Immerhin: Max Mosley geht zumindest einen kleinen Schritt auf die FOTA zu

Formel 1 2009

— 08.06.2009

Mosley: Ein saures Bonbon für die FOTA

Bis Dienstag sollen sich die FOTA-Teams ohne Bedingungen für 2010 einschreiben: Schnelles Concorde-Agreement, langwierige Diskussion um Regeln?

In einem Brief fordert FIA-Chef Max Mosley die verbliebenen acht Teams der Vereinigung FOTA auf, sich ohne Bedingungen für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 einzuschreiben. Der Brite nannte in seinem Schreiben einige Argumente, um die Teams von ihrer bisher harten Linie abzubringen. Die FOTA fordert die kurzfristige Unterzeichnung eines neuen Concorde-Agreements sowie ein Regelwerk, welches auf dem aktuellen aufbaut und einzig Veränderungen durch FOTA-Vorschläge erfährt.

Mosley erklärte den Teams, dass man die für 2010 abgesegneten Regeln jederzeit verändern könne, wenn unter den Teams Einigkeit herrsche. Die potenziellen Neueinsteiger hätten für den Fall eines bedingungslosen Beitritts aller FOTA-Teams angekündigt, über die Regeln neu verhandeln zu wollen. "Auf Grundlage des Artikel 66 können wir die Regeln nur dann ändern, wenn alle Teams zustimmen", hieß es im Brief, der 'Motorsport-Total.com' vorliegt. Fraglich ist allerdings, ob der besagte Artikel tatsächlich als Grundlage dienen kann, denn es handelt sich nicht um nachträgliche Regeln (wie in Art. 66 beschrieben), sondern um eine komplette Fassung für 2010.

Teams sollen erst einschreiben, dann Regeln anpassen

"Sobald wir die Liste der eingeschriebenen Teams haben, können wir unter Voraussetzung der Zustimmung aller Mannschaften die Regeln anpassen", hielt Mosley den FOTA-Teams einen Köder hin, den diese allerdings mit größter Wahrscheinlichkeit verschmähen werden: Ein saures Bonbon, dabei möchten die Teams eher Süßigkeiten. "Sie haben die Wahl, ob Sie an diesem Prozess als ordnungsgemäß eingeschriebenes Team teilhaben wollen, oder nicht. Wenn sie teilhaben möchten, dann sollten Sie uns nun mitteilen, dass ihre Nennung nicht an Bedingungen geknüpft ist."

Von den bestehenden Teams haben Williams und Force India bereits den von Mosley gewünschten Weg eingeschlagen. Vielleicht hofft der FIA-Chef, weitere Privatteams wie Brawn und Co. auf seine Seite ziehen zu können. Die Rennställe hatten ursprünglich bis Ende Mai Zeit, sich einzuschreiben. Dabei konnten die Teams wählen, ob sie unter einer Budgetlimitierung teilnehmen möchten, oder oder nicht. "Es liegt an Ihnen", schrieb Mosley weiter, "aber der einfachste Weg ist, wenn sich alle unter dem Budgetlimit einschreiben."

"Anschließend könnten alle Teams kooperieren, um Regeländerungen herbeizuführen, die für alle Beteiligten tragbar sind", so der FIA-Chef weiter. Er versprach den FOTA-Mitgliedern: "Wir planen ein Treffen aller bestätigten Teams für 2010 direkt nach dem 12. Juni, um die FOTA-Vorschläge zur Kostensenkung zu diskutieren. Wir haben bereits mit neuen Bewerbern gesprochen. Deren Rückmeldung weist deutlich darauf hin, dass auch sie einen recht einfachen Weg zu einer Einigung sehen."

Will Mosley Brawn, Toro Rosso und Co. locken?

Mosley drohte im Brief keinerlei Konsequenzen an, falls die FOTA-Teams nicht bis Dienstagabend seiner Aufforderung nachkommen. Aber Fakt ist: Am Freitag will die FIA die endgültige Liste der teilnehmenden Teams für 2010 veröffentlichen. Man darf den Worten von Mosley entnehmen, dass er die Sammeleinschreibung unter Bedingungen nicht akzeptieren wird, obwohl er selbst die Teams zu einer solchen Nennung animiert hatte. Konsequenz: Am 12. Juni würde eine 13 Teams umfassende Liste präsentiert, auf der Ferrari, Toyota und Co. nicht stehen. Potenzielle Neulinge gibt es anscheinend genug.

Der FIA-Boss forderte die mächtigen Rennställe außerdem auf, ihrer bedingungslosen Nennung ein Schriftstück beizufügen, auf welchem all die gewünschten Regelanpassungen für 2010 vermerkt sind. Ein weiteres Hindernis: Wie sollen sich die FOTA-Teams so schnell verständigen und ein solches Schriftstück verfassen? Falls vorher keine Absprache stattfindet, geben die FOTA-Teams möglicherweise unterschiedliche Wünsche zur Kenntnis und Mosley hätte genau das, was er sucht: den nächsten Keil, den er in die Teamvereinigung treiben kann.

"Wir freuen uns auf eine positive Antwort. Es wäre hilfreich, wenn diese nicht später als am Dienstagabend eintreffen würde." Mosley machte zusätzlich klar, dass die FIA möglichst schnell ein neues Concorde-Agreement unterzeichnen möchte, doch sei dies erst dann möglich, wenn alle relevanten Verhandlungspartner feststünden. Der entsprechende Vertrag sei 1981 entstanden, 1998 mit Unterschrift aller Teams erneuert worden und seit 2005 habe lediglich Ferrari ein solches unterschrieben. Williams und andere Rennställe hätten eine ähnliche Vereinbarung mit Rechteinhaber FOM.

Wie wird die FOTA reagieren?

"Wir sind bereit, ohne jede Verzögerung die Verhandlungen über ein neues Concorde-Agreement aufzunehmen", schrieb Mosley an die FOTA-Teams. "Dies ist allerdings erst dann möglich, wenn alle Nennungen für 2010 bestätigt sind." Ein Entwurf von mehreren hundert Seiten sei kurzfristig entstanden. "Die FIA muss wissen, mit wem man diesen Entwurf diskutieren muss."

"2010 werden sicher neue Teams teilnehmen und es erscheint auf aktueller Grundlage unwahrscheinlich, dass alle 2009er-Teams im kommenden Jahr mit an Bord sein werden. Der Entwurf sollte einzig zwischen jenen Teams diskutiert werden, die tatsächlich teilnehmen", machte Mosley deutlich. Welches eben jene Teams sind, soll am Freitag präsentiert werden. Ein Aufschub der Frist ist unwahrscheinlich, weil die Neueinsteiger schnell eine definitive Rückmeldung benötigen.

Spannend wird die Frage, wie die FOTA auf den Brief des FIA-Chefs reagieren wird. Eine bedingungslose Einschreibung unter Budgetlimitierung erscheint äußerst unwahrscheinlich, wie 'Motorsport-Total.com' aus verlässlicher Quelle erfahren hat. Vielleicht wird sich die Teamvereinigung jeden Kommentar verkneifen und es bis zum kommenden Freitag aussitzen. Die Planungen für eine Herstellerserie sind offenbar bereits angelaufen.

Fotoquelle: xpb.cc

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