Die FOTA hofft, dass der Streit um die Zukunft bald beigelegt werden kann

Formel 1 2009

— 17.06.2009

FOTA unterbreitet der FIA ein Kompromissangebot

In einem Brief an die FIA bietet die FOTA einen Kompromiss an, mit dem sie sich eigenen Angaben nach "signifikant" bewegen würde

Am Freitag endet die verlängerte FIA-Frist, innerhalb derer eine Einigung für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 gefunden werden sollte. Wegen des aggressiven Tonfalls seitens der FIA schien ein Bruch zwischen dem Automobilweltverband und der Teamvereinigung FOTA schon fast unvermeidbar, doch nun scheint es wieder eine Annäherung zu geben.

Diese geht allerdings nicht von der FIA, sondern von der FOTA aus, die sich gestern in einem Schreiben an FIA-Präsident Max Mosley, FOA-Geschäftsführer Bernie Ecclestone sowie die Mitglieder des FIA-Senats und des FIA-Motorsport-Weltrats (WMSC) gewandt hat. 'Motorsport-Total.com' wurde ein Einblick in dieses Schreiben gewährt, das die derzeitigen Diskussionen hinsichtlich der Zukunft der Formel 1 "dringend" beenden soll - "im Interesse des Sports", wie es heißt.

Teams zeigen sich kompromissbereit

Die acht unterzeichnenden FOTA-Teams betonen gleich im ersten Absatz: "Wir hoffen, dass Sie in Betracht ziehen werden, dass dieser Brief eine signifikante Bewegung seitens der Teams darstellt, die allesamt ihren Willen, bis Ende 2012 an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, klar zum Ausdruck gebracht haben." Es gelte zu verhindern, dass namhafte Teams aussteigen: "Jetzt ist der Zeitpunkt, eine vernünftige und schnelle Lösung für die noch offenen Probleme zu finden."

Die FOTA hat diesen Zeilen ein konkretes Angebot angehängt. Erster Punkt: Regelgebung. Aufgrund der Meinungsverschiedenheiten über die seit 2007 angewendeten Prozesse und über das 2005 vereinbarte Ferrari-Veto wünscht sich die FOTA unter modernisierter Formulierung eine Rückkehr zum Regelgebungsprozess, wie er unter dem Concorde-Agreement von 1998 vereinbart war. Voraussetzung dafür ist, dass die FIA das Concorde-Agreement ebenfalls unterschreibt.

Diesbezüglich scheint Mosley kompromissbereit zu sein. Sollte man sich in diesem Punkt einig werden, dann würde dies bedeuten, dass die Regeln künftig wieder von der Sportlichen und Technischen Arbeitsgruppe (bestehend aus Mitgliedern der Teams) ausgearbeitet und von der Formel-1-Kommission verabschiedet werden. Nach der Formel-1-Kommission hätte dann weiterhin wie bisher das WMSC der FIA in Form eines Vetorechts das letzte Wort.

Des weiteren bringt die FOTA zum Ausdruck, dass es ihr am liebsten wäre, den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne als letzte Instanz für Berufungsverhandlungen wie etwa im Rahmen der Diffursoraffäre heranzuziehen. Jedoch zeigt sich die FOTA nun bereit, weiterhin das Internationale Berufungsgericht der FIA (ICA) anzuerkennen. Allerdings sollen ein bis zwei der drei bis fünf Richter von den Teams nominiert werden dürfen. Diese müssen natürlich neutral sein.

FOTA will unabhängige Buchprüfer

Der entscheidende Punkt bleibt jedoch weiterhin die von der FIA geplante Budgetobergrenze. Mosley hat bekanntlich ein Zweistufenmodell angeboten: 100 Millionen Euro für 2010, 45 Millionen Euro oder 40 Millionen Pfund ab 2011. Doch die Budgetobergrenze müsse kommen, fordert der FIA-Präsident weiterhin - unter welcher Bezeichnung auch immer. Die FOTA hat hingegen ein eigenes Sparpaket ausgearbeitet und als Kompromiss angeboten.

Nun geht die FOTA einen Schritt weiter: Um eine Einhaltung dieser Maßnahmen zu gewährleisten, soll eine unabhängige Buchprüfungsfirma damit beauftragt werden, entsprechende Prüfmethoden zu entwickeln. Eine Buchprüfung durch die FIA schmeckt den Herstellerteams nicht: "Viele FOTA-Mitglieder (...) haben sehr ernste Bedenken dagegen, dass die FIA oder ein anderes externes Unternehmen Einblick in finanzielle und kommerzielle Daten erhalten soll."

Das Parallelreglement, das zu Beginn des Streits Kernpunkt aller Diskussionen war, wurde sehr zur Freude der FOTA bereits fallen gelassen. Die bestehenden Teams stören sich aber daran, dass der Cosworth-Motor für Campos, Manor und US F1 höher drehen dürfen soll als die anderen Triebwerke: "Cosworth hat für das Neutuning acht Monate Zeit, während die anderen Hersteller gebeten wurden, dies in einem viel kürzeren Zeitraum abzuwickeln." Es solle gleiches Recht für alle gelten.

Abschließend verweist die FOTA noch auf den Entwurf für ein neues Concorde-Agreements, der - übrigens mit Ecclestones Einverständnis - unterschriftsreif vorliegt und im Idealfall bis spätestens Freitag ratifiziert werden könnte. Sollte es bis Freitag keine Einigung geben, dann wünschen sich die acht unterzeichnenden Teams zumindest eine weitere Verlängerung der FIA-Frist, um Handlungsspielraum zu gewinnen...

Fotoquelle: xpb.cc

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