Die FIA gibt sich bezüglich der Nennliste 2010 noch verschlossen

Formel 1 2009

— 12.06.2009

Der spannendste Tag der Formel 1

Der Tag der Entscheidung: Welche Teams werden auf die FIA-Nennliste für 2010 stehen? Wird der Krieg zischen Max Mosley und der FOTA beendet?

Es herrscht Krieg in der Formel 1. Auf beiden Seiten der sogenannten Budgetgrenze haben sich in den vergangenen Wochen die Truppen in Stellung gebracht - die FIA um Präsident Max Mosley auf der einen Seite, die Teams der Vereinigung FOTA auf der anderen Seite. Es gab Säbelrasseln, hohe Diplomatie und absoluten Stillstand. Doch dieser 12. Juni 2009 wird der Auseinandersetzung eine besondere Note geben.

Wenn Mosley heute seine mit Spannung erwartete Teilnehmerliste für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 veröffentlicht, wird eine Bombe hochgehen. Die Frage ist nur, an welcher Stelle der Sprengstoff zur Explosion gebracht wird. Da sich die beiden streitenden Parteien auch auf den letzten Drücker bei einem langen Meeting in London anscheinend nicht einigen konnten, wird es mit der heutigen FIA-Liste einen Verlierer geben - vielleicht sogar mehrere.

Was macht Mosley?

Mosley hat nur begrenzte Optionen. Natürlich besteht die theoretische Möglichkeit, dass er im Kampf gegen die FOTA klein beigibt und deren Bedingungen für eine zukünftige Teilnahme an der Formel 1 akzeptiert. Allerdings dürfte dies äußerst unwahrscheinlich sein. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass die FOTA-Teams plötzlich ein Budgetlimit akzeptieren und ihre Bedingungen über Bord werfen. Da auch kein Kompromiss in Sicht ist, gerät Mosley kräftig unter Zugzwang.

Der FIA-Chef muss sich entscheiden: Nimmt er die FOTA-Teams mit in seine Nennliste auf? Wenn ja, werden alle Teams als Teilnehmer genannt, oder nur Ferrari, die sich im Rahmen eines Vertrages bis 2012 an die Formel 1 gebunden haben? Lässt er alle FOTA-Mannschaften weg und füllt die Reihe von Williams und Force India mit Neulingen auf?

Alle möglichen Szenarien bieten reichlich Zündstoff für weitere Kapitel des heftigen Streits. Die FOTA-Teams haben ihr Nennung an Bedingungen geknüpft. Sollten diese Bedingungen seitens der FIA nicht erfüllt sein, ist die Einschreibung für 2010 nicht gültig. Mosley hätte zwar eine prominte Liste mit Namen für 2010, aber keinerlei Sicherheit, dass diese Teams tatsächlich starten. Und potenzielle Neueinsteiger wären - bis auf enige Ausnahmen - zunächst einmal verprellt.

Mehr Zeit für Verhandlungen?

Szenario Nummer zwei: Mosley nimmt Williams, Force India, Ferrari und einige Neulinge. Dann würde Mosley auf den Vertrag von 2005 pochen, in welchem sich Ferrari in einer besonderen Form eines Concorde-Agreements bis 2012 an die Formel 1 gebunden hat. Doch für einen solchen Fall hat die Scuderia bereits rechtliche Schritte in Erwägung gezogen. Aus Sicht der Italiener hat der FIA-Chef selbst gegen Vertragsinhalte verstoßen, als er das Regelwerk 2010 mit allen Konsequenzen durchboxte.

Die dritte Möglichkeit: Mosley schreibt Williams, Force India und einige neue Teams auf seine Nennliste für 2010. Falls der FIA-Präsident freie Plätze für Brawn, Red Bull und Toro Rosso offenhält, besteht die Möglichkeit, dass diese privaten Teams sich noch umentscheiden. In die Phalanx der Werke kann er ohnehin nicht mehr eindringen, nachdem diese sich vertraglich die Treue geschworen haben. In einem solchen Fall stünden die Hersteller allein, aber gleichzeitig wäre auch der Weg zu einer "Piratenserie" deutlich vorgezeichnet.

Der britische FIA-Chef könnte noch andere Wege wählen: Eine vorläufige Nennliste mit oder ohne die FOTA-Teams, um Raum für Verhandlungen zu schaffen. Ebenso wäre es denkbar, dass er die Frist für die Herausgabe der Liste kurzfristig noch einmal verlängert, um Zeit zu gewinnen. Es gibt sicherlich noch weitere Optionen, womit sich Mosley mehr Zeit für den Weg zum Kompromiss verschaffen könnte. Doch all diese Möglichkeiten gelten als unwahrscheinlich, weil der FIA-Chef die Frist selbst gesetzt hat. Eine Verzögerung der Nennliste käme einem Gesichtsverlust gleich.

Fotoquelle: xpb.cc

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