Norbert Haug sieht für seine Silberpfeile auch in Silverstone keine Hoffnung

Formel 1 2009

— 07.06.2009

Haug selbstkritisch: "Das geht gar nicht"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug bewertet die Leistung der Silberpfeile in Istanbul selbstkritisch und zieht den Hut vor dem überlegenen Brawn-Team

Gestern mit Lewis Hamilton den Einzug ins Top-10-Finale verpasst, heute mit 1:20.4 Minuten (Hamilton) beziehungsweise einer Runde (Heikki Kovalainen) Rückstand nur 13. und 14.: Istanbul war für die Silberpfeile keine Reise wert. Da tröstet es auch nicht, dass Kunde Brawn mit Mercedes-Power den sechsten Sieg im siebenten Rennen feierte.

"Jenson Button fährt Kreise um die Konkurrenz - damit kann im Moment kein Gegner in der Formel 1 glücklich sein. Die haben den besten Job gemacht, das zeigt sich immer mehr", gab Mercedes-Sportchef Norbert Haug anerkennend zu Protokoll. "Jenson sagt ja selbst, dass sein Auto immer besser wird. Das war heute einer der deutlichsten Siege überhaupt, dabei ist die Strecke hier ganz anders als die in Monaco."

Selbstkritische Rennanalyse

Der Deutsche rechnete nach Rennende vor: "Red Bull hat 15 Sekunden Rückstand auf Brawn, wir 80. Das ist mehr als eine Sekunde pro Runde. Das geht gar nicht und das müssen wir abstellen. Diese neuen Regeln erfordern ein Umdenken. Offensichtlich haben wir das bisher nicht gut genug gemacht." Dass McLaren-Mercedes 2007/08 40 Prozent aller Rennen gewonnen hat, "kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, aber es ist noch nicht so lange her".

Haug wertet dies als Indiz dafür, dass die McLaren-Ingenieure ihr Handwerk nicht verlernt haben. Trotzdem übe Mercedes Druck aus, auch wenn es von außen nicht so aussieht: "Das machen wir schon, aber intern und konstruktiv. Nur dann geht was voran. Wir haben in der Vergangenheit auch schon mal für Motorschäden gesorgt, aber wir haben uns dann gesteigert. Da muss unser Partner mitziehen. Aber das ist für uns als Anteilseigner genauso ein Thema."

Keine Chance in schnellen Kurven

"Wir haben in den schnellen Passagen überhaupt gar keine Chance. Ironischerweise sind wir im langsamen Teil immer mal wieder eine Bestzeit gefahren - da, wo die lange Gerade ist und die enge Zielpassage, ähnlich wie in Monaco. Aber in den schnellen Kurven geht es nicht, da fehlt uns der Anpressdruck", analysierte der 56-Jährige. "Diesbezüglich müssen wir dramatische Verbesserungen machen. Das kann man leider nicht über Nacht regeln, aber wir werden kämpfen."

Nach Istanbul steht nun das vorerst letzte Formel-1-Rennen in Silverstone auf dem Programm, auf einem Kurs, der jenem in Barcelona nicht unähnlich ist. Haug sieht für das McLaren- und Hamilton-Heimspiel auf der Insel schwarz, denn: "Silverstone ist ein schneller Kurs. Es gibt nur am Ende das Infield, das ein bisschen enger ist, aber insgesamt sollten wir dort sicherlich noch schlechtere Voraussetzungen haben als hier."

Fotoquelle: xpb.cc

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