Jenson Button dürfte in diesem Jahr in Silverstone eine "Buttonmania" auslösen

Formel 1 2009

— 14.06.2009

Button, der neue Liebling der Briten

Wie sich die Zeiten ändern: In den vergangenen Jahren herrschte in Silverstone "Hamiltonmania", jetzt wird Jenson Button beim Heimrennen der Superstar sein

Die Merchandisingstände in Silverstone werden am nächsten Wochenende wieder einen Spitzenumsatz machen, denn die britischen Fans werden sich neu ausstaffieren. In den vergangenen Jahren war Lewis Hamilton der Liebling der Massen, doch aus der "Hamiltonmania" dürfte in diesem Jahr die "Buttonmania" werden. Hamilton als Poster, Hamilton als Pappkamerad, Hamilton-Kappen, Hamilton-T-Shirts überall - dieses Bild prägte in jüngster Vergangenheit den Grand Prix in Silverstone.

Jenson Button blieb weitgehend unbeachtet. Dass er 2008 im Regenrennen eine schnellste Rundenzeit hinlegte, bekam kaum jemand mit. Denn Button lag damals fast eine Runde hinter Hamilton und landete kurz darauf auch im Kiesbet, während Superstar Hamilton den Sieg holte und damit einen weiteren Schritt zum Weltmeistertitel machte. In diesem Jahr ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einer der beiden wieder glänzt und der andere hinterher fährt - doch diesmal sind die Rollen anders verteilt.

Jetzt kommt Button als WM-Führender mit 26 Punkten Vorsprung auf seine Verfolger und mit 52 Punkten mehr auf dem Konto als Hamilton zum Heim-Grand-Prix. Es ist nicht so, dass einer der beiden das Fahren plötzlich gelernt und der andere es plötzlich verlernt hätte. Im Fall Button/Hamilton zeigt sich auch, wie wichtig es ist, ein gutes Auto zu haben. Bisher war dies bei Hamilton der Fall, jetzt hat Button das überlegene Material. "Er hat aber auch einen klasse Job gemacht", wurde Button von der 'Times' zitiert. "Natürlich war ich neidisch auf ihn. Aber nicht, weil er auch ein Engländer ist, sondern weil er Weltmeister wurde, und das wollte ich auch werden."

Hamilton selbst wusste, dass er mit seinem Auto Glück hatte und dass Buttons in der Vergangenheit mäßige Ergebnisse nichts mit mangelndem Können zu tun hatten. "Als ich mit dem Kartsport angefangen habe, hat Button in den höheren Kategorien alles gewonnen. Wir wollten alle so sein wie er", sagte der McLaren-Pilot.

Doch in der Formel 1 hatte Button bis zur Saison 2009 nicht das Material, um solche Erfolge einzufahren. Recht bald wurde sein Potenzial auch angezweifelt und Button hatte eher den Ruf eines Playboys als eines Topfahrers. "Es gab in der Vergangenheit einige negative Kommentare über mich", weiß Button. Zu seinen Kritikern gehörte unter anderem der frühere McLaren-Teamchef Ron Dennis.

"Ein paar dieser Kommentare habe ich ganz sicher auch verdient", räumte Button ein. "Früher habe ich mich vielleicht nicht ganz auf die wichtigen Aspekte des Jobs konzentriert. Aber andere Kommentare habe ich nicht verdient. Es bringt aber nichts zu sagen: 'Schaut, was ich kann'. Ich habe das gezeigt, indem ich ganz oben auf dem Podium stand."

Einer, der Button auch schon seit langer Zeit kennt, ist der frühere Formel-1-Pilot Anthony Davidson. Er fuhr schon im Alter von acht Jahren gegen Button Kart-Rennen. Davidson wundert sich nicht, dass Button im Brawn plötzlich alles dominiert: "Setz' ihn in ein unterlegenes Auto und er wird untergehen. Aber gib' ihm siegfähiges Material, dann fährt er in einer anderen Liga. Er liebt es, zu gewinnen und er ist dabei ganz relaxt. Lewis gewinnt natürlich auch gern, aber wir haben in den vergangenen beiden Jahren gesehen, wie ihn der Druck runterziehen kann. Das würde Jenson nicht passieren. Manche denken immer noch, dass Jenson nicht die Klasse von Lewis hat, doch sie täuschen sich."

Fotoquelle: xpb.cc

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