Die drei Favoriten: Rubens Barrichello, Sebastian Vettel, Jenson Button

Formel 1 2009

— 06.06.2009

Vettel gewinnt Qualifying-Krimi gegen Button

Sebastian Vettel sicherte sich in Istanbul vor Jenson Button die Pole-Position - Dramatisches Finish in den letzten Minuten der Session

Allzu viel Action wurde in den Freien Trainings in Istanbul nicht geboten, doch das heutige Qualifying zum Grand Prix der Türkei entschädigte für einiges. Denn erstens sicherte sich bei sonnigen Bedingungen nahe der 30-Grad-Marke mit Sebastian Vettel ein Deutscher die Pole-Position und zweitens entwickelte sich die Entscheidung in den letzten Minuten zu einem wahren Hundertstelkrimi.

Vettel steigerte sich mit seinem Red-Bull-Renault im Top-10-Finale von 1:28.801 auf 1:28.316 Minuten, obwohl er im Gegensatz zum Brawn-Mercedes-Duo schon im ersten Run die weichen Reifen gezückt hatte. Das sollte reichen, um WM-Leader Jenson Button noch um 0,105 Sekunden abzufangen. Jetzt kommt es auf die Strategie an - und alles wartet gespannt auf die Offenlegung der Benzingewichte. Nur Ross Brawn gibt offen zu: "Wir kommen in der 17. Runde rein."

Jetzt entscheidet die Strategie

"Ich bin gespannt auf die Benzingewichte, aber wir hoffen, dass wir den Brawns einen heißen Kampf liefern können. Ich glaube, wir haben eine gute Strategie", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, ohne eine konkrete Rundenanzahl zu nennen. Horner zeigte sich wieder einmal beeindruckt von seinem jungen Wunderknaben, der bisher von der Pole-Position immer gewonnen hat: "Sebastian wird immer besser!"

"Ich bin sehr glücklich, endlich hat es mal gereicht", jubelte Vettel selbst. "Dafür haben wir in den vergangenen Wochen hart gearbeitet." Beinahe hätte ihm Teamkollege Mark Webber jedoch die Show gestohlen, denn der Australier hatte im Finish kurzzeitig sogar die Bestzeit inne. Am Ende wurde es mit 0,297 Sekunden Rückstand der vierte Platz. Im Rennen scheint also alles auf ein Duell Red Bull gegen Brawn hinauszulaufen.

Aber Button warnt: "Nicht nur die Red Bulls, auch die Ferraris sind ziemlich schnell." Rubens Barrichello ging sowieso ganz alternativ ans Top-10-Finale heran, fuhr nur einen schnellen Run auf harten Reifen mit drei gezeiteten Runden und steigerte sich vom achten auf den siebenten auf den dritten Rang. Das Stallduell gegen Button verlor er um eineinhalb Zehntelsekunden. Unzufrieden war er damit nicht, denn: "In Q2 hatte ich einige Schwierigkeiten."

Nachspiel für Barrichello?

In Q1 hatte Barrichello für eine Schrecksekunde gesorgt, als er Felipe Massa auf dessen schneller Runde behinderte. Der Ferrari-Pilot, Istanbul-Sieger der drei vergangenen Jahre, zog trotzdem problemlos ins dritte Segment ein, verlor dort jedoch überraschend um 43 Tausendstelsekunden gegen Kimi Räikkönen, den er bis dahin sicher im Griff hatte, und wird damit morgen nur als Siebenter in den Grand Prix starten.

Positiv schnitt Jarno Trulli ab, der mit 0,350 Sekunden Rückstand Fünfter wurde und in Q2 seinem Toyota-Teamkollegen Timo Glock (13.) nicht weniger als sechs Zehntelsekunden abnahm. Fernando Alonso (Renault/+ 0,759), Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 0,875) und Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 1,041) schafften ebenfalls den Einzug ins Top-10-Finale, den Kubicas Teamkollege Nick Heidfeld um 48 Tausendstelsekunden verpasste.

Silberpfeile weiter in der Krise

Eine bittere Schlappe setzte es für McLaren-Mercedes: Heikki Kovalainen qualifizierte sich als 14. immerhin für den zweiten Abschnitt, Weltmeister Lewis Hamilton konnte seinen Rennoverall aber schon nach 20 Minuten ausziehen. "Ein schlechtes Resultat, das unsere Schwäche in schnellen Passagen offenlegt. Während wir im letzten Sektor ganz vorne dabei waren, verlieren wir auf dem Rest der Strecke über eine Sekunde", seufzte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Dafür gab es ein Erfolgserlebnis für Mercedes-Kundenfahrer Adrian Sutil auf Force India: Der Deutsche zog als 15. völlig überraschend in die Top 15 ein und besiegte seinen Teamkollegen Giancarlo Fisichella (19.) um fast eine halbe Sekunde. Da tat es auch nicht weiter weh, dass er in Q2 keinen Mucks mehr machte. Die schon das ganze Wochenende enttäuschenden Toro-Rosso-Ferraris erwischte es bereits in Q1.

Für das siebente Saisonrennen zeichnet sich damit ein Zweikampf zwischen Red Bull und Brawn ab, den die meisten Experten ohnehin schon im Vorfeld erwartet hatten. In strategischer Hinsicht könnte dabei zum Tragen kommen, dass der Unterschied zwischen den harten und weichen Bridgestone-Reifen offenbar kaum zu spüren ist. Ein Reifen-Grand-Prix, wie wir ihn dieses Jahr auch schon erlebt haben, scheint also ausgeschlossen.

Fotoquelle: xpb.cc

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