Niki Lauda sieht im Streit in der Formel 1 nicht mehr als Wichtigtuerei

Formel 1 2009

— 15.06.2009

"Persönliche Fehden egozentrischer Obermanager"

Niki Lauda ist genervt vom FIA/FOTA-Streit und fürchtet, dass eine Eingung an der "Wichtigtuerei" einiger Beteiligten scheitern könnte

Niki Lauda hat einen großen Wunsch: Dass sich FIA und FOTA endlich einigen und es am kommenden Wochenende in Silverstone wieder um den Sport und nicht um die Politik geht. Denn er ist inzwischen genervt "von dem ewigen Hin und Her". "Der Wahnsinn ist, dass das Kostenreduzierungsproblem im Prinzip von allen verstanden wird", sagte der frühere Weltmeister im Interview mit der 'Stuttgarter Zeitung'. Sowohl FIA als auch FOTA wollen die Kosten reduzieren, nur könnten sich "diese egozentrischen Obermanager in der Formel 1 auf nichts einigen".

Der Grund dafür sei, dass sich alle Beteiligten in der Öffentlichkeit wichtig machen wollten, so Lauda: "Es geht nur um persönliche Fehden zwischen dem FIA-Boss Max Mosley, dem Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo und wie sie alle heißen." Und anstatt in Ruhe eine Lösung zu suchen, "wird alles über die Medien ausgetragen. Jeder glaubt, sein Gesicht zu verlieren. Daran könnte alles scheitern - und das wäre der größte Witz."

Dabei seien sich im Grundsatz alle einig, erklärte der Österreicher. Es gehe nur noch darum, ob die Budgetobergrenze im schon im nächsten Jahr oder erst 2011 eingeführt wird. Der "radikale Weg", also die Einführung 2010, sei so schnell nicht umsetzbar. Das ist laut Lauda aber auch gar nicht das Ziel der FIA: "Die Behörde FIA hat erkannt, wo die Weltreise hingeht. Und dass die Behörde immer radikal etwas will, um einen Kompromiss zu erzielen, das ist seit Jahrzehnten bekannt."

Nun sei seitens der FOTA-Teams einfach Diplomatie gefragt, damit eine Reduzierung in Stufen eingeführt werden kann, so Lauda. Der Österreicher glaubt auch fest daran, dass es noch zu einer Einigung kommt, "nur was Ferrari da herumpalavert, verstehe ich nicht. Sie sind die Einzigen, die mit der FIA einen Vertrag bis 2012 haben, und sie haben in der Vergangenheit bereits 100 Millionen Euro mehr bekommen als alle anderen Teams. Doch die, die am meisten Wirbel machen, sind die Italiener. Ich glaube, dass diese Wahnsinnigen irgendwann einmal zur Vernunft kommen und einen Kompromiss finden müssen - im eigenen Interesse."

Trotz aller Drohgebärden in Richtung FIA seien die Teams gar nicht in der Lage, die FIA als Sportbehörde zu stürzen. Und die Idee einer "Piratenserie" ist für Lauda "das Absurdeste überhaupt. Das als Druckmittel zu verwenden ist lachhaft, weil es absolut unrealistisch ist."

Dass es eine Formel 1 ohne Ferrari oder McLaren gibt, kann er sich zwar schon vorstellen, "nur werden dann weniger Leute zuschauen, ganz einfach." Und wenn nur noch Formel-3-Teams mit unbekannten Fahrern antreten, käme gar niemand mehr an die Strecke. Deshalb wäre es "absurd", eine Formel 1 ohne etablierte Rennställe zu haben.

Fotoquelle: xpb.cc

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