Jackie Stewart gilt seit Jahren als Intimfeind von FIA-Präsidet Max Mosley

Formel 1 2009

— 17.06.2009

Stewart fordert Umbruch in der FIA

Ex-Formel-1-Champion Jackie Stewart fordert eine komplette Umstrukturierung der FIA - Auch Bernie Ecclestones Zeit abgelaufen?

Jackie Stewart ist seit jeher kein Freund von Max Mosley. Daher verwundert es wenig, dass der ehemalige Formel-1-Champion die FOTA in ihren Bemühungen unterstützt, an der Spitze des Motorsport-Weltverbandes einen Umbruch herbeizuführen. "Mich haben in den vergangenen Tagen zwei Chefs von internationalen Konzernen angerufen und mich gefragt: 'Jackie, was kannst du tun?'. Ich habe nur gesagt, dass ich gar nichts tun kann", so der Schotte im britischen 'Telegraph'.

"Sie brachten ihren Unmut zum Ausdruck und forderten, dass endlich keine schmutzige Wäsche mehr in aller Öffentlichkeit gewaschen werden soll. Sie sagten: 'Es ist abscheulich, keiner unserer Kunden will so etwas erleben'. So denken also Konzernchefs. Die fragen sich langsam, ob sie mit der Formel 1 überhaupt noch etwas zu tun haben möchten", erklärte Stewart, der kürzlich seinen 70. Geburtstag mit rund 100 prominenten Gästen feierte.

Er habe nichts gegen den aktuellen Trend zur Kostensenkung. "Immerhin bin ich Schotte", merkte der RBS-Repräsentant an. Es sei aber unmöglich, eine Budgetgrenze einzuführen und vernünftig zu kontrollieren. "Ich bin der Überzeugung, dass die FIA umstrukturiert werden muss. Man muss eine saubere Führung des Sports gewährleisten. Es kann nicht sein, dass ein Mann allein KERS einführt. Es kann auch nicht sein, dass ein Einzelner sich hinstellt und sagt, dass alle Pleite gehen, wenn keine Budgetgrenze eingeführt wird."

"Ich finde, dass die FIA grundsätzlich überhaupt nichts mit den kommerziellen Aspekten des Sports zu tun haben sollte", meinte Stewart und sprach damit vielleicht so manchem EU-Kommissar aus der Seele. Aus Brüssel war mehrfach der Hinweis an Max Mosley und Bernie Ecclestone gekommen, ihre beiden Bereiche doch bitte strikt zu trennen. "Man kann sagen, dass man einen Diktator manchmal braucht. Vielleicht funktioniert das sogar, aber nie auf Dauer. Julius Cäsar hat gute Dinge erreicht, aber letztlich sein ganzes Reich verloren."

Aus den Worten des 70-jährigen Schotten wird deutlich, dass er seinen Erzfeind Mosley nicht länger an der Spitze der FIA sehen möchte. Doch nach wie vor ist unklar, ob Mosley sich vielleicht doch noch einmal zur Wiederwahl stellt. Falls ja, ist eine weitere Amtszeit durchaus wahrscheinlich. Auch Bernie Ecclestone solle seine Rolle überdenken. "Ich kenne Bernie seit 1964 und ich kann nicht viel Schlechtes über seine Arbeit für die Formel 1 sagen."

"Aber einige dieser Länder, in die er jetzt mit der Formel 1 gegangen ist, sind wenig bis gar nicht interessant", kritisierte Stewart. "Man kann nicht immer nur TV-Rechte verkaufen und dann leere Zuschauerränge vor Ort haben. Man muss auch mal wieder an den Sport an sich denken." Auch den Wechsel von Silverstone nach Donington sah der Schotte kritisch: "Ich habe nichts gegen Donington, aber ich sehe auch keinen einzigen Grund, warum man aus Silverstone weggehen will. Die Regierung hätte vielleicht schon viel eher finanziell helfen müssen. Stattdessen pumpen sie ihr Geld in die Olympischen Spiele."

Fotoquelle: xpb.cc

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