Aus dem erträumten Heimsieg in Silverstone wurde für Jenson Button nichts

Formel 1 2009

— 21.06.2009

Button wegen Start und Reifen chancenlos

Ausgerechnet beim Heimrennen wurde Jenson Button nur Sechster, doch zumindest ist dem WM-Leader klar, warum in Silverstone nicht mehr ging

Jenson Button hat sechs der ersten sieben Saisonrennen gewonnen, aber ausgerechnet vor heimischem Publikum in Silverstone fuhr er heute als Sechster das bisher schlechteste Ergebnis ein. Vom sechsten Startplatz aus wäre zwar theoretisch mehr möglich gewesen, aber schon vor dem Umspringen der Ampel war klar, dass es für ihn schwierig werden könnte.

Denn die Streckentemperatur betrug genau wie gestern 26 Grad, sodass sich das Problem mit dem Aufwärmen speziell der harten Reifen nicht von selbst eliminierte. Als er dann am Start zwar gut von der Linie wegkam, aber vor Copse keine Lücke fand und auf Rang neun zurückfiel, hatte sich der Traum vom Sieg oder zumindest vom Podium endgültig erübrigt. Trösten kann er sich mit 23 WM-Punkten Vorsprung auf Rubens Barrichello und 25 auf Sebastian Vettel.

Mit kalten Reifen ohne Chance

"Ich habe es mir mit dem Qualifying schon gestern selbst schwer gemacht. Ich bekam die Reifen einfach nicht auf Temperatur", erklärte Button. "Vom sechsten Platz aus besteht die Chance auf gute Punkte, aber Trulli hatte einen schlechten Start und ich musste vom Gas gehen. Ich versuchte es innen und außen, aber nirgends war Platz, also schossen die Ferraris außen an mir vorbei. Das hat ein paar Plätze gekostet und war sehr frustrierend."

"Ich steckte im ersten Stint hinter Trulli fest, nahm dann aber Tempo raus, um ein bisschen saubere Luft zu bekommen. Ich hätte um acht Zehntel schneller fahren können. Leider kam er auch noch in der gleichen Runde wie ich an die Box, sodass wir ihn auch da nicht schnappen konnten", gab der Lokalmatador enttäuscht zu Protokoll. "Noch dazu war der zweite Stint mit den harten Reifen sehr schwierig. Ich bekam einfach keine Temperatur rein."

Button gestand nach dem Rennen ehrlich, dass sein Teamkollege Barrichello "den besseren Job" gemacht habe, was das Aufwärmen der Reifen angeht: "Kühle Bedingungen scheinen unserem Auto und meinem Fahrstil nicht zu liegen", analysierte er und fügte an: "Wir haben ein paar Punkte geholt. Es hätte schlimmer kommen können. Ich bin schon ein bisschen frustriert, aber am wichtigsten ist, dass wir genau verstehen, warum das Auto heute nicht so konkurrenzfähig war wie sonst."

Wirklich konkurrenzfähig war der BGP 001 nur im letzten Stint: "Mit den weichen Reifen am Ende holte ich sehr schnell auf Nico Rosberg und Felipe Massa auf, aber auf dieser Strecke kannst du einfach nicht überholen. Ich war zwei Runden lang in Nicos Windschatten, aber da war auf einmal der Anpressdruck weg - keine Chance! Trotzdem lief das Auto da nicht schlecht, aber das war die einzige starke Phase an diesem Wochenende", so Button.

Brawn von Anfang an ohne Hoffnung

Seinem Teamchef Ross Brawn war in Silverstone "schon nach zehn Minuten des ersten Trainings" klar, dass das mit dem Heimsieg nicht klappen würde. Aber: "So schlecht war das nicht, auch wenn wir heute von Red Bull eine schöne Abreibung bekommen haben. Für Jenson ging es darum, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Schade, dass er am Start keine Lücke fand, denn das Auto wäre nicht so schlecht gewesen. Am Ende bekamen wir mehr Temperatur in die Reifen."

"Wir haben einige neue Teile für den Nürburgring", kündigte Brawn an. "Ich denke aber, dass das Kräfteverhältnis generell von Strecke zu Strecke sehr stark variiert. Das Pendel könnte in drei Wochen wieder ganz anders ausschwingen." Button weiß sogar einen Grund, weshalb die deutschen Fans in der Eifel lieber ihm als Vettel die Daumen drücken sollten: "Ich habe immerhin einen deutschen Mercedes-Motor im Heck", grinste er.

Bei aller Enttäuschung über den geplatzten Traum vom Sieg in der Heimat zeigte sich Button gegenüber Vettel als fairer Verlierer: "Fantastisch! Die waren das ganze Wochenende unglaublich schnell. Mark muss nach dem Qualifying enttäuscht sein, aber Sebastian hat keinen Fehler gemacht und verdient gewonnen. 40 Sekunden Vorsprung auf Rubens sprechen Bände. Ich hoffe jedoch, dass wir uns bis zum Nürburgring verbessern können."

Fotoquelle: xpb.cc

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