Von Grand-Prix-Siegen sind die Silberpfeile meilenweit entfernt

Formel 1 2009

— 17.06.2009

McLaren-Mercedes verspricht keine Siege

Mercedes-Sportchef Norbert Haug kann für diese Saison keine Siege versprechen und ist für das Rennen in Silverstone sehr pessimistisch

"Ups und Downs gibt es im Sport immer", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Die gibt es im Fußball und die gibt es bei uns. Leider. Ich könnte sehr gut ohne Downs leben, aber das geht wohl nicht." Zumindest nicht 2009: Das Team des amtierenden Weltmeisters Lewis Hamilton wartet nach sieben von 17 Rennen immer noch auf den ersten Podestplatz.

Für das bevorstehende Hamilton- und McLaren-Heimrennen in Silverstone erwarten sich die Silberpfeile wegen der Vielzahl an schnellen Kurven - nur der letzte Sektor beinhaltet einige langsame Ecken - nicht allzu viel: "Die Ausgangssituation für Silverstone gleicht der in der Türkei. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es schwierig wird, aus Q1 weiterzukommen", setzt sich Haug verhältnismäßig bescheidene Ziele.

"Über die Hälfte der Rennstrecke wird noch nicht einmal gebremst. In diesen schnellen Kurven sind wir eben bisher noch nicht so gut", erklärt er. "Es mag sein, dass wir uns verbessert haben. Es gibt ein paar neue Teile, es gibt einen sehr starken Einsatz des Teams, das beim Heim-Grand-Prix so gut wie möglich aussehen will. Aber wir müssen realistisch bleiben und davon ausgehen, dass wir im letzten Drittel des Feldes sind."

"Was sich dann im Rennen ergibt", sagt der Deutsche weiter, "das mag unter Umständen eine andere Geschichte sein." Aber selbst im Idealfall erwartet sich Haug kein Wunder über Nacht. Auf die Frage, ob McLaren-Mercedes 2009 noch einen Grand Prix gewinnen werde, entgegnet er zurückhaltend: "Wenn ich das wüsste! Wir arbeiten dran. Das kann niemand seriös versprechen, der im Prozess des Aufholens ist."

"In die Saison hineinzuentwickeln, ohne Test dem Täter auf die Spur zu kommen und das im schnellen Rennrhythmus, das ist sicherlich die schwierigste Aufgabe, die man sich vorstellen kann", so Haug. "Manche können sicherlich fragen: Haben die das Autobauen verlernt? Das nicht, aber wir haben es mit einem vor allem im aerodynamischen Bereich kolossal neuen Reglement zu tun - und aus diesem Reglement haben wir nicht das Beste herausgeholt."

"Gleichzeitig ist es so, dass man 16. ist, wenn einem in der Türkei neun oder neuneinhalb Zehntel fehlen. Das soll überhaupt keine Entschuldigung sein - da gehören wir nicht hin, da wollen wir auch nicht sein -, aber die neun Zehntel hat man schnell mal verloren, wenn man ein Highspeed-Defizit hat. Das wird in Silverstone aller Voraussicht nach nicht anders sein, weil man das nicht über Nacht kurieren kann - und schon gar nicht ohne Tests", seufzt der Mercedes-Sportchef.

An der Ausgangslage hat sich in den vergangenen Wochen nichts geändert: Der MP4-24 ist in langsamen Kurven absolut konkurrenzfähig, generiert aber in schnellen Kurven zu wenig Anpressdruck. Das war zuletzt in Istanbul klar ersichtlich: "Ein klares Defizit ist zum Beispiel, wenn man in der berühmten Kurve acht in der Türkei bei einer Fahrzeit von etwa 35 Sekunden bis zu sieben Zehntel verliert. Das ist schon eine Menge", so Haug.

Fotoquelle: xpb.cc

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