoquelle: xpb.cc

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